Snowflake-Hacker, Millionen

Snowflake-Hacker gesteht: 165 Unternehmen, 100 Millionen Opfer

Veröffentlicht am: 06.08.2026 um 22:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Hacker legt Geständnis zu massiven Cloud-Datendiebstählen ab. 165 Firmen betroffen, über 100 Millionen Datensätze kompromittiert. Snowflake verschärft Sicherheitsmaßnahmen.

Snowflake-Hacker gesteht Cyberangriffe auf 165 Firmen
Digitale Vorhängeschloss-Projektion in einem modernen Serverraum als Symbol für Cloud-Sicherheit. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Im Zusammenhang mit einer der umfangreichsten Serien von Cyberangriffen der letzten Jahre hat der 26-jährige Connor Riley Moucka am 5. August 2026 ein umfassendes Schuldbekenntnis abgelegt. Der Hacker räumte die Verantwortung für Einbrüche in die Systeme von insgesamt 165 Unternehmen ein, die Kunde der Cloud-Plattform Snowflake sind. Das Plädoyer umfasst schwerwiegende Anklagepunkte, darunter Computerbetrug, Drahtbetrug, erschwerter Identitätsdiebstahl sowie Verschwörung.

Ausmaß des Datendiebstahls und betroffene Konzerne

Die Ermittlungen ergaben, dass Moucka durch seine Aktivitäten die Daten von mehr als 100 Millionen Menschen offenlegte. Zu den prominentesten Opfern der Angriffswelle zählen namhafte Großunternehmen aus verschiedenen Branchen. So wurden etwa Anruf- und Textdatensätze von rund 100 Millionen Kunden des Telekommunikationsanbieters AT&T entwendet. Beim Ticketvermittler Ticketmaster waren laut vorliegenden Erkenntnissen sogar 560 Millionen Nutzer betroffen.

Weitere betroffene Organisationen sind unter anderem die Bank Santander, der Automobilzulieferer Advance Auto Parts, die Kaufhauskette Neiman Marcus sowie die Unternehmen Pure Storage und Lending Tree. In den meisten Fällen nutzte der Angreifer die gestohlenen Daten, um die betroffenen Firmen zu erpressen. Die Gesamtsumme der Lösegeldforderungen soll sich auf über 2,5 Millionen US-Dollar belaufen haben. Tatsächlich erhalten habe Moucka einen Betrag von 495.000 US-Dollar, der in der Kryptowährung Bitcoin gezahlt wurde. Der durch die Vorfälle entstandene Gesamtschaden wird auf über 9,5 Millionen US-Dollar beziffert.

Sicherheitslücken und verwendete Methoden

Die Analyse der Vorfälle, die sich insbesondere im Zeitraum zwischen Februar und Oktober 2024 konzentrierten, zeigt ein systematisches Vorgehen des Täters. Entgegen anfänglicher Vermutungen handelte es sich nicht um eine technologische Schwachstelle innerhalb der Snowflake-Plattform selbst. Stattdessen nutzte Moucka gestohlene Zugangsdaten, die mithilfe sogenannter Infostealer-Malware gewonnen wurden. Diese Schadsoftware war bereits seit dem Jahr 2020 aktiv und sammelte Login-Informationen auf infizierten Endgeräten.

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Ein entscheidender Faktor für den Erfolg der Angriffe war das Fehlen einer Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) bei den betroffenen Unternehmenskonten. Dies ermöglichte es dem Angreifer, sich mit den entwendeten Passwörtern direkten Zugang zu den sensiblen Cloud-Umgebungen zu verschaffen. Dabei kamen spezialisierte digitale Werkzeuge zum Einsatz, die unter Bezeichnungen wie „rapeflake“ oder „FROSTBITE“ bekannt sind.

Konsequenzen für die Cloud-Sicherheit

Der Fall hat weitreichende Diskussionen über die Sicherheitsstandards in der Cloud-Branche ausgelöst. Als direkte Reaktion auf die Vorfälle hat Snowflake angekündigt, die Nutzung der Multi-Faktor-Authentifizierung für seine Kunden bis Oktober 2026 verbindlich durchzusetzen, um ähnliche Angriffe durch gestohlene Anmeldedaten künftig zu verhindern.

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Für Connor Riley Moucka hat das Schuldbekenntnis erhebliche juristische Folgen. Während das Gesetz für bestimmte Tatbestände eine Mindeststrafe von zwei Jahren vorsieht, könnte die Gesamtstrafe aufgrund der Schwere und des Umfangs der Delikte deutlich höher ausfallen. Experten zufolge drohen dem 26-Jährigen bis zu 32 Jahre Haft. Die endgültige Strafverkündung durch das zuständige Gericht ist für den 27. Oktober angesetzt. Die Ermittlungsbehörden werten das Geständnis als wichtigen Erfolg im Kampf gegen grenzüberschreitende Internetkriminalität und die Erpressung global agierender Unternehmen.

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de | wissenschaft | 69924004 |