Sparkassen starten Kryptohandel mit Bitcoin und Ethereum
Veröffentlicht am: 19.10.2026 um 04:00 Uhr | dpa, AD HOC NEWSDie Sparkassen bauen ihr Kryptoangebot aus
- Der DSGV kündigt den schrittweisen Start über die bestehende Sparkassen-App an.
- Monatlich sollen 30 bis 40 weitere Sparkassen hinzukommen.
- Im ersten Halbjahr 2027 soll ein großer Teil der interessierten Institute angebunden sein.
Sparkassen öffnen Zugang zu Bitcoin und Ethereum
Die Sparkassen steigen in den Handel mit Kryptowährungen ein und schalten das Angebot ab diesem Montag für erste Kunden frei. Über die bestehende Sparkassen-App können sie zunächst Bitcoin, Ethereum, Ripple, Solana und Polygon kaufen, verkaufen und verwahren lassen.
Der Rollout erfolgt schrittweise, weil jede Sparkasse selbst über ihren Start entscheidet. Nach Angaben des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands sollen monatlich 30 bis 40 weitere Häuser hinzukommen.
Start ohne einheitlichen Termin
Ein bundesweit einheitlicher Starttermin ist nicht vorgesehen. Bereitgestellt wird das Angebot vom Sparkassen-Wertpapieranbieter Dekabank; die Verwahrung der Kryptowerte erfolgt in Kooperation mit der Börse Stuttgart.
Joachim Schmalzl, geschäftsführendes Vorstandsmitglied des DSGV, sagte der dpa: «Wann eine Sparkasse startet, entscheidet sie selbst.» Das Interesse innerhalb der Gruppe sei groß, im ersten Halbjahr 2027 solle bereits ein großer Teil der interessierten Sparkassen angebunden sein.
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DSGV warnt vor hohen Risiken
Eine Beratung oder aktive Bewerbung des Kryptohandels in der Breite ist nach Angaben des Verbandes nicht vorgesehen. Das Angebot richte sich an Kunden, die eigenständig Kryptowährungen kaufen, verkaufen und verwahren möchten.
Der DSGV bezeichnet Kryptowährungen zugleich als hochspekulative Anlagen. Kunden würden ausdrücklich auf starke Kursschwankungen und das Risiko eines Totalverlusts hingewiesen.
Neobanken und Volksbanken als Wettbewerber
Smartphone-Banken wie N26, Trade Republic und Revolut bieten den Handel mit Bitcoin und anderen Kryptowährungen bereits seit längerer Zeit an. Zuletzt stiegen auch Volksbanken in das Geschäft ein.
Bei den Sparkassen bestanden wegen der starken Schwankungen und des spekulativen Charakters lange Vorbehalte. Für die breite langfristige Vermögensbildung sollen nach Darstellung des DSGV weiterhin Wertpapieranlagen, Sparpläne und Beratung im Vordergrund stehen.
Der Einstieg der Sparkassen erweitert den Zugang zu Kryptowährungen in Deutschland um eine große, etablierte Bankengruppe. Anders als bei spezialisierten Kryptobörsen oder Neobrokern erfolgt der Handel über eine bereits bestehende Banking-App und die Verwahrung über die Dekabank in Kooperation mit der Börse Stuttgart.
Das schrittweise Verfahren trägt der dezentralen Struktur der Sparkassen Rechnung: Die Institute entscheiden selbst über ihren Start. Mit monatlich 30 bis 40 weiteren Häusern soll das Angebot jedoch zügig wachsen. Der DSGV erwartet, dass im ersten Halbjahr 2027 ein großer Teil der interessierten Sparkassen angebunden ist.
Reguliertes Angebot mit klarer Risikogrenze
Für Kundinnen und Kunden sinkt damit die technische Hürde, Kryptowährungen zu kaufen, zu verkaufen und verwahren zu lassen. Die Sparkassen verbinden diesen Zugang zugleich mit einer deutlichen Abgrenzung zur klassischen Geldanlage: Eine breite Bewerbung und Beratung sind nicht vorgesehen, und für die langfristige Vermögensbildung bleiben Wertpapiere, Sparpläne und persönliche Beratung zentral.
Die Warnung vor starken Kursschwankungen und einem möglichen Totalverlust ist deshalb ein wesentlicher Teil des Angebots. Politisch und regulatorisch steht der Kryptohandel inzwischen auf einem verlässlicheren europäischen Fundament, die Risiken der einzelnen Anlagen ändern sich dadurch jedoch nicht. Für Verbraucher bedeutet der Start vor allem mehr Auswahl innerhalb ihrer vertrauten Bankbeziehung – nicht automatisch eine Empfehlung für Bitcoin oder andere Kryptowerte.
