Smartphone: 63 Prozent lehnen Handys am Esstisch ab
Veröffentlicht am: 25.10.2026 um 04:17 Uhr | dpa, AD HOC NEWSSmartphone-Nutzung in Alltagssituationen
- Die Befragung umfasst rund 2.500 Menschen.
- 71 Prozent bewerten Handynutzung wÀhrend eines persönlichen GesprÀchs als unhöflich.
- Beim ersten Date nutzen laut Umfrage zwei Prozent zumindest gelegentlich ein Smartphone.
Smartphone stört viele beim Essen und im GesprÀch
FĂŒr fast zwei Drittel der Befragten gehört das Smartphone beim gemeinsamen Essen nicht auf den Tisch: 63 Prozent empfinden die Nutzung des GegenĂŒbers als unhöflich. Eine Umfrage von Civey im Auftrag von Vodafone zeigt zugleich, dass 17 Prozent beim Essen selbst zumindest gelegentlich zum Handy greifen.
Im persönlichen GesprĂ€ch ist die Ablehnung noch gröĂer. 71 Prozent halten es fĂŒr unhöflich, wenn die andere Person zwischendurch am Smartphone daddelt.
Kino und Theater gelten als weniger heikel
Beim gemeinsamen Kino- oder Theaterbesuch bewerten 34 Prozent den Griff der Begleitung zum Smartphone als unhöflich. TatsÀchlich nutzen dort sechs Prozent der Befragten zumindest gelegentlich ihr Handy.
Auch im persönlichen GesprÀch kommt das Verhalten nach eigenen Angaben nicht besonders hÀufig vor: Neun Prozent greifen zwischendurch zum Smartphone.
Im Beruf wird Handynutzung eher akzeptiert
Bei Meetings und am Arbeitsplatz sehen die Befragten die Smartphone-Nutzung deutlich gelassener. Nur 21 Prozent empfinden es als unhöflich, wenn jemand nebenbei E-Mails oder Chatnachrichten prĂŒft.
Auf denselben Wert kommt die Situation im Bett, wenn eine Person abends neben ihrer Partnerin oder ihrem Partner zum Smartphone greift.
Erstes Date mit strengerer Höflichkeitsregel
Beim ersten Date kann die Smartphone-Nutzung der Umfrage zufolge Minuspunkte bringen: 40 Prozent bewerten sie als unhöflich. Zugleich geben lediglich zwei Prozent an, bei einem ersten Date zumindest gelegentlich zum Handy zu greifen.
GroĂe Unterschiede zwischen den Geschlechtern zeigt die Befragung bei der Bewertung nicht. Beim Essen und im persönlichen GesprĂ€ch reagieren etwas mehr Frauen empfindlich, im Bett sowie im Kino oder Theater etwas mehr MĂ€nner.
Die Umfrage beschreibt einen verbreiteten sozialen Konflikt der Smartphone-Nutzung: Das GerĂ€t ist stĂ€ndig verfĂŒgbar, zugleich gelten bestimmte Situationen weiterhin als gemeinsame, ungeteilte Zeit. Besonders deutlich zeigt sich dieser Gegensatz beim Essen und im direkten GesprĂ€ch. Dort wird die Aufmerksamkeit des GegenĂŒbers traditionell als Zeichen von Respekt und Beteiligung verstanden.
Die Ergebnisse unterscheiden zwischen der Bewertung und dem eigenen Verhalten. Obwohl 63 Prozent die Smartphone-Nutzung beim gemeinsamen Essen als unhöflich empfinden, greifen 17 Prozent selbst zumindest gelegentlich zum Handy. Im persönlichen GesprÀch ist die Diskrepanz Àhnlich: 71 Prozent missbilligen das Verhalten, neun Prozent nutzen das Smartphone nach eigenen Angaben dennoch zwischendurch.
Digitale Regeln bleiben situationsabhÀngig
Die vergleichsweise niedrigen Ablehnungswerte fĂŒr Arbeitsplatz, Bett sowie Kino und Theater zeigen, dass Höflichkeitsnormen vom Umfeld abhĂ€ngen. Im Beruf kann die Erreichbarkeit Teil der Aufgabe sein, wĂ€hrend im Kino oder Theater die Nutzung durch die gemeinsame Aufmerksamkeit und die RĂŒcksicht auf andere begrenzt wird. Beim ersten Date fĂ€llt die Bewertung strenger aus als die tatsĂ€chliche Nutzung.
FĂŒr den Alltag bedeutet das vor allem: Nicht jede Smartphone-Nutzung wird gleich beurteilt. Entscheidend sind Anlass, Dauer und die erkennbare PrioritĂ€t, die jemand dem GerĂ€t gegenĂŒber der anwesenden Person einrĂ€umt. Die Umfrage liefert damit ein Stimmungsbild ĂŒber soziale Erwartungen, aber keine allgemeingĂŒltige Verhaltensregel.
