Speicherchip-Knappheit: iPhone Pro 19 wird um 200 Euro teurer
20.06.2026 - 16:49:27 | boerse-global.de
Die weltweite Knappheit an Speicherchips sorgt für drastische Preiserhöhungen bei Computern, Smartphones und Spielekonsolen. RAM und SSDs werden rasant teurer – und die Hersteller geben die Kosten an die Kunden weiter.
Apple-Chef spricht von „Jahrhundertflut“
Apple-CEO Tim Cook bezeichnete die aktuelle Speicherknappheit am vergangenen Mittwoch als „Jahrhundertflut“ und nannte die Lage „nicht nachhaltig“. Preissteigerungen bei Apple-Geräten seien unvermeidlich, so Cook. Marktanalysten von TechInsights rechnen beim kommenden iPhone Pro 19 mit einem Aufschlag von rund 200 Euro – der Preis könnte dann bei etwa 1.300 Euro liegen.
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Apple zahlt eigenen Angaben zufolge zwischen 80 und 100 Prozent mehr für Speicher als in früheren Zyklen. Auch andere Hersteller wie Xiaomi, Oppo und Huawei geben die höheren Kosten weiter. Die durchschnittlichen Smartphone-Preise könnten 2026 um bis zu 20 Prozent steigen. Ein besonders drastisches Beispiel: Der Hersteller Nothing strich die Entwicklung des CMF Phone 3 Pro komplett. Grund: Die Kosten für den Arbeitsspeicher überstiegen inzwischen die kombinierten Kosten für Prozessor und Display.
PC-Preise steigen wie seit den 80ern nicht mehr
Der PC-Markt erlebt die ersten nachhaltigen Preissteigerungen seit Jahrzehnten. Systemanbieter wie CyberPowerPC und Skytech Gaming haben bereits angezogen. CyberPowerPC berichtet, dass die RAM-Preise seit Oktober 2025 um 500 Prozent gestiegen sind, SSDs haben sich im Preis verdoppelt. Seit Dezember 2025 verteuert das Unternehmen seine gesamte Produktpalette.
Auch die großen Hersteller ziehen nach: Dell, HP, Lenovo, Asus und Acer haben Preiserhöhungen von 10 bis 30 Prozent bei Laptops bestätigt. Dell plant für Dezember 2026 eine weitere Runde mit Aufschlägen von 15 bis 20 Prozent.
Spieler und Konsolen-Fans trifft es hart
Valve erhöhte die Preise für sein Steam Deck um umgerechnet über 200 Euro. Das 512-GB-OLED-Modell kostet nun rund 790 Euro – zuvor waren es 550 Euro. Auch die Nintendo Switch 2 dürfte teurer werden als erwartet. Analysten rechnen zudem mit Verzögerungen bei der nächsten Konsolengeneration: Die PlayStation 6 könnte erst 2028 oder 2029 erscheinen.
Ausweg: Hersteller setzen auf ältere Technik
Um die hohen Speicherkosten zu umgehen, greifen einige Hersteller zu ungewöhnlichen Mitteln. AMD hat den Ryzen 7 5800X3D neu aufgelegt – ein Prozessor, der mit günstigerem DDR4-Speicher arbeitet. Auch Intel erwägt laut Branchenkreisen, 2027 neue Raptor-Lake-Chips auf den Markt zu bringen, die sowohl DDR4 als auch DDR5 unterstützen.
Die Preise für Grafikspeicher (VRAM) steigen ebenfalls rasant. Der Spotpreis für GDDR6-Speicher hat sich verdreifacht. AMD könnte die GPU-Preise im zweiten Halbjahr 2026 um 10 bis 15 Prozent anheben. Nvidia hatte bereits im Mai 2026 die Preise für die High-End-Serie RTX 5090 erhöht.
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Ausblick: Engpässe bis 2027
Die Marktforscher von TrendForce melden für das zweite Quartal 2026 einen Anstieg der NAND-Preise um 70 bis 75 Prozent, DRAM verteuerte sich um rund 60 Prozent im Quartalsvergleich. Analysten von Morgan Stanley beziffern den Gesamtanstieg der Speicherpreise im letzten Jahr auf mehr als das Sechsfache.
Die Experten von IDC erwarten, dass die Knappheit und die hohen Preise bis weit ins Jahr 2027 anhalten werden. Haupttreiber: Die enorme Nachfrage nach KI-Infrastruktur, die große Mengen an HBM- und DDR5-Server-Speicher verschlingt.
