Smartphone-Betrug, Quishing

Smartphone-Betrug explodiert: Quishing +146%, SMS-Angriffe +162%

Veröffentlicht: 18.07.2026 um 07:42 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Neue Täuschungstechniken wie Text Salting und ein massiver Anstieg von Quishing und SMS-Betrug bedrohen Unternehmen und Privatnutzer gleichermaßen.

Cyberangriffe 2026: Neue Phishing-Methoden und rasant steigende Smartphone-Betrugsfälle
Ein digitales Vorhängeschloss-Symbol über einem unscharfen Fabrikboden, mit leuchtenden Linien, die Cyber-Bedrohungen darstellen. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Während Industrieunternehmen mit mehrstufigen Kampagnen kämpfen, steigt die Zahl der Betrugsversuche auf Smartphones explosionsartig an.

Angreifer tricksen KI-Scanner aus

Eine neue Methode namens „Text Salting“ sorgt seit dem Frühjahr 2026 für Aufsehen. Das Unternehmen Barracuda identifizierte seit April über eine Million E-Mail-Angriffe mit dieser Technik. Die Täter fügen harmlose Textpassagen in Phishing-Mails ein – für Menschen unsichtbar, aber tödlich für KI-basierte Scanner.

Sie nutzen dafür eine Schriftgröße von Null oder spezielle CSS-Formatierungen. Das bösartige Element der Nachricht wird für Filterprogramme unsichtbar. Parallel dazu entdeckte Kaspersky eine mehrstufige Phishing-Kampagne, die gezielt Fertigungsunternehmen in Europa, Asien und dem Nahen Osten attackiert. Die Angreifer geben sich als potenzielle Kunden aus und locken Mitarbeiter auf gefälschte Cloud-Seiten.

Smartphone-Betrug explodiert

Die Zahlen sind alarmierend: Quishing – Phishing über manipulierte QR-Codes – stieg im ersten Quartal 2026 um 146 Prozent. SMS-basierte Betrugsversuche legten im zweiten Quartal um 162 Prozent zu.

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Die Deutsche Telekom warnt vor einer perfiden Masche nach Smartphone-Diebstählen. Täter geben sich als ehrliche Finder oder Support-Mitarbeiter aus. Sie schicken Links zu gefälschten Anmeldeseiten von Apple oder Google. Ziel ist es, die Aktivierungssperren gestohlener Geräte zu umgehen und vollständigen Zugriff auf Nutzerkonten zu erhalten.

Boss Scam und falsche Firmenidentitäten

Die indische Börsenaufsicht SEBI warnte Mitte Juli vor dem „Boss Scam“. Betrüger kontaktieren Mitarbeiter über WhatsApp oder Microsoft Teams und geben sich als Führungskräfte aus. Sie fordern dringende Überweisungen an.

In Deutschland missbrauchen Kriminelle zunehmend Registerdaten der Finanzaufsicht BaFin. Sie kopieren die Identitäten real existierender Firmen wie der Valhallion Limited Partner GmbH. Anleger werden auf täuschend echt wirkende Festgeldportale gelockt und überweisen Geld auf Auslandskonten. Laut BaFin-Daten für 2025 meldeten rund 1.200 Finanzinstitute insgesamt 733 Vorfälle im Bereich der Informationstechnik. Elf Prozent davon waren direkte Cybersicherheitsvorfälle wie Phishing.

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Wer haftet bei Phishing-Schäden?

Ein Urteil des Bundesgerichtshofs vom Juli 2025 stellt klar: Banken müssen grobe Fahrlässigkeit des Kunden konkret nachweisen. Der belgische Kassationshof präzisierte diese Position Ende Juni 2026. Demnach liegt grobe Fahrlässigkeit nur vor, wenn kein vernünftiger Kunde unter ähnlichen Umständen so gehandelt hätte.

Technologisch setzen Unternehmen auf KI-gestützte Verteidigungssysteme. Sophos kündigte ein neues Sicherheitssystem für den Spätsommer an, das Identitäts- und Cloud-Sicherheit bündelt. Eine Studie von Okta zeigt die Komplexität der Aufgabe: In modernen Unternehmen übersteigt die Zahl nicht-menschlicher Identitäten wie Bots oder KI-Agenten die menschlicher Nutzer im Verhältnis 45 zu 1. Das schafft neue Angriffsflächen für automatisierte Phishing-Systeme.

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