Smartphone-Akkus: Ab Februar 2027 Wechselbarkeit oder Langlebigkeit
26.05.2026 - 13:12:26 | boerse-global.deDie EU-Verordnung 2023/1670 stellt die Branche vor eine grundlegende Entscheidung.
Langlebigkeit oder Wechselbarkeit – die neue Regel
Die Hersteller haben zwei Optionen: Entweder sie bauen Geräte, bei denen Nutzer den Akku ohne Spezialwerkzeug tauschen können. Oder sie weisen eine außergewöhnliche Haltbarkeit nach. Der Akku muss dann nach 1.000 Ladezyklen noch mindestens 80 Prozent seiner Kapazität haben. Zusätzlich ist eine IP67-Zertifizierung für Staub- und Wasserdichtigkeit Pflicht.
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Branchengrößen wie Apple setzen bereits auf die Langlebigkeits-Option. Das iPhone 15 erfüllt die 80-Prozent-Marke nach 1.000 Zyklen schon heute. Für das im September erwartete iPhone 18 Pro plant der Konzern einen Akku mit Stahlgehäuse und einer Kapazität von 5.100 bis 5.200 mAh.
Xiaomi geht in die Offensive
Der chinesische Hersteller zeigt, wie die Zukunft aussehen könnte. Das im Mai vorgestellte Xiaomi 17 Max kommt mit einem 8.000-mAh-Silizium-Kohlenstoff-Akku. Die 80-Prozent-Marke erreicht er erst nach 1.600 Ladezyklen – weit über den EU-Vorgaben. Die Videowiedergabe soll über 33 Stunden halten.
Parallel startete Xiaomi in China ein Batterie-Austauschprogramm für umgerechnet 24 Euro. Das Modell könnte als Blaupause für den europäischen Markt dienen.
Der Digitale Produktpass kommt
Ab Februar 2027 wird für Akkus über 2 kWh ein Digitaler Produktpass (DPP) Pflicht. Per QR-Code müssen Hersteller Informationen über Materialherkunft, Zusammensetzung und Recyclingfähigkeit bereitstellen. Für kleinere Smartphone-Akkus sind ähnliche Regeln in Arbeit.
Die EU-Kommission informiert heute in einem Experten-Webinar über die technischen Details. Das begrenzte Teilnehmerkontingent zeigt den enormen Informationsbedarf in der Branche.
Kosten und Bürokratie belasten die Industrie
Die Umstellung hat ihren Preis. Schätzungen gehen von 8 bis 15 Euro Mehrkosten pro Gerät aus. Besonders günstige Smartphones unter 200 Euro könnten teurer werden – sie haben selten eine IP67-Zertifizierung.
Der Verband Gesamtmetall schlägt Alarm. Allein von Januar bis Oktober 2025 verabschiedete die EU-Kommission 952 Durchführungsrechtsakte – ein Rekord. Verbandschef Oliver Zander beklagt die wachsende bürokratische Last für die Industrie.
Europa kämpft mit strukturellen Nachteilen
Eine ZVEI-Studie zeigt: Dem Kontinent fehlen über ein Dutzend moderne Chipfabriken. Die Fertigung in Europa ist bis zu 30 Prozent teurer als in Asien. Ein Hoffnungsschimmer: Im Juni eröffnet ein neues Infineon-Werk für Leistungshalbleiter in Dresden. Ebenfalls für Juni erwartet wird der EU-Chips-Act 2.0.
Sicherheit als zweite Herausforderung
Die Debatte um langlebige Hardware spielt vor einem bedrohlichen Hintergrund. Der weltweite Schaden durch mobile Cyberkriminalität erreicht 2026 schätzungsweise 442 Milliarden Euro. 86 Prozent aller Phishing-Kampagnen sind inzwischen KI-gesteuert.
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Die nicht patchbare Schwachstelle CVE-2026-25262 im Qualcomm BootROM zeigt: Physische Langlebigkeit allein reicht nicht. Sie muss mit langfristiger Software-Unterstützung und sicheren Authentifizierungsmethoden einhergehen.
Ausblick: Was kommt auf die Branche zu?
Im Juni erwartet die Branche die Vorstellung von iOS 27 auf der WWDC. Das Update verspricht eine tiefere KI-Integration und weitere Öffnungen für EU-Nutzer. Der Herbst bringt voraussichtlich das iPhone 18 Pro und möglicherweise ein faltbares Modell.
Xiaomi forscht unterdessen an Festkörperbatterien und hat bereits Patente eingereicht. Langfristig könnte das die Abhängigkeit von Lithium-Ionen-Akkus verringern.
Die digitale Transformation schreitet trotz aller Hürden voran. Das deutsche Digital-Identitäts-Gesetz trat im Mai in Kraft, Vodafone aktiviert schnellere 5G-Upload-Technologien. Der Weg bis Februar 2027 bleibt spannend.
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