Smartphone-Betrug: 18,7 Millionen Quishing-Angriffe im MĂ€rz
Veröffentlicht am: 19.07.2026 um 10:16 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Das organisierte Verbrechen hat mobile Bezahlsysteme als neue AngriffsflÀche entdeckt.
Die Masche: Tap to Pay mit gestohlenen Daten
Kriminelle laden illegale Kartendaten in digitale Wallets und zahlen damit im Einzelhandel. Die Tap-to-Pay-Funktion macht's möglich. Ziel sind hochwertige GĂŒter oder Geschenkkarten â letztere dienen der GeldwĂ€sche.
In den USA beziffern Sicherheitsbehörden den jĂ€hrlichen Schaden durch organisierten Einzelhandelsbetrug auf rund eine Milliarde US-Dollar. Ermittler von Homeland Security Investigations gehen mit speziellen Operationen wie âProject Red Hookâ gegen die Strukturen vor. Auch der US-Kongress hat GesetzesentwĂŒrfe auf den Weg gebracht.
Quishing und Smishing als Einfallstore
Die Kartendaten kommen meist von Phishing-Angriffen. Besonders QR-Code-Betrug (Quishing) boomt: Im ersten Quartal 2026 stiegen die Angriffe um 146 Prozent. Allein im MÀrz registrierten Sicherheitsfirmen weltweit 18,7 Millionen Quishing-Versuche. Jede neunte Phishing-E-Mail enthÀlt mittlerweile einen schÀdlichen QR-Code.
Noch dramatischer wĂ€chst SMS-Phishing (Smishing): plus 162 Prozent im zweiten Quartal 2026. BetrĂŒger geben sich als Bankmitarbeiter oder Behörden aus. GefĂ€lschte Online-Shops â etwa fĂŒr E-SIM-Karten â locken Reisende in die Falle. KĂŒnstliche Intelligenz hilft TĂ€tern, tĂ€uschend echte Website-Kopien zu erstellen.
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Banken haften bei Phishing-SchÀden
Interpol beziffern die globale FinanzkriminalitĂ€t fĂŒr 2025 auf 442 Milliarden US-Dollar. Die deutsche Bundesregierung reagiert mit einem 26-Punkte-Plan: 1.500 neue Stellen zur BekĂ€mpfung von FinanzkriminalitĂ€t, ein Analysezentrum fĂŒr KI-gestĂŒtzte Datenauswertung. Das StrafmaĂ fĂŒr organisierten Steuerbetrug soll von zehn auf 15 Jahre steigen.
Die Rechtsprechung zur Haftung bei Phishing-SchĂ€den ist klar: Ein Urteil des Bundesgerichtshofs vom Juli 2025 besagt, dass Banken haften mĂŒssen â es sei denn, sie weisen grobe FahrlĂ€ssigkeit des Kunden nach. Der belgische Kassationshof entschied am 29. Juni 2026 Ă€hnlich: Die Beweislast fĂŒr eine autorisierte Zahlung liegt bei den Kreditinstituten.
Spezialisierte Malware bedroht Krypto-Guthaben
Neben klassischen Betrugsmaschen greift hochspezialisierte Schadsoftware digitale Werte an. Die Mac-Malware ânotnullOSXâ zielt gezielt auf Krypto-Guthaben und umgeht sogar die Zwei-Faktor-Authentifizierung. Sie manipuliert Hardware-Wallet-Anwendungen und plĂŒndert SchlĂŒsselbunde sowie Browser-Cookies.
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Die Malware âOkoBotâ verfĂŒgt ĂŒber 20 Module, um Seed-Phrasen von Krypto-Wallets zu entwenden. Experten raten: Ăberwacht Benachrichtigungen ĂŒber Wallet-Anmeldungen streng und bezieht Apps nur aus offiziellen Quellen.
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