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Smart Glasses: 32.000 Upskirting-Videos auf Meta-Plattformen gefunden

Veröffentlicht am: 21.09.2026 um 00:12 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Mehr als 32.000 intime Aufnahmen sorgen für Kritik an Meta-Brillen. Behörden prüfen Verbote, während das Unternehmen die Vorwürfe zurückweist.

Meta-Smart-Glasses: Klagen und Verbote wegen Datenschutzrisiken
Ein menschenleerer, kühler Flur in einem öffentlichen Gebäude, der ein Gefühl von Überwachung und Verletzlichkeit vermittelt. Illustration mit AI erstellt.

Die technologische Verbreitung von Smart Glasses führt international zu einer verschärften Debatte über den Schutz der Privatsphäre und den Missbrauch für heimliche Videoaufnahmen. Berichten zufolge wächst die Sorge, dass tragbare Kameras zunehmend für diskrete Aufzeichnungen ohne Einwilligung der Betroffenen genutzt werden, was bereits zu weitreichenden juristischen Auseinandersetzungen und regulatorischen Einschränkungen führt.

Massive Datenfunde und mangelnde Erkennbarkeit

Recherchen der Süddeutschen Zeitung verdeutlichen das Ausmaß des Problems: Demnach wurden mehr als 32.000 Videos von sogenannten Upskirting-Opfern auf Plattformen des Meta-Konzerns identifiziert. Tausende weitere Aufnahmen finden sich laut den Berichten auf Videoportalen wie YouTube und TikTok.

Eine im Auftrag der Organisation HateAid durchgeführte Civey-Umfrage belegt zudem eine erhebliche Sicherheitslücke in der öffentlichen Wahrnehmung. Demnach erkennen 61 Prozent der Befragten die an den Brillen angebrachte LED nicht als Hinweis auf eine laufende Videoaufnahme.

Fachleute aus der Philosophie weisen darauf hin, dass insbesondere Frauen und Mädchen durch diese Technologie zu potenziellen Opfern herabgestuft werden. Diese Einschätzung teilen auch die Datenschutzbehörden der Isle of Man, Jersey und Guernsey.

In einer gemeinsamen Mitteilung warnen sie vor der Gefahr verdeckter Aufnahmen von Personen und vertraulichen Gesprächen. Kritisch bewertet wird zudem, dass die Speicherung und Verarbeitung der Daten häufig über Cloud-Dienste außerhalb des unmittelbaren Rechtsraums der Inseln erfolgt.

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Juristische Aufarbeitung und Vorwürfe gegen Meta

Der US-Konzern Meta sieht sich derzeit mit einer Klagewelle konfrontiert. Vor dem Federal Court Northern California haben mehr als 70 Nutzer eine Klage eingereicht. Sie werfen dem Unternehmen vor, dass die Smart Glasses hochgradig intime Situationen – darunter Aufnahmen in Badezimmern, bei sexuellen Handlungen oder bei der Eingabe von Passwörtern – aufgezeichnet und diese Daten an bezahlte Prüfer im Ausland weitergeleitet hätten.

Die Kläger führen Betrug, irreführende Werbung und Verstöße gegen Verbraucherschutzgesetze an. Meta kündigte an, sich gegen diese Vorwürfe zu verteidigen.

Parallel dazu läuft eine Sammelklage von Familien aus Illinois und Kalifornien. Sie behaupten, Meta habe aus öffentlichen Fotos biometrische Gesichtsprofile erstellt, um eine Gesichtserkennungsfunktion namens „NameTag“ für die Brillen zu entwickeln.

Während das Unternehmen die Klage als unbegründet bezeichnet und betont, die Funktion sei nie an Verbraucher ausgeliefert worden, verweisen Beobachter auf einen früheren Vergleich in Texas, bei dem Meta ohne Schuldeingeständnis 1,4 Milliarden US-Dollar zahlte.

Zudem wurde bekannt, dass kenianische Subunternehmer im Rahmen des KI-Trainings Zugriff auf intime Aufnahmen hatten, was Meta mit dem Verweis auf eingehaltene Nutzungsbedingungen kommentierte.

Behörden und Unternehmen reagieren mit Verboten

Weltweit ziehen Institutionen Konsequenzen aus den Sicherheitsrisiken. In Australien prüft die Regierung ein Verbot von Meta-Smart-Glasses in Bundesgebäuden. Laut der zuständigen Ministerin Katy Gallagher bergen die Geräte aufgrund ihrer Aufnahmefähigkeit erhebliche Datenschutz- und Sicherheitsrisiken.

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In mehreren australischen Städten wie Sydney und Brisbane sowie im Umland von Melbourne ist die Nutzung in Schwimmbädern und Umkleiden bereits untersagt. Auch in Kanada fordern einzelne politische Akteure Verbote, während die Mehrheit der befragten Städte bestehende Regeln für ausreichend hält, da Aufnahmeverbote grundsätzlich auch für diese Technologie gelten.

Auch in der Privatwirtschaft führt die Hardware zu Verunsicherung. In einem dokumentierten Fall sorgte ein Mitarbeiter, der seine Smart Glasses im Büro trug, für Unklarheit zwischen IT, Sicherheitsabteilung und Personalwesen. Da keine spezifischen Richtlinien existierten, musste erst eine neue Unternehmensrichtlinie angekündigt werden, während der Mitarbeiter vorerst auf ein herkömmliches Modell wechselte.

Trotz der Kritik bleibt das Marktsegment in Bewegung. Meta verkaufte im vergangenen Jahr mehr als 7 Millionen Paare der Ray-Ban-Kollektion und reagierte im Juli 2026 mit einem Software-Update auf Manipulationen an der Hinweis-LED.

Zudem bereitet das Unternehmen laut Branchenberichten die Einführung einer kamerafreien Brille namens „Luna“ vor, die lediglich über Mikrofone und Lautsprecher verfügt. Gleichzeitig drängen Wettbewerber wie Samsung und Google mit neuen Android-XR-Modellen auf den Markt, die konsequent mit Kameras ausgestattet sind.

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de | wissenschaft | 70140217 |