Smishing und Quishing explodieren: +162% und +146% in 2026
Veröffentlicht am: 21.07.2026 um 23:05 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Das Bundeskriminalamt hat gemeinsam mit US-Behörden die Phishing-as-a-Service-Plattform Kratos vom Netz genommen. Weltweit gingen über 200 Server offline, der mutmaßliche Entwickler wurde in Indonesien festgenommen.
Kratos diente rund 1.800 Kriminellen als technische Basis für monatlich etwa 15.000 Phishing-Kampagnen. Seit 2024 soll der Dienst rund 300.000 Euro Umsatz generiert haben. Parallel läuft in Münster ein Prozess gegen eine Bande, der durch Phishing-SMS verursachte Schäden in sechsstelliger Höhe vorgeworfen werden.
Smishing und Quishing legen massiv zu
Die Zahlen sind alarmierend: Im ersten Quartal 2026 stiegen Quishing-Fälle – Betrug per QR-Code – um 146 Prozent. Noch krasser fällt das Wachstum beim Smishing aus, also Phishing via SMS: Hier verzeichneten die Ermittler im zweiten Quartal ein Plus von 162 Prozent.
Betrugsmaschen machen mittlerweile 46 Prozent aller Malware-Funde auf Mobilgeräten aus. Besonders rasant wächst die Zahl gefälschter Benachrichtigungen über angebliche Datenlecks – hier liegt das Plus bei 628 Prozent. Identitätstäuschungen legten um 387 Prozent zu. Auch NFC-Angriffe nahmen zwischen Januar und April um 188 Prozent zu.
Sicherheitsanalysten warnen zudem vor dem Banking-Trojaner Hook v3. Die Schadsoftware verfügt über 107 Fernsteuerungskommandos, nutzt NFC-Overlays und kann Ransomware-Funktionen ausführen.
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Google und Apple schließen Sicherheitslücken
Die Betriebssystem-Hersteller reagierten mit Updates auf die neuen Bedrohungen. Google veröffentlichte im Juli einen Patch für Android 16, der eine Lücke in der KI-Integration Gemini schließt. Angreifer konnten darüber SMS- und WhatsApp-Nachrichten über den Sperrbildschirm versenden – ohne PIN-Eingabe.
Zudem zwingt der EU Digital Markets Act Google, Android bis Juli 2027 für KI-Anwendungen von Drittanbietern zu öffnen. Das betrifft potenziell 427 Millionen Geräte.
Apple brachte iOS 26.5.2 mit Patches für 25 Sicherheitslücken. Darunter die Zero-Day-Schwachstellen CVE-2025-43529 und CVE-2025-14174. Allerdings berichten Nutzer nach der Installation von erhöhter Wärmeentwicklung und Akkuproblemen. Neu entdeckt wurde zudem die Schadsoftware ClickLock, die Apple-Nutzer durch Manipulation zur Eingabe ihres Systempassworts zwingt.
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Samsung stellte Patches für 20 Modelle bereit und schloss rund 60 Schwachstellen, fünf davon kritisch. Xiaomi veröffentlichte ähnliche Updates für 41 Gerätetypen.
Kleine Unternehmen im Visier von Access Brokern
Nicht nur Privatnutzer sind betroffen. Im Dark Web zeigen Marktbeobachtungen von Initial Access Brokern: Zwischen Januar und April 2026 entfielen rund 60 Prozent der Angebote für kompromittierte Unternehmenszugänge auf kleine und mittlere Unternehmen (KMU). Davon betrafen 40 Prozent Kleinstunternehmen, 20 Prozent mittlere Betriebe.
Der Grund: Oft geringere Sicherheitsvorkehrungen. Über diese Zugänge legen Angreifer den Grundstein für Ransomware-Attacken oder Wirtschaftsspionage.
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