SoftBank, Roboterfirma

SoftBank gründet Roboterfirma Roze AI für Rechenzentren

01.05.2026 - 00:21:22 | boerse-global.de

SoftBank plant milliardenschweren Börsengang von Roze AI. Die Robotik-Tochter soll den Bau von KI-Rechenzentren in den USA automatisieren.

SoftBank gründet Roboterfirma Roze AI für Rechenzentren - Foto: über boerse-global.de
SoftBank gründet Roboterfirma Roze AI für Rechenzentren - Foto: über boerse-global.de

Der japanische Mischkonzern SoftBank hat mit Roze AI ein neues Tochterunternehmen ins Leben gerufen, das den Bau von Rechenzentren in den USA automatisieren soll. Das Ziel: den Bau der für den KI-Boom nötigen Infrastruktur drastisch zu beschleunigen.

Bereits für die zweite Jahreshälfte 2026 plant SoftBank den Börsengang des neuen Ventures – und peilt dabei eine Bewertung von umgerechnet rund 92 Milliarden Euro an. Eine gewaltige Summe, die zeigt, wie sehr der Konzern auf die Verschmelzung von Künstlicher Intelligenz und physischer Robotik setzt.

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Robotik als Antwort auf den Arbeitskräftemangel

Die Gründung von Roze AI ist eine strategische Antwort auf die wachsende Komplexität und den enormen Arbeitsaufwand beim Bau moderner Rechenzentren. Statt hunderte Arbeiter wochenlang auf Baustellen zu schicken, sollen Roboter die Montage und Installation übernehmen. Das Ziel: Hochleistungsrechner schneller ans Netz bringen.

Doch nicht alle internen Stimmen bei SoftBank sind begeistert. Insider berichten von Skepsis gegenüber der ambitionierten Bewertung von 92 Milliarden Euro und dem schnellen Zeitplan für den Börsengang. Kann Roze AI die Erwartungen wirklich erfüllen?

Der Vorstoß kommt nicht zufällig. Auch andere Tech-Giganten treiben die Automatisierung voran. Tesla etwa gab am 30. April ein Update zu seiner unbemannten Robotaxi-Flotte: 25 Fahrzeuge sind in Austin, Dallas und Houston unterwegs. Die Betriebszeit liegt allerdings bei unter 30 Prozent – noch ein weiter Weg zur Serienreife.

Figure AI steigert Produktion massiv

Die Robotik-Branche zeigt insgesamt eine rasche Reifung. Das kalifornische Startup Figure AI gab am 30. April bekannt, dass es die Produktion seines humanoiden Roboters Figure 03 auf ein Exemplar pro Stunde hochgefahren hat. Das entspricht einer 24-fachen Steigerung innerhalb von 120 Tagen.

Figure AI hat bereits über 350 Einheiten ausgeliefert und rund 9.000 Aktuatoren produziert. Das Jahresziel liegt bei 12.000 Robotern. Zum Vergleich: Das wäre in etwa die Größenordnung, die ein mittelständischer deutscher Automobilzulieferer für seine Fertigungsstraßen benötigt.

Auch die Preise für hochentwickelte Roboter sinken. Unitree brachte im Frühjahr seinen R1-Roboter mit zwei Armen auf den Markt – der Einstiegspreis liegt bei umgerechnet rund 3.600 Euro. Unitree, dessen Jahresumsatz 2025 um über 335 Prozent wuchs, plant eigenen Angaben zufolge einen Börsengang in Shanghai mit einem Zielvolumen von bis zu 4,2 Milliarden Yuan (etwa 540 Millionen Euro).

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Teradyne Robotics mit starkem Quartal

Die Finanzzahlen der Branche untermauern den Trend. Teradyne Robotics, die Muttergesellschaft von Universal Robots und Mobile Industrial Robots (MiR), meldete für das erste Quartal 2026 einen Umsatz von umgerechnet rund 84 Millionen Euro. Das ist ein Plus von 32 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum – das vierte Wachstumsquartal in Folge.

Für deutsche Unternehmen wie die Telekom oder SAP, die ebenfalls auf Automatisierung setzen, sind das ermutigende Signale. Der Markt für Industrierobotik wächst rasant.

Spezialisierte Roboter für Bau und Service

Die Innovationen beschränken sich nicht auf Rechenzentren. Das Londoner Startup All3 sicherte sich am 29. April umgerechnet rund 23 Millionen Euro Startkapital, um das Bauen mit vierbeinigen Robotern zu automatisieren. Ihr Modell „Mantis" kann 100 Kilogramm tragen. Noch 2026 will das Unternehmen sein erstes Bauprojekt in Deutschland starten. Die modularen Roboterfabriken sollen die Kosten um 30 Prozent und die Bauzeit um 50 Prozent senken.

ABB Robotics stellte am 29. April seine neue PoWa-Cobot-Familie vor. Sie soll die Lücke zwischen langsamen kollaborativen und schnellen Industrierobotern schließen. Die Einheiten eignen sich für Bestückung, Palettieren und Schweißen und tragen bis zu 30 Kilogramm. Epson Robots erweiterte am selben Tag seine SCARA-Serie um das Modell LS50C mit 50 Kilogramm Nutzlast und einer Reichweite von einem Meter.

Im Servicebereich sorgt Elite Robots mit dem „RoboBarista" für Aufsehen. Der Doppelarm-Roboter, vorgestellt am 30. April auf der NAMA Show, brüht 60 Tassen Kaffee pro Stunde und meistert sogar komplexe Latte-Art. Für die Logistik präsentierte BemiGo am 28. April eine Komplettlösung mit dem Lieferfahrzeug T6, das eine Tonne Nutzlast und eine Reichweite von 200 Kilometern bietet.

Globale Investitionen in KI und Robotik

Der aggressive Expansionskurs von SoftBank ist eingebettet in einen globalen Trend. Die Vereinigten Arabischen Emirate haben ein Projekt gestartet, um Robotik in Fertigung, Logistik und Infrastruktur zu integrieren. Ziel ist es, innerhalb von zwei Jahren 50 Prozent der Regierungsdienstleistungen auf KI umzustellen. Im März 2026 meldeten die VAE einen Anstieg der Beschäftigung in entsprechenden Sektoren um 12,4 Prozent.

Auch China investiert massiv. Am 30. April wurde bekannt, dass das Land im Rahmen einer Milliardeninitiative 8.500 Roboter zur Automatisierung seines Stromnetzes einsetzen wird. Zum Einsatz kommen Roboterhunde, Rad-Einheiten und humanoide Modelle von Herstellern wie Unitree und UBTech.

KI übertrifft Ärzte bei Diagnosen

Die medizinische Forschung zeigt ebenfalls Fortschritte. Eine am 30. April im Fachjournal Science veröffentlichte Studie der Harvard-Universität ergab, dass OpenAIs Reasoning-Modelle bei der Diagnose von Patienten mit unstrukturierten Echtzeitdaten besser abschnitten als Notärzte. In einer weiteren Validierungsstudie vom 29. April wies das KI-Modell der Mayo Clinic nach, dass es Bauchspeicheldrüsenkrebs in Routine-CT-Scans bis zu drei Jahre vor der klinischen Diagnose erkennen kann.

Regulierung wird strenger

Während SoftBank den Börsengang von Roze AI für Ende 2026 vorbereitet, wird das regulatorische Umfeld für autonome Systeme zunehmend klarer. Am 28. April verabschiedete das kalifornische Kraftfahrzeugamt (DMV) neue Vorschriften, die Tests und den Einsatz von schweren autonomen Fahrzeugen über 4,5 Tonnen erlauben. Die Regeln, die am 1. Juli 2026 in Kraft treten, führen auch strengere Durchsetzungsmechanismen ein: Die Polizei kann künftig Bußgelder gegen Unternehmen autonomer Fahrzeuge verhängen.

Ob SoftBanks 92-Milliarden-Euro-Ambition aufgeht, hängt letztlich davon ab, ob Roze AI die technologischen Fortschritte in das spezifische, anspruchsvolle Umfeld des Rechenzentrenbaus übertragen kann. Konkurrenten wie Figure AI skalieren die Produktion, und Industriegiganten wie Samsung Electronics kündigen an, Schlüsselkomponenten für Roboter künftig selbst zu fertigen. Die zweite Jahreshälfte 2026 wird zeigen, ob die Kommerzialisierung von Großrobotik tatsächlich in eine neue Phase eintritt.

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