Soft, Rock

Soft Rock und Reggae: Zwei Genres senkten den Stresspegel messbar stÀrker

Veröffentlicht am: 28.09.2026 um 15:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Eine FĂŒnf-Tage-Studie fand bei Soft Rock und Reggae stĂ€rkere Stresssenkung als bei anderen untersuchten Genres.

Musik gegen Stress: Soft Rock und Reggae zeigen messbare Wirkung
Ein gemĂŒtlich beleuchtetes Wohnzimmer bei DĂ€mmerung mit einem Sessel vor einem Fenster, das einen ruhigen Ausblick bietet. Illustration mit AI erstellt.

Musik dient im Alltag vieler Menschen als wirksames Ventil, um emotionale Spannungen abzubauen und gedanklichen Abstand zu gewinnen. Dass dabei nicht ausschließlich klassische oder meditative KlĂ€nge fĂŒr Entlastung sorgen, verdeutlichen aktuelle popkulturelle Betrachtungen.

Laut einem Bericht des Magazins Rolling Stone vom 28. September 2026 beschreibt die Kolumnistin Birgit Fuß insbesondere Mainstream-Rock als ein beruhigendes Genre. Titel bekannter Rockformationen seien demnach in der Lage, belastende Gedanken zu verdrĂ€ngen und Hörerinnen und Hörern eine emotionale StĂŒtze zu bieten.

Mainstream-Rock als klanglicher Zufluchtsort

In ihrer Auseinandersetzung mit den beruhigenden Eigenschaften populĂ€rer Rockmusik verweist Fuß unter anderem auf das Werk der Band Matchbox 20. StĂŒcke wie „3 am“ griffen die Thematik nĂ€chtlicher Einsamkeit auf, wĂ€hrend ein Song wie „Real World“ das BedĂŒrfnis formuliere, dem alltĂ€glichen Druck zu entfliehen.

Neben der musikalischen Strukturierung spielen auch die thematisierten Inhalte eine tragende Rolle: Ähnlich gelagerte Motive finden sich laut der Kolumnistin auch im Werk der Gruppe Head East. Titel wie „If You Knew Me Better“ und „Lonelier Now“ handelten von enttĂ€uschten Erwartungen und zwischenmenschlicher Distanz.

Dabei hebt die Autorin eine zentrale psychologische Differenzierung hervor. Es sei wesentlich, zwischen einem potenziell erfĂŒllenden Alleinsein und der eigentlichen Einsamkeit zu unterscheiden.

WĂ€hrend Ersteres als produktiver oder regenerativer Zustand erlebt werden könne, beschreibe Einsamkeit einen schmerzhaften Mangel an Verbindung zu anderen Menschen. Songs, die diesen Zustand artikulieren, können Betroffenen das GefĂŒhl vermitteln, mit ihren Empfindungen nicht isoliert zu sein.

Beruhigende Effekte verschiedener Musikstile

Die festgestellte entlastende Wirkung von RockklÀngen spiegelt sich auch in empirischen Untersuchungen zur physiologischen Stressreduktion wider. Wissenschaftliche Tests beleuchteten wiederholt die Resonanz auf unterschiedliche Genres.

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So beobachtete eine im Jahr 2015 durchgefĂŒhrte Untersuchung der schottischen Tierschutzorganisation Scottish SPCA und der UniversitĂ€t Glasgow zwar anfĂ€ngliche Entspannungseffekte bei klassischer Musik, die jedoch im Verlauf von zwei Wochen durch Gewöhnung nachließen.

Eine Folgestudie aus dem Jahr 2017 ĂŒberprĂŒfte daraufhin ĂŒber fĂŒnf Tage hinweg Genres wie Soft Rock, Motown, Pop, Reggae und Klassik. Anhand von Parametern wie Cortisolwerten, Herzfrequenz und individuellem Verhalten zeigte sich, dass insbesondere Soft Rock und Reggae den Stresspegel messbar stĂ€rker senkten als andere Musikstile.

Dass Musik die mentale Verfassung stabilisieren kann, schildern auch ausĂŒbende KĂŒnstlerinnen und KĂŒnstler aus eigener Erfahrung. Der Musiker Stress verarbeitete nach eigenen Angaben persönliche Traumata sowie Depressionen in seinem Album „How To Heal“ und einem Begleitbuch. Musik habe ihm in Krisenzeiten mehrfach das Leben gerettet.

Therapeutische Relevanz und strukturelle Forderungen

Über die individuelle AlltagsbewĂ€ltigung hinaus besitzt die beruhigende Wirkung von KlĂ€ngen eine wachsende Bedeutung in der Pflege und Begleitung von Erkrankten. Die Bundesinitiative Musik & Demenz betonte anlĂ€sslich des Welt-Alzheimertags, dass gezielte Musikangebote Unruhe und Orientierungslosigkeit bei Demenzerkrankungen mildern und soziale Begegnungen erleichtern können.

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Um derartige Potenziale systematisch zu nutzen, fordert die Initiative flÀchendeckende Angebote, eine nachhaltige Finanzierung durch Bund, LÀnder und Kassen sowie die Ausbildung zusÀtzlicher Musiktherapeutinnen und Musikgeragogen.

Zur weiteren fachlichen Debatte wurden ein Online-Symposium fĂŒr den 30. September 2026 sowie ein Vernetzungsforum im Deutschen Musikarchiv in Leipzig fĂŒr den 20. November 2026 terminiert. Sowohl in der therapeutischen Praxis als auch im privaten Konsum von Rock- und Popmusik zeigt sich somit das anhaltende Potenzial von KlĂ€ngen, mentale Belastungen aufzufangen.

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