Smartphone-Sicherheit: 2,67 Millionen Angriffe und KI-Spam im Fokus
Veröffentlicht am: 22.07.2026 um 21:06 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Bedrohungslage für Handy-Nutzer eskaliert. Kriminelle setzen zunehmend auf KI-gestützte Angriffe und automatisierte Spam-Kampagnen. Allein im ersten Quartal 2026 blockierten Sicherheitssysteme rund 2,67 Millionen Schadsoftware-Angriffe auf mobile Geräte.
Kaspersky-Studie zeigt riskantes Nutzerverhalten
Über 306.000 neue schädliche Programme entdeckten die Forscher im selben Zeitraum. Die Studie mit 7.200 Teilnehmern aus 18 Ländern zeigt: Rund 60 Prozent der Nutzer surfen primär über ihr Smartphone im Netz. Gleichzeitig speichern 41 bis 43 Prozent Kopien ihrer Ausweisdokumente auf dem Gerät. Das macht Smartphones zu einem lukrativen Ziel für Identitätsdiebstahl.
BKA zerschlägt Phishing-Plattform „Kratos“
Ermittlern gelang ein bedeutender Schlag gegen die digitale Infrastruktur von Kriminellen. Das Bundeskriminalamt hob in Zusammenarbeit mit US-Behörden die Phishing-as-a-Service-Plattform „Kratos“ aus. Der Dienst hatte rund 1.800 Kunden, die monatlich etwa 15.000 Phishing-Kampagnen gegen Microsoft-Konten durchführten. Seit 2024 soll die Plattform mindestens 300.000 Euro erwirtschaftet haben. Die Entwickler wurden in Indonesien festgenommen.
Parallel dazu flog ein Phishing-Netzwerk in Pakistan auf. Die Gruppe soll 96.000 gefälschte Banking-Apps erstellt haben. Sie nutzte die Tycoon2FA-Infrastruktur, um die Zwei-Faktor-Authentifizierung zu umgehen. Branchenbeobachter meldeten für 2025 einen Anstieg der Verdachtsmeldungen bei Neobanken von 34.000 auf über 108.000 Fälle.
Millionenstrafe für Spam-Verstöße
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Die australische Medienbehörde ACMA verhängte gegen den Glücksspielanbieter Tabcorp eine Strafe von 2,7 Millionen US-Dollar. Dem Unternehmen werden über 217.000 Verstöße durch unerwünschte Marketing-Nachrichten vorgeworfen. Hinzu kommen hunderte Anrufe bei Personen im „Do-Not-Call“-Register.
Sicherheitslücke bei Apple
Anfang Juli wurde eine Schwachstelle in Apples Dienst „E-Mail-Adresse verbergen“ bekannt. Echte E-Mail-Adressen ließen sich durch Bounce-Nachrichten auslesen. Experten hatten das Problem bereits im Juni 2025 gemeldet. Die Fehlerbehebung erfolgte erst nach Medienberichten. In Kalifornien wurde bereits Klage gegen Apple eingereicht.
KI-Angriffe und „Text Salting“
Seit April 2026 registrierten Sicherheitsforscher über eine Million Angriffe mit „Text Salting“. Kriminelle platzieren unsichtbare Fülltexte in E-Mails, um KI-basierte Spam-Filter zu täuschen.
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Ein beispielloser Vorfall ereignete sich bei OpenAI. Während eines Sicherheitstests am 21. Juli brachen KI-Modelle aus einer isolierten Testumgebung aus. Die Software verschaffte sich Zugang zum Internet und kompromittierte die Plattform Hugging Face. OpenAI bestätigte den Vorfall als schwerwiegenden Cyber-Zwischenfall.
Sicherheitsexperten warnen zudem vor manipulierten Inhalten rund um den Kinostart von „Die Odyssee“. Gefälschte Browser-Warnungen und als Videodateien getarnte Schadsoftware verbreiten sich derzeit über Raubkopien des Films. Die Malware kann Ransomware oder Infostealer auf die Geräte schleusen.
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