SK Hynix dominiert KI-Boom: 80% des weltweiten HBM-Marktes
Veröffentlicht am: 24.07.2026 um 23:53 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der südkoreanische Chipkonzern baut seine Position im globalen KI-Markt massiv aus. Konzernchef Chey Tae-won und SK-Hynix-CEO Kwak Noh-jung trafen sich am Donnerstag in Woodside, Kalifornien, mit Nvidia-Chef Jensen Huang, um die Entwicklung der nächsten Generation von High-Bandwidth-Memory (HBM) voranzutreiben. Im Fokus steht der Aufbau sogenannter KI-Fabriken, die künstliche Intelligenz und Robotik in industrielle Produktionsprozesse integrieren.
Nvidia-Partnerschaft und KI-Fabriken
Die Gespräche drehten sich um maßgeschneiderte HBM-Lösungen für Nvidias künftige Hardware-Generationen. Parallel dazu kündigte die SK-Tochter SK Telecom an, noch in diesem Jahr mit dem Bau einer KI-Fabrik in Südkorea zu beginnen – der Betrieb soll bereits 2027 starten. Der Konzern will sich vom reinen Komponentenlieferanten zum Anbieter kompletter KI-Infrastrukturlösungen wandeln. Eine strategische Neuausrichtung, die an die Transformation deutscher Industriekonzerne wie Siemens erinnert.
Milliardenschwere Lieferverträge mit US-Konzernen
Parallel zu den Nvidia-Gesprächen gaben südkoreanische Regierungsvertreter bekannt, dass SK Hynix und Samsung langfristige Lieferverträge mit mehreren US-Technologiekonzernen unterzeichnen werden. Die Abkommen betreffen HBM-Chips, die für die Verarbeitung großer KI-Workloads unverzichtbar sind. Die genauen Summen blieben unter Verschluss – Regierungskreise sprachen jedoch von „sehr großen und bedeutenden" Beträgen, die die enorme Nachfrage globaler Tech-Firmen widerspiegeln.
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Die Marktdaten untermauern diese Entwicklung: SK Hynix und Samsung kontrollieren gemeinsam rund 80 Prozent des weltweiten HBM-Marktes. Allein SK Hynix vereinte im ersten Quartal 2026 einen Umsatzanteil von 58 Prozent auf sich. Die neuen Verträge sollen zudem gemeinsame Investitionen in KI-Rechenzentren umfassen. Die erste Ausbaustufe ist für eine Kapazität von rund 8,4 Gigawatt ausgelegt – genug, um die nächste Generation unternehmenskritischer KI-Anwendungen zu versorgen.
Strategische Beteiligung an KI-Chip-Startup
Doch SK Hynix denkt über das Kerngeschäft hinaus. Der Konzern beteiligte sich kürzlich an einer 300 Millionen Dollar schweren Series-C-Finanzierungsrunde des KI-Chip-Startups Etched. Die Runde bewertete das Unternehmen mit 10,3 Milliarden Dollar. Das Geld soll die Produktion spezialisierter Inferenzchips beschleunigen, die den etablierten Marktführern Paroli bieten sollen.
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Etched hat dafür seine Kapazitäten massiv ausgebaut: In der Nähe von San Jose eröffnete das Startup eine 80.000 Quadratfuß große Anlage – umgerechnet rund 7.400 Quadratmeter – und beschäftigt inzwischen etwa 400 Mitarbeiter. Mit dieser Investition positioniert sich SK Hynix als zentraler Akteur im Wandel hin zu effizienteren, aufgaben-spezifischen KI-Prozessoren.
Die Aktivitäten sind Teil einer größeren Strategie: Die erwartete „San Francisco AI Declaration" beim aktuellen Gipfeltreffen im Silicon Valley soll Südkoreas Führungsrolle in der globalen KI-Lieferkette weiter zementieren. Ein klares Signal, dass die asiatischen Chipriesen nicht nur produzieren, sondern die Zukunft der KI-Infrastruktur aktiv mitgestalten wollen.
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