Smartphone-Markt: Absatz sinkt 11%, iOS erreicht Rekordanteil
Veröffentlicht am: 01.09.2026 um 17:03 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der globale Smartphone-Markt gerät weiter unter Druck: Im zweiten Quartal 2026 sank der Absatz laut einer Marktanalyse um 11 Prozent im Jahresvergleich, nachdem bereits im ersten Quartal ein Minus von 4 Prozent verzeichnet worden war. Die Abschwächung trifft vor allem die Nachfrage in den Einstiegs- und Mittelklasse-Segmenten, wie aus der Auswertung hervorgeht.
Betriebssysteme verschieben sich zugunsten von iOS und HarmonyOS
Innerhalb des schrumpfenden Marktes verändert sich die Verteilung der Betriebssysteme deutlich. iOS erreichte im Juni-Quartal mit 20 Prozent den höchsten je gemessenen Anteil in diesem Quartal, während Android im Jahresvergleich um 4 Prozentpunkte auf 75 Prozent zurückfiel. HarmonyOS kam auf 24 Prozent Anteil in China und erreichte global 5 Prozent.
IDC senkt Prognose erneut
Der Marktforscher IDC verschärfte seine Jahresprognose für 2026 und geht inzwischen von einem Rückgang der globalen Smartphone-Auslieferungen um 16,7 Prozent aus – zuvor waren minus 13,9 Prozent erwartet worden. Gleichzeitig soll der durchschnittliche Verkaufspreis laut IDC um 27 Prozent auf 581 US-Dollar steigen, was auf die Verschiebung hin zu teureren Geräten sowie steigende Speicherchip-Kosten zurückgeführt wird.
Regionale Einbrüche fallen unterschiedlich stark aus
Besonders drastisch zeigt sich der Rückgang in Südostasien: Dort brachen die Auslieferungen laut Omdia im zweiten Quartal um 23 Prozent im Jahresvergleich auf 19,3 Millionen Einheiten ein – der niedrigste Stand seit 2014. Der Marktwert lag bei 6,6 Milliarden US-Dollar, während die durchschnittlichen Verkaufspreise um 31 Prozent auf 342 US-Dollar stiegen.
Auch Afrika verzeichnete laut Omdia einen Einbruch: Für das Gesamtjahr 2026 wird ein Rückgang um 26 Prozent erwartet, im zweiten Quartal fielen die Auslieferungen bereits um 7 Prozent – der erste Rückgang seit drei Jahren. Das Sub-100-US-Dollar-Segment brach um 34 Prozent ein.
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Innerhalb Afrikas zeigte sich ein uneinheitliches Bild: Südafrika wuchs um 17 Prozent, während Nigeria um 11 Prozent, Ägypten um 26 Prozent und Kenia um 15 Prozent zurückfielen. Die durchschnittlichen Verkaufspreise stiegen um 41 US-Dollar auf 202 US-Dollar.
Im Nahen Osten und in Afrika insgesamt sank der Markt laut Counterpoint um 10 Prozent, wobei das Sub-250-US-Dollar-Segment wegen der Speicherknappheit um 26 Prozent einbrach.
Für den Nahen Osten ohne die Türkei meldete Omdia einen Rückgang der Auslieferungen um 19 Prozent auf 10,6 Millionen Einheiten, wobei Geräte unter 200 US-Dollar um 42 Prozent zurückgingen, während das Segment über 300 US-Dollar um 16 Prozent zulegte.
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Geräte über 800 US-Dollar erreichten mit 1,9 Millionen Einheiten einen Rekordwert für ein zweites Quartal. Der durchschnittliche Verkaufspreis in der Region stieg um 25 Prozent auf 448 US-Dollar.
Gegenläufig entwickelte sich der US-Markt: Dort wuchsen die Smartphone-Auslieferungen im zweiten Quartal um 6 Prozent im Jahresvergleich. Apple hielt einen stabilen Anteil von 54 Prozent, Samsung legte um 3 Prozentpunkte auf 30 Prozent zu, Motorola kam auf 11 Prozent und Google auf 3 Prozent.
Speicherchip-Knappheit als zentraler Preistreiber
Hinter den steigenden Durchschnittspreisen steht eine globale Speicherchip-Knappheit. Die Kosten für DRAM- und NAND-Chips zogen deutlich an: Ein 16-GB-RAM-Chip verteuerte sich von 4,76 US-Dollar auf rund 60 US-Dollar bis Juni 2026. In der Folge erhöhte Samsung die Preise für Telefone und Tablets um bis zu 115 US-Dollar.
Panel-Lieferungen rückläufig, Displayhersteller im Wettbewerb
Auch bei den Display-Panels rechnet TrendForce für 2026 mit einem Rückgang der globalen Lieferungen auf rund 2,25 Milliarden Einheiten, ein Minus von 2,5 Prozent im Jahresvergleich.
Im zweiten Quartal führte BOE mit einem Anteil von 26,1 Prozent und 146 Millionen ausgelieferten Einheiten den Markt an, gefolgt von SDC mit 16,1 Prozent. TCL CSOT überschritt erstmals die Marke von 15 Prozent Marktanteil, während HKC 13 Prozent und Tianma 12,4 Prozent erreichten.
Faltbare Geräte als Wachstumshoffnung
Trotz der schwachen Gesamtentwicklung setzen Hersteller auf faltbare Smartphones als Wachstumstreiber. Apple und Huawei bringen in Kürze neue Faltgeräte auf den Markt: Apple am 9. September, Huawei mit dem Mate XT 2. IDC prognostiziert, dass Apple bis 2027 über 17 Millionen faltbare iPhones ausliefern und damit rund 40 Prozent des Faltmarkt-Anteils halten wird.
Huawei trotz Umsatzwachstum mit sinkendem Gewinn
Huawei meldete für das erste Halbjahr 2026 einen Rückgang des Nettogewinns um 36 Prozent auf 23,81 Milliarden Yuan (3,54 Milliarden US-Dollar), obwohl der Umsatz um 9,6 Prozent auf 467,82 Milliarden Yuan stieg.
Die Forschungs- und Entwicklungsausgaben legten um 25 Prozent auf 121,38 Milliarden Yuan zu, was 25,9 Prozent des Umsatzes entspricht. Als Belastungsfaktor für die Margen nannte das Unternehmen die gestiegenen Speicherchip-Kosten – ein Problem, das sich damit branchenweit durch nahezu alle Regionen und Preissegmente zieht.
