Smartphone-Betrug, KI-Phishing

Smartphone-Betrug: KI-Phishing steigt um 1.380 Prozent

Veröffentlicht am: 04.07.2026 um 18:10 Uhr | Redaktion boerse-global.de

NFC-Angriffe auf Android steigen um 188 Prozent, KI-Phishing sogar um 1.380 Prozent. Hersteller reagieren mit Updates und neuen Schutzfunktionen.

Smartphone-Sicherheit: Explosion von NFC- und KI-Phishing-Attacken
Ein Smartphone-Bildschirm zeigt ein verzerrtes Vorhängeschloss-Symbol, im Hintergrund unscharfe Hände, die nach Smartphones greifen. Symbolisiert mobile Betrugsmaschen. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Besonders NFC-basierte Attacken und KI-gestütztes Phishing nehmen rasant zu.

Explosionsartiger Anstieg bei NFC-Angriffen

Analysen von Kaspersky zeigen einen alarmierenden Trend: Zwischen Januar und April 2026 stiegen NFC-Angriffe auf Android-Geräte um 188 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Rund 35.600 Angriffsversuche wurden allein blockiert.

Parallel dazu wehrte Norton über 25,5 Millionen Betrugsversuche in Deutschland ab. Bei mobilen Geräten entfielen 78,1 Prozent der blockierten Aktivitäten auf Scams.

Die Täter setzen dabei auf psychologischen Druck. Über WhatsApp, SMS oder gefälschte Kalendereinladungen drängen sie Nutzer zu schnellen Handlungen. Mit Erfolg: Laut McAfee erlitten 37 Prozent der Befragten bereits finanzielle Verluste durch solche Maschen. Jeder fünfte Betroffene verzeichnete einen Schaden von über 500 Dollar.

KI revolutioniert Phishing-Methoden

Noch besorgniserregender ist die Entwicklung bei KI-gestützten Angriffen. Device-Code-Phishing-Attacken stiegen zwischen Januar und April 2026 um 1.380 Prozent gegenüber dem zweiten Halbjahr 2025.

Angreifer nutzen KI-Modelle, um täuschend echte Phishing-Seiten zu erstellen. Google reichte bereits Klage gegen eine Hackergruppe ein, die das KI-Modell Gemini dafür missbraucht haben soll.

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Das Landeskriminalamt Baden-Württemberg schlägt Alarm: Deepfake-Betrug verursachte 2025 allein in diesem Bundesland einen Rekordschaden von 212 Millionen Euro. Die Dunkelziffer schätzen Ermittler auf bis zu eine Milliarde Euro. Ein besonders dreister Fall: Kriminelle missbrauchten eine KI-Kopie eines bekannten TV-Arztes für gefälschte Werbekampagnen.

Sicherheitslücken bei AirDrop und Quick Share

Neben sozialer Manipulation entdecken Forscher zunehmend technische Schwachstellen. Das CISPA Helmholtz-Zentrum fand sechs Sicherheitslücken in den Dateiaustauschdiensten AirDrop und Quick Share. Angreifer in bis zu 30 Metern Reichweite könnten Systemabstürze auslösen oder Sicherheitsmechanismen umgehen.

Apple reagierte umgehend und schloss eine der Lücken Ende Juni mit einem Sicherheitsupdate. Zudem veröffentlichte der Konzern das Notfall-Update iOS 26.4.2 zur Behebung der Schwachstelle CVE-2026-28950. Google behob Fehler in der Windows-Version von Quick Share. Die Untersuchungen zu weiteren Lücken bei Samsung dauern an.

Hersteller rüsten auf

Apple kündigte für Herbst 2026 mit iOS 27 das Framework „Trust Insights“ an. Es soll Social-Engineering-Versuche durch lokale Verhaltensanalyse erkennen und bei verdächtigen Mustern zusätzliche Authentifizierungen einfordern. Samsung testet parallel in einer Beta-Phase von One UI 9 einen automatisierten Sicherheitsmodus.

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Die Digitalisierungsbeauftragte Ronja Kemmer (CDU) fordert mehr Freiräume für KI-Innovationen in der EU. Nur so bleibe man auch bei Abwehrtechnologien wettbewerbsfähig.

International gelang ein Schlag gegen die kriminelle Infrastruktur: Das FBI zerschlug in Zusammenarbeit mit Google und Lumen das „Popa-Botnet“ – ein Netzwerk aus rund zwei Millionen infizierten Geräten.

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