SK Hynix: 24,5 Milliarden Euro Nasdaq-Debüt für KI-Speicher
Veröffentlicht: 13.07.2026 um 14:56 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Der weltweite Speichermangel wird sich bis weit in die 2030er Jahre hinziehen – das ist die düstere Prognose von SK-Hynix-Chef Kwak Noh-jung. Der Südkoreaner sieht 2027 als kritischste Phase der anhaltenden Krise.
Milliarden-Erlös durch Nasdaq-Debüt
Am 11. Juli 2026 feierte SK Hynix sein Debüt an der US-Technologiebörse Nasdaq. Der Chip-Hersteller sammelte dort rund 24,5 Milliarden Euro ein – der größte Börsengang eines ausländischen Unternehmens in den USA. Die Aktie legte am ersten Handelstag um 13 Prozent auf umgerechnet 155 Euro zu.
Das frische Kapital fließt direkt in den Ausbau der Produktion. Im Fokus steht High Bandwidth Memory (HBM), jene Speicherchips, die für KI-Anwendungen unverzichtbar sind. Konkret investiert SK Hynix bereits 3,7 Milliarden Euro in ein Verpackungswerk im US-Bundesstaat Indiana und weitere 9,2 Milliarden Euro in KI-Lösungen für den amerikanischen Markt.
KI-Boom treibt Nachfrage ins Unermessliche
Der aktuelle Engpass hat einen klaren Treiber: die rasant wachsende Nachfrage nach künstlicher Intelligenz. Nvidia-Chef Jensen Huang rechnet mit einer mehrjährigen Knappheit bei speziellen KI-Speichern. Noch weiter geht SK-Group-Chef Chey Tae-won: Er glaubt, dass sich Angebot und Nachfrage erst dann normalisieren, wenn die Branche die künstliche allgemeine Intelligenz erreicht hat.
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Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Der gesamte Halbleitermarkt soll 2026 um 90 Prozent auf 1,4 Billionen Euro wachsen. Der Speichermarkt allein legt voraussichtlich um 250 Prozent auf 743 Milliarden Euro zu. Bank of America rechnet damit, dass die Investitionen der großen Cloud-Anbieter 2026 auf 787 Milliarden Euro steigen – 2027 sollen es sogar 1,06 Billionen Euro sein.
Branche warnt vor Preissteigerungen
SK Hynix steht mit seiner Warnung nicht allein. Auch Micron-Chef erwartet Lieferengpässe bis 2027, eine Entspannung frühestens ab 2028. Samsung hat ähnliche Signale für das Jahr 2027 gesendet. Die Analysten von UBS prognostizieren eine kontinuierliche Unterversorgung bei DRAM-Chips bis mindestens Mitte 2028.
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Die Folgen sind bereits im Handel spürbar. Hersteller wie Apple, HP, Dell und Lenovo haben ihre Gerätepreise erhöht. Laut Marktforschern von TrendForce stiegen die DRAM-Vertragspreise im dritten Quartal 2026 um 15 bis 18 Prozent im Vergleich zum Vorquartal.
Nicht alle Experten sehen eine unendliche Krise: Bloomberg Intelligence spekuliert, dass der Höhepunkt der Knappheit bereits im zweiten Quartal 2026 erreicht sein könnte. Ein Überangebot sei ab 2028 möglich. Trotz dieser Unsicherheiten planen die Hersteller langfristig. Südkorea investiert umgerechnet 340 Milliarden Euro in einen Speicherproduktions-Cluster. Micron hat für seine US-Werke bis 2035 Investitionen von über 230 Milliarden Euro angekündigt.
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