Soziale, Benachteiligung

Soziale Benachteiligung: Studie belegt biologisches Altern im Kindesalter

21.06.2026 - 10:32:10 | boerse-global.de

WHO alarmiert ĂŒber Bewegungsmangel bei Jugendlichen. Kommunen investieren in SportstĂ€tten, wĂ€hrend Programme wie „Roller Fit“ ausgeweitet werden.

WHO warnt: Bewegungsmangel bei Jugendlichen erreicht besorgniserregendes Niveau
Soziale - Jugendliche spielen Basketball und fahren Fahrrad in einem modernen, neu gestalteten Stadtpark mit FitnessgerĂ€ten und viel GrĂŒn. 21.06.2026 - Bild: ĂŒber boerse-global.de

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat am Sonntag auf einen besorgniserregenden Bewegungsmangel bei Jugendlichen hingewiesen. Smartphones und Online-Unterricht reduzieren die tÀgliche körperliche AktivitÀt massiv. Experten fordern langfristige VerÀnderungen bei ErnÀhrung und Bewegung in Familien und Gemeinden.

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Kommunen investieren in BewegungsrÀume

Im niederrheinischen Kleve startete das Projekt „Mach dein Ding“ – mit rund 570.000 Euro. Das SOS-Kinderdorf will damit die BedĂŒrfnisse Jugendlicher genauer erfassen und passende RĂ€ume schaffen. Mountainbike-Strecken oder BolzplĂ€tze fehlen derzeit besonders.

Auch Peißenberg zieht nach: Die Regierung von Oberbayern bewilligte 992.000 Euro fĂŒr die Umgestaltung einer ehemaligen Bergehalde. Bei Gesamtkosten von 1,32 Millionen Euro entstehen barrierefreie ZugĂ€nge, Sportfelder fĂŒr Basketball und Volleyball sowie ein Fitnessparcours. Baubeginn ist Ende Juni.

„Roller Fit“ wird ausgeweitet

In Niedersachsen unterzeichneten Kultusministerin Julia Willie Hamburg und Christina Tillmann von der ADAC Stiftung eine Vereinbarung: Das Programm „Roller Fit“ lĂ€uft bis 2030. Bislang erreichte es rund 25.500 Grundschulkinder, kĂŒnftig sollen es 82.000 sein. Ziel ist die frĂŒhzeitige StĂ€rkung der MobilitĂ€tskompetenz.

Die Deutsche Verkehrswacht (DVW) mahnte auf ihrer Jahreshauptversammlung sicherere Schulwege an. PrĂ€sidentin Kirsten LĂŒhmann betonte: Der Weg zur Schule ist fĂŒr zu viele Kinder nicht sicher genug. Die Organisation fordert ZufahrtsbeschrĂ€nkungen fĂŒr „Elterntaxis“, spezielle Elternhaltestellen sowie bessere Querungshilfen und Radwege.

Wissenschaftliche PrÀvention in Sehnde

Seit dem 1. April setzt die Stadt Sehnde auf das Programm „Communities That Care“ (CTC). Koordinatorin Nastasja Wehmeier erfasst Risiko- und Schutzfaktoren im Umfeld von Jugendlichen. Ziel: Gewalt, Sucht und SchulabbrĂŒchen frĂŒhzeitig vorbeugen.

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Die Dringlichkeit unterstreicht eine aktuelle Metaanalyse der Max-Planck-Forschungsgruppe Biosozial und der Columbia University. Mit 66.000 Probanden belegt sie: Soziale Benachteiligung beschleunigt das biologische Altern bereits im Kindesalter messbar.

Kommunen in der Zange

Die gesundheitsfördernden Maßnahmen stehen vor einer angespannten Finanzlage. Eine Studie der Bertelsmann Stiftung prognostiziert fĂŒr 2025 ein Rekorddefizit von 31,9 Milliarden Euro. Der StĂ€dtetag bezeichnet die Situation als flĂ€chendeckend dramatisch.

35 BĂŒrgermeister der Initiative „Kinderfreundliche Kommunen“ forderten deshalb stĂ€rkere politische UnterstĂŒtzung. Das Kindeswohl habe in der Vergangenheit zu selten im Fokus gestanden, kritisieren sie. Nötig seien verstetigte Fördermittel und mehr Partizipationsmöglichkeiten fĂŒr junge Menschen.

Der Drogen- und Suchtbeauftragte Hendrik Streeck brachte zudem höhere Steuern auf Alkohol und Tabak ins Spiel. Die jĂ€hrlichen Folgekosten fĂŒr tabakbedingte Erkrankungen liegen bei 30 Milliarden Euro. Höhere Preise könnten besonders junge Menschen schĂŒtzen, argumentiert Streeck. „Gesundheit muss sich stĂ€rker lohnen als Krankheit.“

de | wissenschaft | 69595299 |