Soziale, Netzwerke

Soziale Netzwerke: EU plant Mindestalter ab Herbst per Gesetz

Veröffentlicht: 13.07.2026 um 08:35 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Ein EU-Expertengremium schlägt einheitliche Altersgrenzen für soziale Plattformen vor, um den regulatorischen Flickenteppich zu beenden.

EU-Experten empfehlen einheitliches Mindestalter für soziale Medien
Hände eines Jugendlichen halten ein Smartphone mit Social-Media-Symbolen und einer roten, restriktiven Überlagerung vor verschwommenem EU-Gebäude. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Ein von der EU eingesetztes Expertengremium hat heute einen Bericht an Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen übergeben. Im Zentrum steht die Einführung eines EU-weiten Mindestalters für die Nutzung sozialer Plattformen. Mitgewirkt haben unter anderem Fachleute aus Ulm und Frankreich wie Jörg Fegert und Maria Melchior.

Einheitliche Regeln gegen den Flickenteppich

Hintergrund der Empfehlungen ist das Bestreben der EU-Kommission, einheitliche Standards zu schaffen. Derzeit planen mehrere Mitgliedstaaten eigene nationale Regelungen: Frankreich strebt Beschränkungen bis September an, Griechenland und Dänemark bereiten Gesetze bis zum Jahresende vor. In Deutschland, Spanien und Österreich gibt es konkrete Überlegungen – in Österreich ist ein Verbot für Jugendliche unter 14 Jahren im Gespräch.

Die EU-Kommission warnte bereits vor einem regulatorischen Flickenteppich, der die Durchsetzung erschweren könnte. Ein französischer Plan für ein Verbot unter 15 Jahren war beanstandet worden: Nationale Gesetze dürfen die übergeordneten EU-Regelungen nicht überschneiden. Als globales Vorbild dient Australien, wo seit Dezember 2025 ein Verbot für unter 16-Jährige gilt.

Erwartete Maßnahmen

Anzeige

Die EU plant ein einheitliches Mindestalter für soziale Netzwerke – noch im Herbst soll ein Gesetzesvorschlag kommen. Was bedeutet das für Ihr Kind? Unser Report liefert eine konkrete Checkliste und zeigt, wie Sie Ihr Kind jetzt schützen können. Jetzt kostenlosen Report anfordern

Beobachter gehen davon aus, dass die Experten entweder ein generelles Mindestalter von 13 Jahren oder risikobasierte Beschränkungen vorschlagen. Die EU-Kommission will spätestens im Herbst – möglicherweise bereits im September – einen offiziellen Gesetzesvorschlag vorlegen.

Ein wesentlicher Bestandteil ist die technische Umsetzung der Altersverifikation. Hierfür soll die sogenannte EUDI-Wallet zum Einsatz kommen, die ab Anfang 2027 eine zuverlässige Altersprüfung ermöglichen soll. Frühere Sicherheitslücken bei technischen Instrumenten zur Altersüberprüfung sind nach Kommissionsangaben inzwischen behoben.

Rechtliche Grundlage durch den Digital Services Act

Anzeige

Bereits ab September könnte die EU ein Mindestalter für soziale Netzwerke vorschreiben. Doch bis die technische Altersverifikation mit der EUDI-Wallet kommt, sind Sie als Eltern gefragt. Unser Leitfaden gibt Ihnen Praxis-Tipps, wie Sie die Sicherheit Ihres Kindes heute erhöhen. Eltern-Leitfaden jetzt sichern

Die rechtliche Basis für strengere Schutzmaßnahmen bildet unter anderem Artikel 28 des Digital Services Act (DSA). Er verpflichtet Plattformbetreiber zu angemessenen Maßnahmen zum Schutz Minderjähriger. Dass die EU-Behörden diese Regeln konsequent durchsetzen wollen, zeigen laufende Verfahren gegen große Anbieter wie Meta.

Der Expertenbericht dient als wissenschaftliche Grundlage für die kommende Gesetzgebung. Ziel ist es, die psychische Gesundheit und Sicherheit junger Nutzer besser zu schützen und die Verantwortlichkeit der Plattformbetreiber zu erhöhen.

Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.

de | wissenschaft | 69758496 |