Smart-Home-Sicherheit, Verbraucher

Smart-Home-Sicherheit: Was 6.000 Verbraucher wirklich wollen

Veröffentlicht am: 31.07.2026 um 02:05 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Der Smart-Home-Markt 2026 wird von KI, Edge Computing und dem Matter-Standard geprägt. Deutsche Verbraucher legen besonderen Wert auf einfache Installation und Sicherheit.

Smart-Home-Trends 2026: KI, Sicherheit und Matter-Standard im Fokus
Modernes Smart-Home-Sicherheitssystem mit digitaler Steuereinheit in einem minimalistisch gestalteten Wohnraum. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Aktuelle Prognosen für das Jahr 2026 unterstreichen einen deutlichen Wandel im Smart-Home-Sektor. Branchenexperten von Yale gehen davon aus, dass neben der nahtlosen Integration verschiedener Systeme vor allem personalisierte KI-Erlebnisse, Lösungen für die Altenpflege sowie die kontinuierliche Gesundheitsüberwachung die Marktentwicklung prägen werden. Diese technologische Evolution spiegelt sich auch in den Marktzahlen wider. Laut Prognosen von Statista soll der europäische Markt für smarte Schlösser bis 2029 auf 2,1 Mrd. USD anwachsen, während das Gesamtsegment für Smart-Home-Sicherheit ein Volumen von 7,47 Mrd. USD erreichen könnte.

Verbraucherprioritäten bei Sicherheitssystemen

Eine Untersuchung von Reolink, der „Home Security Consumer Index“ 2026, für den 6.000 Personen in Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien und Polen befragt wurden, gibt Aufschluss über die konkreten Erwartungen der Nutzer. Als wichtigste Kaufkriterien für Sicherheitskameras nannten die Befragten eine gute Nachtsicht (21 %), eine einfache Installation (20 %) sowie die Handhabung via App (20 %). Die Bildqualität folgte mit 19 %.

Speziell in Deutschland zeigt sich eine leichte Akzentverschiebung: Hier wird die einfache Installation mit 22 % am höchsten bewertet, gefolgt von der App-Kontrolle und der Nachtsicht mit jeweils 20 %. Damit rangieren diese Faktoren in der Priorität der deutschen Verbraucher noch vor dem Preis, der von 18 % als entscheidend angegeben wurde. Zudem stufen 77 % der Befragten eine zuverlässige Personenerkennung als wichtig ein, während 74 % Wert auf eine intelligente Vermeidung von Fehlalarmen legen.

Technologische Fortschritte durch Edge KI und Cybersecurity

Ein wesentlicher Treiber dieser Entwicklung ist die zunehmende Verlagerung der Datenverarbeitung direkt in die Endgeräte, das sogenannte Edge Computing. Laut der GFU bringt diese Entwicklung Vorteile bei der Datensicherheit, da Informationen lokal verarbeitet werden und keine permanente Internetverbindung zwingend erforderlich ist. Der globale Markt für Edge Computing soll von 30 Mrd. USD im Jahr 2026 bis 2033 auf 120 Mrd. USD anwachsen, was einer jährlichen Wachstumsrate von 22 % entspricht. In Deutschland verfügen laut der SmartLiving2Market-Studie bereits 46 % der Haushalte über mindestens ein Smart-Living-Gerät.

Auch die IT-Sicherheit rückt stärker in das Zentrum der Produktentwicklung. Samsung erhielt für sein gesamtes Smart-TV-Line-up des Jahres 2026, einschließlich der Modelle Micro RGB, OLED und Neo QLED, das IT-Sicherheitskennzeichen des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Die Geräte basieren auf dem Standard ETSI EN 303 645 und bieten über die Knox-Plattform sieben Jahre lang kostenlose Software-Updates. Im gewerblichen Bereich präsentierte SAUTER die neue Generation seiner Systeme modulo 6 und ecos 5, die durch eine gehärtete Systemarchitektur den Anforderungen des Cyber Resilience Act (CRA) entsprechen sollen.

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Interoperabilität durch den Matter-Standard

Die Vernetzung unterschiedlicher Hersteller gewinnt durch den Matter-Standard weiter an Dynamik. AVM integriert in einer neuen Laborversion für FritzOS 8.50 eine Matter-Bridge-Funktion für die FritzBox 5690 Pro, wodurch die Steuerung über Plattformen wie Apple Home oder Amazon Alexa ermöglicht wird. Hama gab im Rahmen der IFA bekannt, dass bereits 75 % der eigenen Smart-Home-Produkte Matter unterstützen. Monatlich verzeichne das Unternehmen bis zu 30.000 neue Geräte in seiner App.

Auch die Kooperation zwischen Samsung und Ikea zielt auf eine vereinfachte Nutzung ab. Künftig lassen sich 25 Ikea-Geräte wie Lampen und Sensoren ohne separaten Hub direkt via Matter in das Samsung SmartThings-System integrieren. Parallel dazu rüstet Ledvance seine SMART+ Plugs per Update auf den Standard Matter 1.3 auf, was erweiterte Energiemanagement-Funktionen und die Anzeige des Echtzeit-Stromverbrauchs ermöglicht.

Marktdynamik und innovative Anwendungen

Zusätzliche Bewegung im Markt entsteht durch potenzielle Konsolidierungen. Das Unternehmen Shelly bestätigte Gespräche mit Schneider Electric über ein mögliches Kaufangebot. Marktberichten zufolge könnte die Unternehmensbewertung bei rund 1,3 Mrd. Euro liegen, wobei ein Preis von etwa 70 € pro Aktie im Raum steht. Eine endgültige Entscheidung über das Angebot ist bislang jedoch nicht gefallen.

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Im Bereich der Außenanwendungen zeigt der Hersteller in-lite mit einer neuen App, wie KI und LiDAR-Technologie zur automatisierten Organisation von Beleuchtungssystemen genutzt werden können. Diese Anwendung soll nach Beta-Tests in den Niederlanden und Kanada gegen Ende des Jahres offiziell auf den Markt kommen.

Das allgemeine Vertrauen in vernetzte Technologien bleibt stabil. Der „Global Connected Consumer Trends Report“ von Assurant weist für Deutschland einen Technology Sentiment Index von 63 Punkten aus. Demnach geben 77 % der Deutschen an, dass vernetzte Technologie ihr Leben verbessert, wobei 82 % ein besonderes Interesse an individuell anpassbaren Schutzlösungen zeigen.

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