Smartphone-Apps: Kognitiver Abbau wird schneller erkannt als klinisch
12.06.2026 - 01:39:20 | boerse-global.de
Das belegt eine aktuelle Studie des Deutschen Zentrums fĂŒr Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE), veröffentlicht am 10. Juni in der Fachzeitschrift npj digital medicine.
Studie belegt Vorteile digitaler Diagnostik
202 Probanden zwischen 52 und 85 Jahren aus Deutschland und den USA nahmen an der Untersuchung teil. 50 von ihnen litten bereits unter einer leichten kognitiven BeeintrĂ€chtigung (MCI). Ăber sieben bis zwölf Monate absolvierten die Teilnehmer alle zwei Wochen Aufgaben in der neotiv-App.
Die Ergebnisse: Der digitale Ansatz erfasst den kognitiven Abbau bei MCI-Patienten schneller als Standardverfahren. Die App-Daten stimmten zudem mit klinischen Langzeitbeobachtungen aus acht Jahren ĂŒberein. Besonders beeindruckend: Nach 30 Wochen lag die Durchhaltequote bei 73 Prozent â ein starkes Zeichen fĂŒr die Akzeptanz solcher Tools.
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Jonglieren als Gehirntraining
Doch nicht nur die Diagnostik macht Fortschritte. Aktive Trainingsmethoden rĂŒcken in den Fokus, die Motorik und Kognition verbinden. Mitte Juni startete ein neuer Onlinekurs, der Jonglieren als gezieltes Gehirntraining positioniert.
Trainer Stephan Ehlers verspricht mit âJonglieren lernen mit Erfolgsgarantie" ein Programm in 24 Lektionen und fĂŒnf Abschnitten. Zwei Stunden Videomaterial, einmalig 29,90 Euro, 180 Tage Zugriff â das soll die neuronale Vernetzung fördern.
ErgÀnzend dazu boomen kurze Denksportaufgaben. IQ-Puzzles, Streichholz-RÀtsel und Allgemeinwissens-Quizzes auf Nachrichtenportalen zielen darauf ab, die KonzentrationsfÀhigkeit im Alltag zu stÀrken.
Ob durch Training oder digitale Tests â Klarheit ĂŒber die eigene kognitive LeistungsfĂ€higkeit ist die Basis fĂŒr eine gezielte Vorsorge. Mit diesem wissenschaftlich fundierten 7-Fragen-Test erhalten Sie in nur zwei Minuten eine anonyme und sofortige EinschĂ€tzung möglicher Demenz-Anzeichen. Gewissheit in 2 Minuten: Check auf frĂŒhe Demenz-Anzeichen
Musik und Gemeinschaft als kognitive StĂŒtze
Das Max-Planck-Institut fĂŒr empirische Ăsthetik (MPIEA) liefert differenzierte Erkenntnisse zum Thema Musik. Die Forscher analysierten Daten von 10.500 Personen aus 2012 und 9.500 Personen aus 2022 aus schwedischen Zwillingsregistern.
Das Ergebnis: Reines Musikhören im Alltag fĂŒhrt nicht automatisch zu besserer psychischer Gesundheit. Die Wirksamkeit gezielter Musiktherapien bleibt davon aber unberĂŒhrt.
In der Praxis setzt man Musik verstĂ€rkt fĂŒr soziale Interaktion und GedĂ€chtnistraining ein. Das Spiel âHitster" etwa sortiert Musiktitel der letzten 100 Jahre chronologisch auf einer Zeitliste â und fördert so nebenbei den Austausch zwischen den Generationen.
Die kulturelle Teilhabe spielt ebenfalls eine Rolle. In Rees starteten am 11. Juni die âTage der Musik" mit ĂŒber 200 Musikern. In MĂŒnchen begann das Projekt âSPIEL MICH!" mit elf öffentlichen Klavieren. Und in Dortmund ist fĂŒr den 13. Juni das 18. âFest der Chöre" mit knapp 5.000 SĂ€ngern geplant.
Experten sehen in solchen gemeinschaftlichen AktivitĂ€ten wichtige Faktoren fĂŒr den Erhalt kognitiver AgilitĂ€t und sozialen Austauschs.
