Smart-TV-Hacker, Samsung

Smart-TV-Hacker: Samsung und LG Apps werden zu Proxy-Servern

Veröffentlicht am: 05.08.2026 um 07:51 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Sicherheitsforscher decken auf: Beliebte TV-Apps nutzen private Internetanschlüsse als Proxy-Server. Samsung und LG ergreifen Gegenmaßnahmen.

Smart-TV-Apps als Proxy-Missbrauch: Samsung und LG reagieren
Ein leuchtender Smart-TV in einem dunklen Wohnzimmer, auf dessen Bildschirm abstrakter digitaler Code zu sehen ist. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Sicherheitsforscher haben missbräuchliche Funktionen in Smart-TV-Apps entdeckt. Mehrere Spiele-Anwendungen für Geräte von Samsung und LG leiten fremden Datenverkehr über private Internetanschlüsse um – ohne Wissen der Nutzer.

Apps machen TV-Besitzer zu Proxy-Servern

Analysen des Sicherheitsunternehmens mnemonic zeigen: Populäre Titel wie „Pac-Man“ und „2048 Football Cup“ enthalten Codefragmente, die das heimische Netzwerk in einen sogenannten Residential Proxy verwandeln. Über ein SDK des Anbieters Bright Data wird die Internetverbindung der Nutzer für fremden Datenverkehr zweckentfremdet.

Die Funktion lässt sich serverseitig steuern. Dritte können so die IP-Adresse der Privathaushalte für eigene Zwecke nutzen. LG hat bereits ein Verbot solcher Proxy-Dienste angekündigt und entfernt betroffene Apps. Samsung blockiert neue Registrierungen entsprechender Anwendungen.

Branchenexperten raten TV-Besitzern, ungenutzte Anwendungen zu löschen und Berechtigungen kritisch zu prüfen.

Samsung schließt 56 Sicherheitslücken

Der südkoreanische Hersteller hat sein Sicherheitsupdate für August 2026 veröffentlicht. Es umfasst 38 Patches von Google für Android sowie 18 eigene Korrekturen. Acht Schwachstellen gelten als kritisch, 30 als hochriskant.

Anzeige

Wer sein Android-Gerät vor aktuellen Sicherheitslücken schützen möchte, findet in diesem kostenlosen Ratgeber die wichtigsten Sofort-Maßnahmen. Erfahren Sie, wie Sie mit den richtigen Updates Datenverlust und Malware dauerhaft verhindern. 5 einfache Schritte für ein sicheres Android-Smartphone

Das Update betrifft Geräte mit Android 14 bis 16 und rollt in den kommenden Wochen aus. Angesichts zunehmender Angriffe auf Mobilgeräte sind die Korrekturen überfällig – Schwachstellen im Betriebssystem dienen häufig als Einfallstor für Malware-Kampagnen.

Smart-Home-Sicherheit bleibt mangelhaft

Die Lage im Smart-Home-Bereich ist weiterhin defizitär. Nur 40 Prozent der Nutzer führen regelmäßig Software-Updates durch, zeigt eine BSI-Studie. Weniger als ein Drittel achtet beim Kauf auf die Update-Versorgung der Geräte. Dabei sammeln moderne Haushaltsgeräte wie Saugroboter über Kameras und Laserscanner sensible Daten – etwa Grundrisse der Wohnung.

Hinzu kommen externe Bedrohungen. Seit Mai läuft die Kampagne „CaptiveCrunch“, die der russischen Gruppe Storm-2945 (APT29) zugeschrieben wird. Angreifer manipulieren WLAN-Zugänge in Hotels und an Flughäfen, um über gefälschte Anmeldeseiten Microsoft-365-Zugangsdaten abzugreifen. Seit Mitte Juli setzen sie verstärkt Device-Code-Phishing ein, um die Zwei-Faktor-Authentifizierung zu umgehen.

Anzeige

Angesichts immer komplexerer Angriffsszenarien wie manipulierter WLAN-Zugänge und KI-gestütztem Phishing ist ein proaktiver Schutz der digitalen Identität unerlässlich. Ein gratis PDF-Ratgeber zeigt Ihnen fünf einfache Schritte, wie Sie Ihr Gerät sofort gegen Hacker absichern können. Kostenlosen Sicherheits-Ratgeber jetzt herunterladen

Innerhalb von vier Wochen registrierten Sicherheitsforscher rund sieben Millionen Phishing-Angriffe dieser Kampagne. 86 Prozent davon wurden durch künstliche Intelligenz unterstützt. Betroffen sind vor allem Finanz-, Gesundheits- und Energieunternehmen.

Der kommende EU Cyber Resilience Act soll Hersteller künftig zu regelmäßigen Sicherheitsupdates verpflichten. Ein Schritt in die richtige Richtung – doch bis dahin bleibt die Devise: Updates einspielen, Apps prüfen, Berechtigungen hinterfragen.

Disclaimer...

de | wissenschaft | 69917978 |