Snowflake-Attacke, Hacker

Snowflake-Attacke: Hacker gesteht 100-Millionen-Datensatz-Diebstahl

Veröffentlicht am: 06.08.2026 um 15:54 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Kanadier bekennt sich schuldig: Daten von über 100 Millionen Menschen aus Snowflake-Clouds gestohlen. Ihm drohen bis zu 32 Jahre Haft.

Snowflake-Hack: 26-Jähriger gesteht Datendiebstahl bei 165 Firmen
Leuchtende Glasfaserkabel und Serverracks in einem dunklen High-Tech-Rechenzentrum, das einen digitalen Sicherheitsverstoß darstellt. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Ein 26-jähriger Kanadier hat sich vor einem US-Gericht schuldig bekannt, hinter einer der größten Datendiebstahl-Serien der vergangenen Jahre zu stecken. Die Attacke auf die Cloud-Plattform Snowflake traf mehr als 165 Unternehmen – und legte die Daten von über 100 Millionen Menschen offen.

Millionen Datensätze aus Firmen-Datenbanken gestohlen

Connor Moucka aus Kitchener in der kanadischen Provinz Ontario räumte am 5. August seine Beteiligung an der Verschwörung ein. Die Anklage umfasst Computerbetrug, Überweisungsbetrug, schweren Identitätsdiebstahl und Verschwörung. Moucka, der auch unter dem Namen Alexander Moucka auftrat, soll milliardenfach Datensätze aus den Datenbanken großer Konzerne erbeutet haben.

Die Angreifer nutzten kompromittierte Zugangsdaten, um in die Snowflake-Konten der Firmenkunden einzudringen. Zu den prominenten Opfern zählen der Telekommunikationsriese AT&T, der Ticketvermarkter Ticketmaster, der Autoteile-Händler Advance Auto Parts sowie die Großbank Santander. Insgesamt seien mindestens 165 Organisationen betroffen gewesen, wie die Ermittlungen ergaben.

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Erpressung mit gestohlenen Daten

Nach dem Datendiebstahl schalteten Moucka und seine Mittäter auf Erpressung um. Sie forderten von den betroffenen Firmen Geld, um die Veröffentlichung der gestohlenen Daten zu verhindern. Rund 36 Bitcoin – damals etwa 2,5 Millionen Dollar wert – flossen auf die Konten der Gruppe.

Moucka selbst behielt davon rund 495.000 Dollar. Der Gesamtschaden für die betroffenen Unternehmen wird auf mehr als 9,5 Millionen Dollar geschätzt, einschließlich der Kosten für die Schadensbehebung. Die Erpresser hatten teilweise bis zu sechs Millionen Dollar von einzelnen Opfern verlangt.

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Bis zu 32 Jahre Haft drohen

Dem 26-Jährigen steht nun ein langer Gefängnisaufenthalt bevor. Die Staatsanwaltschaft fordert eine Haftstrafe von bis zu 32 Jahren. Der Termin für die Urteilsverkündung ist für den 27. Oktober 2026 angesetzt.

Der Fall wirft ein Schlaglicht auf die anhaltenden Sicherheitslücken bei Cloud-Konfigurationen. Für Unternehmen in Deutschland und Europa ist er eine Mahnung: Die zunehmende Auslagerung sensibler Daten in die Cloud erfordert konsequente Sicherheitsvorkehrungen – von der Absicherung der Zugangsdaten bis zur Überwachung verdächtiger Aktivitäten.

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