Sommergrippe, Bauchschmerzen

Sommergrippe bei Kindern: 60% leiden unter Bauchschmerzen

26.06.2026 - 13:03:50 | boerse-global.de

Enteroviren verursachen im Sommer neben Atemwegs- auch Magen-Darm-Symptome. Hitze erschwert die Unterscheidung zu Allergien und Kreislaufproblemen.

Sommergrippe: Enteroviren mit Magen-Darm-Beschwerden erkennen
Sommergrippe - Eine Person sitzt auf einer Parkbank und hält sich den Bauch, um Unwohlsein im Sommer darzustellen. 26.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Die sogenannte Sommergrippe bringt oft mehr mit als nur Husten und Schnupfen: Magen-Darm-Beschwerden sind keine Seltenheit.

Während im Winter vor allem Rhinoviren dominieren, übernehmen in der warmen Jahreszeit Enteroviren das Kommando. Diese Erreger greifen nicht nur die Atemwege an, sondern belasten auch das Verdauungssystem. Die Folge: Übelkeit, Durchfall oder Bauchschmerzen kommen zu den klassischen Symptomen wie Fieber, Husten und Gliederschmerzen hinzu.

Verwechslungsgefahr mit Heuschnupfen

„Erkältungsviren zirkulieren das ganze Jahr über“, erklärt Dr. Matthew Badgett von der Cleveland Clinic. Der entscheidende Unterschied liege in der Art der Erreger. Enteroviren treten im Sommer verstärkt auf und lösen oft zusätzliche Magen-Darm-Probleme aus.

Die Symptome der Sommergrippe ähneln mitunter denen von Heuschnupfen. Ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal: Fieber und Gliederschmerzen sind typisch für einen viralen Infekt, aber untypisch für Allergien. Wer also niest und hustet, aber auch Fieber hat, leidet eher an einer Sommergrippe als an Pollenallergie.

Hitze erschwert die Diagnose

Die aktuelle Wetterlage mit Temperaturen über 35 Grad macht die Sache nicht einfacher. Kliniken in Brandenburg und anderen Regionen melden einen Anstieg an Notfällen durch Hitzeschläge, Kreislaufprobleme und Flüssigkeitsmangel.

Symptome wie Schwindel, Kopfschmerzen und Erschöpfung können sowohl auf eine Virusinfektion als auch auf Dehydrierung hindeuten. Fachärzte warnen: Besonders bei älteren Patienten kann Flüssigkeitsmangel schnell zu einer klinischen Verschlechterung führen.

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Ein Blick auf die vergangene Grippesaison 2025/26 zeigt die Unterschiede zur echten Influenza. Diese dauerte rund 15 Wochen und wurde von der Subklade K des Influenza-A(H3N2)-Virus dominiert. Während die echte Grippe vor allem Menschen über 60 schwer traf, betrifft die Sommergrippe alle Altersgruppen – verläuft aber in der Regel milder.

Kinder besonders betroffen

Bei Kindern scheint die Anfälligkeit für Verdauungsprobleme besonders hoch. Eine repräsentative Umfrage von Marketagent im Auftrag des Instituts AllergoSan und Caricol zeigt: Mehr als 60 Prozent der Kinder in Deutschland und Österreich leiden regelmäßig unter Bauchschmerzen oder Durchfall.

Als Ursachen identifizierten die Studienautoren Stress, Schlafmangel und eine nicht optimale Ernährung. Nur knapp die Hälfte der Kinder isst täglich Obst, beim Gemüse sind es sogar nur 32 Prozent.

Was hilft gegen die Sommergrippe?

Mediziner empfehlen bei einer Sommergrippe bewährte Hausmittel:

  • Ausreichend trinken, um Dehydrierung zu vermeiden
  • Körperliche Ruhe und Schonung
  • Leichte Kost zur Entlastung des Verdauungstrakts
  • Gurgeln, Inhalieren oder Honig bei Halsschmerzen

Ein Arztbesuch ist ratsam, wenn das Fieber länger als drei Tage anhält, Anzeichen starker Austrocknung auftreten oder Atemnot bemerkbar wird. Auch bei einer plötzlichen Verschlechterung des Allgemeinzustands ist medizinische Abklärung notwendig.

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Vorsicht vor bakteriellen Infektionen

Neben viralen Infekten können auch Bakterien ähnliche Magen-Darm-Symptome auslösen. Aktuelle Warnungen betreffen etwa Listerien in Milchprodukten: Im Juni wurde ein Rückruf für Käse der Marke Käse King aus Apolda veröffentlicht, da die Bakterien schwere Erkrankungen wie Sepsis oder Meningitis auslösen können.

Auch die Trinkwasserqualität gibt Anlass zur Vorsicht. In Buckow im Kreis Märkisch-Oderland wurde Ende Juni empfohlen, Wasser vor dem Verzehr abzukochen – coliforme Bakterien waren im Leitungsnetz nachgewiesen worden.

Wer im Sommer unter Magen-Darm-Beschwerden leidet, sollte also nicht nur an Viren denken, sondern auch lebensmittelhygienische Ursachen in Betracht ziehen.

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