Smartphone-Recycling, Nutzersperren

Smartphone-Recycling: 66.000 iPhones scheiterten an aktiven Nutzersperren

Veröffentlicht am: 09.10.2026 um 21:34 Uhr | Redaktion boerse-global.de

US PIRG und ein Refurbisher schlagen eine Geräteprüfung vor, damit nicht gestohlene Smartphones wiederaufbereitet werden können.

US PIRG fordert FCC zu Regeln gegen Smartphone-Sperren auf
Sortierte elektronische Bauteile und Platinen in einer industriellen Recyclinganlage bei natürlichem Lichteinfall. Illustration mit AI erstellt.

Softwarebasierte Sicherheitsfunktionen erschweren zunehmend die Wiederaufbereitung gebrauchter Mobiltelefone. In den USA forderte die Verbraucherschutzorganisation US PIRG gemeinsam mit dem Refurbisher John Bumstead die Telekommunikationsaufsicht Federal Communications Commission (FCC) zum Handeln auf.

Konkreter Anlass für den im Jahr 2024 eingereichten Vorstoß war eine FCC-Regelung, die Mobilfunkanbieter dazu verpflichtet, Geräte nach 60 Tagen für andere Netze freizuschalten. Nach Ansicht der Initiatoren reicht eine reine Netzentsperrung jedoch nicht aus, solange herstellereigene Sperrmechanismen eine Weiternutzung technisch verhindern.

Software-Hürden treiben Verschrottung gebrauchter Hardware

Im Fokus der Kritik stehen proprietäre Schutzfunktionen führender Smartphone-Hersteller: Apples Aktivierungssperre, Samsungs Reaktivierungssperre sowie der von Google, Motorola und LG eingesetzte Zurücksetzschutz. Ursprünglich wurden diese Mechanismen als Diebstahlschutz konzipiert, um gestohlene Geräte für Dritte unbrauchbar zu machen.

In der Praxis führen sie nach Angaben von Branchenvertretern jedoch dazu, dass hunderttausende legal gespendete oder abgegebene Geräte auf dem Schrottplatz landen, weil die Vorbesitzer die Sperre vor der Weitergabe nicht deaktiviert haben.

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Wie gravierend das Ausmaß für Verwerter ist, verdeutlichen historische Erhebungen aus den USA. Die im Bundesstaat Colorado ansässige Organisation Wireless Alliance, die über 30.000 Sammel- und Spendenprogramme betreute, zählte zwischen 2015 und 2019 mehr als 66.000 funktionstüchtige iPhones, die aufgrund aktiver Nutzersperren nicht aufbereitet werden konnten und stattdessen zerstört werden mussten.

Dass der Umgang mit Altgeräten in der Branche wiederholt zu rechtlichen Auseinandersetzungen führt, zeigte sich bereits 2020. In einem Gerichtsverfahren wurde dem Recyclingunternehmen GEEP damals vorgeworfen, fast 100.000 Apple-Produkte repariert oder weiterverkauft zu haben, anstatt sie wie vertraglich vorgesehen zu vernichten.

Forderung nach Verifizierungsprozess für Wiederaufbereiter

US PIRG und John Bumstead plädierten bei der US-Regulierungsbehörde dafür, verbindliche Rahmenbedingungen zu schaffen, um die softwareseitige Blockade gebrauchter Hardware aufzulösen. Konkret schlugen sie der FCC die Einrichtung eines Prüfsystems vor. Über ein solches Verfahren sollten Hersteller und professionelle Refurbisher gemeinsam in die Lage versetzt werden, den Status abgegebener und gespendeter Geräte abzugleichen.

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Lässt sich bei einer Prüfung nachweisen, dass ein Smartphone nicht als gestohlen gemeldet wurde, sollte die Freischaltung des Geräts legitimiert werden. Auf diese Weise ließe sich nach Ansicht der Initiatoren sicherstellen, dass Sicherheitsinteressen gewahrt bleiben, ohne die zirkuläre Nutzung von Konsumelektronik durch unnötige Verschrottung zu untergraben.

Solange jedoch keine Schnittstellen für zertifizierte Wiederaufbereiter existieren, bleiben Aktivierungssperren eine der größten Hürden für die zirkuläre Nutzung mobiler Endgeräte.

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