SMS-Spoofing in Friedrichshafen: Betrüger erbeuten mehr als 110.000 Euro
Veröffentlicht am: 24.10.2026 um 17:24 Uhr | Redaktion boerse-global.deZahlreiche Polizeidienststellen und das Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen schlagen Alarm: Kriminelle nutzen derzeit verstärkt gefälschte Anrufe, Kurznachrichten und E-Mails, um Bürger um ihr Erspartes zu bringen oder sensible Zugangsdaten abzugreifen. Dabei geben sich die Täter gezielt als offizielle Institutionen, Kreditinstitute, Ärzte oder Ermittler aus.
Wie aus Berichten hervorgeht, registriert das Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen eine anhaltende Welle betrügerischer E-Mails, bei denen das Logo und der Name des Bundeszentralamtes für Steuern missbraucht werden. Eine Sonderauswertung des LKA NRW erfasste für den Zeitraum von 2025 bis Ende September 2026 mehr als 570 vollendete und versuchte Taten, die Anzeigen in nahezu allen Kreispolizeibehörden des Bundeslandes nach sich zogen.
Maschen reichen von angeblichen Steuerschulden bis zum Schockanruf
Die gefälschten Steuerschreiben behaupten häufig offene Forderungen, ausstehende Offenlegungspflichten oder drohende behördliche Maßnahmen. Sie enthalten oft PDF-Anhänge und fordern Beträge, die meist im dreistelligen Euro-Bereich liegen.
Ein typischer Betreff lautet etwa auf Zahlungserinnerungen im Ordnungsgeldverfahren wegen unterlassener Offenlegung von Umsatzzahlen für das Geschäftsjahr 2023. Seit Ende August 2026 kursiert zudem eine Variante mit einem vorgeblichen Pfändungsbeschluss.
Andere Mails zielen auf die Steuer-ID sowie Bankdaten ab, vorgeblich zur Abwicklung einer Steuererstattung oder zur Prüfung von Kryptosteuern. Bei einer weiteren Version, die einen angeblichen Lottogewinn von 765.000 Euro in Aussicht stellt, fordern die Täter Gebühren im vierstelligen Bereich.
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Parallel dazu verzeichnen Polizeibehörden in mehreren Bundesländern zahlreiche Schockanrufe. Die Bayerische Krankenhausgesellschaft und das Bayerische Landeskriminalamt warnten gemeinsam vor Betrügern, die sich am Telefon als Klinikpersonal ausgeben. Sie spiegeln Opfern vor, Angehörige lägen im Krankenhaus, und fordern hohe Summen für medizinische Behandlungen. Laut den Stellen begünstige auch der Einsatz künstlicher Intelligenz die Glaubwürdigkeit solcher Anrufe, die Menschen jeden Alters treffen könnten.
Auch im Bereich der Bankdienstleistungen schlagen Täter mit technischer Manipulation zu. In Friedrichshafen erbeuteten Unbekannte über 110.000 Euro von einem Betroffenen, indem sie eine gefälschte Kurznachricht versendeten, die sich per SMS-Spoofing nahtlos in einen bestehenden Chatverlauf eines Finanzdienstleisters einfügte. Der Geschädigte wurde aufgefordert, sein Geld in Sicherheit zu bringen, und tätigte vier Überweisungen auf verschiedene niederländische Konten.
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Ermittler raten zu strikter Wachsamkeit
Das Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen rät dringend dazu, Zahlungsaufforderungen niemals ungeprüft nachzukommen, keine Anhänge oder Links in verdächtigen Schreiben zu öffnen und keine sensiblen Daten zu übermitteln.
Die Echtheit von Kontaktaufnahmen solle ausschließlich über offiziell bekannte Kontaktdaten geprüft werden. Sollte bereits Geld überwiesen worden sein, gelte es, umgehend die eigene Bank zu kontaktieren und Anzeige bei der Polizei zu erstatten.
Zudem betonen die Polizeibehörden, dass weder Banken noch Behörden oder medizinisches Personal jemals dazu auffordern, Überweisungen per Telefon zu veranlassen, Zugangsdaten preiszugeben oder Bargeld und Bankkarten an der Haustür an Fremde zu übergeben.
