Smartphone-Ortung: 42 Prozent prüfen App-Berechtigungen nie
Veröffentlicht am: 25.10.2026 um 21:13 Uhr | Redaktion boerse-global.deZahlreiche Ratgeber-Publikationen haben umfassende Leitfäden zur Funktionsweise und zur systematischen Kontrolle mobiler Ortungsdienste auf Smartphones vorgelegt. Hintergrund der Berichte sind anhaltende Bedenken hinsichtlich des Datenschutzes sowie das Risiko unbemerkter Überwachung durch Anwendungen, Dritte oder Tracking-Geräte.
Wie Smartphones die Position bestimmen
Die Ortung von Mobilgeräten basiert technisch auf einem Zusammenspiel mehrerer Signalquellen. Laut einem Bericht von razon.com.mx stützt sich das globale Positionsbestimmungssystem auf ein Netz von 24 bis 32 Satelliten im Orbit, ergänzt durch Mobilfunkzellen mittels Trilateration über mehrere Sendemasten, nahegelegene WLAN-Router und die interne Geräteuhr. veb.it wies darauf hin, dass neben GPS auch Systeme wie Galileo und GLONASS sowie WLAN-BSSID-Datenbanken und Sensoren herangezogen werden.
Als typische Fehlerquellen gelten veraltete Router-Koordinaten, Signalstörungen sowie der sogenannte Urban-Canyon-Effekt in Straßenschluchten. Ein kleiner blauer Kreis auf digitalen Karten signalisiert vier bis fünf empfangene Satelliten und eine Genauigkeit unter drei bis fünf Metern, während reine Funkzellen- oder IP-Ortungen Abweichungen von 500 Metern bis zu mehreren Kilometern aufweisen können.
Rechtlich unterliegen Standortdaten nach Angaben von teltarif.de den Bestimmungen der Datenschutz-Grundverordnung sowie Paragraf 13 des Telekommunikation-Digitale-Dienste-Datenschutz-Gesetzes. Die Daten dürfen demnach nur im erforderlichen Umfang, zeitlich befristet, anonymisiert oder auf Basis einer Einwilligung verarbeitet werden.
Für eine Weitergabe an Dritte bedarf es einer gesonderten, ausdrücklichen Zustimmung. Eine heimliche Ortung fremder Handys allein über die Rufnummer durch Privatpersonen ist technisch nicht möglich. Gesetzliche Sonderregeln gelten bei Notrufen über 110 und 112, bei denen Anbieter den Standort an die Leitstelle übertragen müssen, sowie im Rahmen der elterlichen Sorge gemäß Bürgerlichem Gesetzbuch.
Risiken durch Apps und Warnsignale für Spionage
Unnötige Standortberechtigungen stellen eine zentrale Schwachstelle dar. Nach Erkenntnissen von havadis.at bergen insbesondere Taschenlampen-Apps mit überschüssigen Berechtigungen, Spiele, Gesundheits- und Fitness-Programme, soziale Netzwerke sowie Navigations-Apps mit hinterlegten Routen ein erhöhtes Risiko für die Datensammlung.
Laut einer in einem Bericht von ako.com genannten Erhebung aus dem Jahr 2023 haben rund 42 Prozent der Smartphone-Nutzer ihre App-Berechtigungen noch nie überprüft. In einem Praxistest sank der Akkuverbrauch nach dem Entzug überflüssiger Rechte um etwa 15 Prozent. Die Publikation rät zu einer Kontrolle mindestens alle sechs Monate sowie nach jeder Neuinstallation oder Aktualisierung.
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Mehrere Berichte, darunter von infobae.com und enigmasecurity.cl, warnen vor Anzeichen für Spyware oder Stalkerware auf dem Gerät. Zu den auffälligen Symptomen zählen ein rasanter Akkuverbrauch, sprunghaft ansteigender Datenverbrauch, spürbare Geräteerwärmung, häufige Abstürze, ungewöhnliche Geräusche bei Telefonaten oder unbekannte Anwendungen.
Wie infobae.com betont, belegen einzelne Symptome für sich genommen noch keinen Missbrauch; verdächtig seien vor allem Apps mit weitreichenden Rechten wie dem Zugriff auf Kamera, Mikrofon, Barrierefreiheit oder die Administration des Betriebssystems. Eine SMS mit der Behauptung, das Gerät sei geortet worden, sei zudem ein bekannter Betrugsversuch.
Konkrete Schutzmaßnahmen für Nutzer
Nutzer können die Freigaben direkt in den Systemeinstellungen der Geräte prüfen. whbydcc.com und vyaparpatri.com empfehlen, Berechtigungen für den Standortzugriff bei Android und iOS auf die ausschließliche Nutzung während der App-Ausführung zu beschränken oder vollständig zu entziehen.
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Für iOS verweist itsofts.org darauf, dass sich Mobilfunkbetreibern gegenüber die Standortpräzision reduzieren lässt, indem die Option für genaue Koordinaten abgeschaltet wird. Ein Pfeil-Symbol in der Statusleiste zeigt dort Hintergrundzugriffe an.
Wie chip.de darstellt, signalisieren farbige Punkte in den Leisten moderner Betriebssysteme zudem aktive Sensorzugriffe: Ein grüner Punkt warnt vor Mikrofon- oder Kameranutzung und hilft beim Identifizieren spionierender Hintergrunddienste.
rozetked.me führt weitergehende Schutzvorkehrungen an. Dazu gehören die Deaktivierung systemweiter Werbe-IDs, das Blockieren von Tracker-Anfragen über spezielle DNS-Filter wie dns.adguard-dns.com sowie die regelmäßige Anpassung interner App-Profile. Allerdings bieten VPN-Verbindungen oder der Inkognito-Modus von Browsern keinen Schutz vor direktem App-Tracking.
Bei einem handfesten Verdacht auf Überwachung raten Fachportale zur Trennung aller Netzwerkverbindungen, Scans mit Sicherheitssoftware, dem Ändern von Passwörtern über ein externes Gerät und im Zweifel zum vollständigen Zurücksetzen des Smartphones auf die Werkseinstellungen.
