MĂŒtter, Einfluss

MĂŒtter haben Einfluss auf Geschlecht der Kinder

19.07.2025 - 05:00:47 | dpa.de

«Sollen wir es nochmal probieren, um nach zwei Jungs noch ein MĂ€dchen zu bekommen?» FĂŒr manche Familie ist das Geschlecht eine Motivation fĂŒr zusĂ€tzlichen Nachwuchs. Eine Studie könnte sie ernĂŒchtern.

Wird es noch ein Junge oder ein MĂ€dchen? (Symbolbild) - Foto: Elisa Schu/dpa
Wird es noch ein Junge oder ein MĂ€dchen? (Symbolbild) - Foto: Elisa Schu/dpa

Wird es erneut ein Junge oder dieses Mal doch ein MĂ€dchen? Eine Studie kommt zu dem Schluss, dass das Alter von MĂŒttern die Geschlechtsverteilung beim Nachwuchs beeinflusst. Demnach haben Eltern mit bislang ausschließlich weiblichen oder mĂ€nnlichen Nachkommen eine erhöhte Wahrscheinlichkeit, ein weiteres Kind dieses Geschlechts zu zeugen. 

Dies widerlege die Annahme, dass die Chance fĂŒr ein mĂ€nnliches oder weibliches Kind vom Zufall abhĂ€nge und so wenig vorhersehbar sei wie ein MĂŒnzwurf, schreibt das Team der Harvard T. H. Chan School of Public Health im Fachjournal «Science Advances».

Bisher wurde vermutet, dass die Wahrscheinlichkeit fĂŒr einen Jungen oder aber ein MĂ€dchen bei etwa 50:50 liege, da im mĂ€nnlichen Körper Spermien mit X- oder aber Y-Chromosom in gleicher Anzahl produziert werden. Aber mehrere Mit-Autoren der Studie haben entweder selbst nur Kinder eines Geschlechts oder Freunde, Kollegen und Verwandte, denen entweder nur Jungs oder nur MĂ€dchen geboren wurden. 

Daten von zu rund 146.000 Schwangerschaften ausgewertet

Also werteten die Forscher Aufzeichnungen und genomweite Assoziationsdaten von etwa 58.000 Frauen mit zwei oder mehr Lebendgeburten im Zeitraum 1956 bis 2015 aus. Insgesamt flossen Informationen zu rund 146.000 Schwangerschaften in die Analyse ein. Die Daten stammen zu 95 Prozent von weißen Frauen, allesamt Krankenschwestern aus den USA. 

Das Ergebnis der Auswertung: Das Alter, aber auch die Genetik der MĂŒtter beeinflussen die Wahrscheinlichkeit gleichgeschlechtlicher Nachkommen. Je Ă€lter die Mutter bei der ersten Geburt ist, desto grĂ¶ĂŸer seien die Chancen, nur Jungs oder aber nur MĂ€dchen zur Welt zu bringen. 

So lag die Wahrscheinlichkeit, nach drei Jungen noch einen vierten Jungen zu bekommen, bei 61 Prozent. In Familien mit drei MÀdchen bestand laut den Berechnungen zu 58 Prozent die Chance, ein weiteres MÀdchen zu bekommen, wie die Autoren schreiben. 

VĂ€ter-Einfluss wurde nicht berĂŒcksichtigt

Den Forschern zufolge können sich mit steigendem Alter unterschiedliche Faktoren im Mutterleib verĂ€ndern. Beispiele: So könne sich etwa die Reifephase der Follikel in den Eierstöcken verkĂŒrzen, was nach der Befruchtung eher ein Überleben der Y-Chromosomen fördere. Umgekehrt könne ein saurer pH-Wert in der Vagina eher X-Chromosomen begĂŒnstigen. «Jede Frau kann mit zunehmendem Alter eine andere Veranlagung fĂŒr jeden dieser Faktoren haben», erlĂ€utern die Forscher.

«Diese Mechanismen bleiben jedoch spekulativ», schreiben die Autoren. Detailliertere Daten seien nötig fĂŒr eine BestĂ€tigung. Und: «Es ist wahrscheinlich, dass es auch vĂ€terliche Faktoren gibt, die wir nicht berĂŒcksichtigt haben.»

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