Sparkassen-Card, Millionen

Sparkassen-Card: 14 Millionen Karten mit neuem Design ab Juli

01.07.2026 - 19:18:41 | boerse-global.de

Sparkasse modernisiert Karten, ING testet Abos, SumUp startet Gratiskonto. Die Branche rüstet sich für die junge Zielgruppe.

Sparkassen-Relaunch und Fintech-Offensive: Kampf um junge Kunden
Sparkassen-Card - Junger Erwachsener in Deutschland nutzt Smartphone für Banking-App, verschwommene Stadtsilhouette im Hintergrund, moderne Finanzdienstleistungen. 01.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Traditionelle Geldhäuser und junge Fintechs kämpfen um die Gunst der unter 30-Jährigen – mit neuen Designs, Abo-Modellen und digitalen Bildungsinitiativen.

Sparkasse wagt den großen Auftritt

Pünktlich zum 1. Juli 2026 bringt die Sparkasse ihre erste optische Neugestaltung der Sparkassen-Card seit 15 Jahren an den Start. Entwickelt von S-Payment und dem KMS Team, sollen noch in diesem Jahr 14 Millionen Karten und eine Million Kreditkarten im neuen Look ausgegeben werden.

Doch der Relaunch ist nur der Anfang. Ab Anfang 2027 bekommt das girocard-System neue Fähigkeiten: Hotel- und Mietwagenreservierungen werden dann direkt über die Karte möglich sein. Im Frühjahr 2027 folgen Zahlungen in Händler-Apps und die Integration von Payback Pay. Das Ziel: Die klassische Bankkarte soll internationalen Kreditkarten in puncto digitaler Flexibilität endlich ebenbürtig sein.

Abo-Modelle erobern den Markt

Während Sparkasse aufs Design setzt, experimentieren andere mit neuen Preismodellen. Die ING testet in den Niederlanden und Belgien vier Abo-Stufen – vom günstigen "ING Go" für vier Euro bis zum Premium-Tarif "Max" für 44,99 Euro inklusive Amazon Prime, Disney+ und Reiseversicherung. In Deutschland bleibt das Konto vorerst kostenlos – für Kunden unter 28 Jahren oder bei monatlichem Geldeingang von mindestens 1.000 Euro. Insider rechnen jedoch bald mit ähnlichen Modellen auch hierzulande.

Im Fintech-Bereich geht SumUp in die Offensive: Das Unternehmen bietet ab sofort ein kostenloses Privatkonto mit Mastercard-Debitkarte und Cashback-Programm an. Bis zu fünf Prozent gibt es bei SumUp-Partnern, zwei Prozent im Supermarkt – gedeckelt auf zehn Euro monatlich. Einziger Haken: Als E-Geld-Institut unter litauischer Aufsicht bietet SumUp keine klassische Einlagensicherung.

Die Deutsche Bank hingegen punktet mit Reichweite: Ihre App wurde über eine Million Mal heruntergeladen. Nutzer kritisieren allerdings die teils mehrwöchigen Kontoeröffnungszeiten.

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Regionale Banken setzen auf Treue

Auch die Genossenschaftsbanken mischen mit. Im Landkreis Cloppenburg haben mehrere Volks- und Raiffeisenbanken das Programm "MeinPlus" gestartet – ein kartenbasiertes Cashback-System, das ohne lästiges Einscannen von Kassenbons auskommt. Die Auszahlung beginnt bei drei Euro. Wer bis zum 31. Juli beitritt, erhält fünf Euro Startguthaben.

Die große Wissenslücke

Doch die schönste App nützt nichts, wenn das Grundwissen fehlt. Christian Pellis, Deutschland-Chef von Amundi, schlägt Alarm: 46 Prozent der unter 30-Jährigen kennen die Rentenlücke nicht. Nur 39 Prozent der Erwerbstätigen beschäftigen sich aktiv mit ihrer Altersvorsorge. Dabei investieren mit 14,1 Millionen so viele Deutsche wie nie zuvor in Aktien.

Pellis fordert verständlichere Produkte und bessere digitale Tools – rechtzeitig zum Start des neuen Altersvorsorgedepots am 1. Januar 2027.

Praktische Aufklärung gibt es bereits heute. Seit Mitte Juni tourt der "Flip2go"-Bus durchs Rheinland – ein umgebauter Doppeldecker der Sparkasse Krefeld und 27 weiterer Institute. Schüler zwischen zehn und 15 Jahren lernen dort spielerisch Haushaltsplanung und Investment-Grundlagen.

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KI und Fusionen: Die Branche sortiert sich neu

Der Wettbewerb zwingt zur Konsolidierung. Am 1. Juli stimmten die Vertreter der Fusion zur neuen Volksbank in Mittelfranken zu. Auch die VR Bank Main-Kinzig-Büdingen und die VR Bank Fulda planen den Zusammenschluss zur "VR RegionalBank" – die technische Fusion ist für Herbst 2026 vorgesehen.

Parallel dazu hält die Künstliche Intelligenz Einzug ins Banking. Das Fintech Finom bringt im Juli 2026 ein KI-gestütztes Analysetool auf den Markt. Nutzer können ihre Finanzdaten künftig per Sprach- oder Texteingabe abfragen – und erhalten in Echtzeit Einblicke in ihre Ausgabegewohnheiten. Ein Trend, der zeigt: Der Kampf um die junge Kundschaft wird zunehmend digital entschieden.

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