SoftBank baut KI-Datenzentren in Frankreich: 75 Milliarden Euro investiert
31.05.2026 - 07:18:21 | boerse-global.de
Das Projekt umfasst fünf Gigawatt Rechenleistung und könnte bis zu 75 Milliarden Euro kosten. Die Ankündigung fiel am Rande des diesjährigen „Choose France“-Gipfels und ist ein klares Signal: Europa soll beim milliardenschweren Wettlauf um Künstliche Intelligenz nicht abgehängt werden.
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Milliarden für Rechenleistung in Nordfrankreich
Der Bau ist in mehreren Phasen geplant. In einer ersten Tranche investiert SoftBank 45 Milliarden Euro, um bis 2031 insgesamt 3,1 Gigawatt Kapazität in der Region Hauts-de-France zu schaffen. Drei Standorte stehen im Fokus: Dünkirchen (genauer: Loon-Plage), Bosquel und Bouchain. Die ersten Anlagen sollen bereits 2028 ans Netz gehen.
Die Standortwahl ist kein Zufall. Bereits im April traf sich Frankreichs Präsident Emmanuel Macron mit SoftBank-Gründer Masayoshi Son in Tokio. Entscheidend für die Investition war offenbar Frankreichs Rolle als Netto-Stromexporteur. KI-Datenzentren verschlingen enorme Energiemengen – und Frankreich liefert sie zuverlässig.
Partnerschaften mit EDF und Schneider Electric
SoftBank setzt bei der Umsetzung auf starke Partner. In Bosquel entsteht ein 1-GW-Campus in einem Joint Venture mit dem Unternehmen Sesterce. Dort sollen 400 hochqualifizierte Arbeitsplätze entstehen. Ein mit zehn Millionen Euro dotierter Fonds soll zudem die lokale Nutzung von KI fördern.
In Dünkirchen kooperiert SoftBank mit Schneider Electric, um einen Fertigungscluster für die Datenzentrum-Infrastruktur aufzubauen. Und in Bouchain stellt der Energiekonzern EDF das Gelände eines stillgelegten Kraftwerks zur Verfügung. Die Standorte liegen strategisch günstig: Paris, Brüssel, Amsterdam, London und Frankfurt sind nur einen Katzensprung entfernt.
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Frankreichs Aufstieg zur KI-Drehscheibe
Die französische Regierung feiert den Deal als Erfolg ihrer KI-Strategie. Wirtschaftsminister Roland Lescure sprach von einer Stärkung Frankreichs als führendem europäischem Standort für digitale Infrastruktur.
Für SoftBank selbst ist der Schritt Teil einer globalen Expansion. Der Konzern hält rund elf Prozent an OpenAI und hat seine Finanzlage zuletzt massiv verbessert: Die Jahresgewinne haben sich auf über 32 Milliarden Dollar vervierfacht. Mit dem Bau in Frankreich will SoftBank eine souveräne KI-Infrastruktur innerhalb der EU aufbauen – und die Abhängigkeit von nordamerikanischen Rechenzentren verringern.
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