Smartphone-Betrug: 25,5 Millionen Attacken in vier Monaten 2026
Veröffentlicht: 04.07.2026 um 20:29 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Kriminelle setzen verstärkt auf Künstliche Intelligenz und zielen gezielt auf Smartphones ab. Apple will mit einer neuen Sicherheitsfunktion gegensteuern.
Rekordzahlen bei Scams und Phishing
Allein in den ersten vier Monaten des Jahres blockierte Norton in Deutschland mehr als 25,5 Millionen Betrugsversuche. Besonders alarmierend: Über 78 Prozent der auf Mobilgeräten identifizierten Bedrohungen sind Scams.
Device-Code-Phishing-Attacken legten im ersten Halbjahr 2026 um über 1.380 Prozent zu. Das Landeskriminalamt Baden-Württemberg meldete für 2025 einen Rekordschaden durch Deepfake-Betrug von 212 Millionen Euro – allein in diesem Bundesland. Die Dunkelziffer liegt laut Schätzung bei fast einer Milliarde Euro.
Ein prominentes Beispiel: Kriminelle imitierten den TV-Arzt Eckart von Hirschhausen für gefälschte Produktwerbung.
Apples „Trust Insights“: Schutz direkt auf dem iPhone
Mit iOS 27 bringt Apple das Sicherheits-Framework „Trust Insights“. Es analysiert Interaktionsmuster, zeitliche Abläufe und Sensordaten lokal auf dem Gerät. Ziel: Social-Engineering-Betrug in Echtzeit erkennen.
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Erkennt das System Anomalien – etwa bei Finanztransaktionen oder Kontoänderungen – gibt es einen anonymisierten Risikowert an die Server weiter. Apps können dann Warnungen ausgeben, Prozesse verzögern oder eine zusätzliche Authentifizierung verlangen.
Eine Deaktivierung ist nur mit zeitlicher Abkühlphase möglich. So sollen Betrüger die Schutzfunktion nicht einfach ausschalten können.
Von GTA 6 bis Slopsquatting: Neue Angriffsvektoren
Kriminelle nutzen gezielt populäre Themen aus. Sicherheitsforscher warnen vor gefälschten „Early Access“-Angeboten für GTA 6, dessen offizieller Release für November 2026 erwartet wird. Auf Fake-Seiten werden Nutzer zur Überweisung von Kryptowährungen oder Installation von Banking-Trojanern verleitet.
Auch in der Softwareentwicklung lauern neue Risiken: Beim „Slopsquatting“ registrieren Angreifer Paketnamen, die KI-generierte Code-Beispiele halluzinieren. Rund 20 Prozent dieser Beispiele enthalten erfundene Paketnamen. Das Tool „deptrust“ soll helfen, indem es Paketversionen vor der Installation gegen Sicherheitsdatenbanken prüft.
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Ermittler feiern Erfolge
Trotz steigender Angriffszahlen gelangen den Behörden Erfolge. Google und das FBI zerschlugen das Popa-Botnet mit rund zwei Millionen infizierten Geräten. Microsoft Threat Intelligence identifizierte zudem eine gefälschte Browser-Erweiterung für Perplexity AI, die Suchanfragen und Nutzerdaten ausspionierte. Google entfernte das Add-on aus seinem Web Store.
Experten und Politiker fordern angesichts der Professionalisierung der Angreifer mehr Innovationen bei der KI-Sicherheit. Ab Dezember 2027 tritt der Cyber Resilience Act in Kraft – er schreibt maschinenlesbare Software-Stücklisten vor, um die Transparenz in Lieferketten zu erhöhen.
