Speicherchip-Krise, Smartphone-Preise

Speicherchip-Krise: Smartphone-Preise verdreifachen sich im Q2

04.06.2026 - 19:48:22 | boerse-global.de

Die globale Smartphone-Branche erlebt 2026 einen historischen Abschwung mit 13,9 Prozent weniger Auslieferungen und stark steigenden Preisen.

Smartphone-Markt 2026: Schlimmstes Jahr mit Rekordpreisen
Speicherchip-Krise - Eine Hand hält ein Smartphone, dessen Bildschirm einen roten Preisanstieg zeigt, mit unscharfen Mikrochips im Hintergrund. 04.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Branchenanalysten von IDC und Counterpoint Research prognostizieren für 2026 einen Rückgang der weltweiten Auslieferungen um 13,9 Prozent auf nur noch 1,08 bis 1,09 Milliarden Geräte. Haupttreiber sind eine dramatische Verknappung von Speicherchips und zunehmende geopolitische Spannungen.

Anzeige

Wer angesichts steigender Preise länger an seinem aktuellen Gerät festhalten möchte, sollte den Umstieg auf moderne Sicherheitsverfahren nicht verpassen. Dieser kostenlose Report zeigt, wie Sie Passkeys bei Amazon, Microsoft und WhatsApp sofort einrichten und so Ihre Konten ohne Passwort-Stress schützen. Kostenlosen Passkey-Ratgeber jetzt herunterladen

Die aktuelle Prognose fällt damit deutlich pessimistischer aus als noch im Februar, als die Experten lediglich ein Minus von 12,4 Prozent erwartet hatten. Bereits das erste Quartal 2026 hatte die Trendwende eingeläutet: Nach neun aufeinanderfolgenden Wachstumsquartalen verzeichnete die Branche erstmals wieder einen Rückgang der Auslieferungen im Jahresvergleich.

Speicherchip-Krise treibt Preise in die Höhe

Im Zentrum der Misere steht eine kritische Knappheit bei Speicherchips, die durch die zunehmenden Spannungen zwischen den USA und dem Iran weiter verschärft wird. Die Chipindustrie verlagert ihre Kapazitäten zunehmend auf die margenstarke Produktion von KI-Prozessoren – zulasten der Standardkomponenten für Mobilgeräte.

Die finanziellen Auswirkungen sind gewaltig. Die Preise für mobile LPDDR4- und LPDDR5-Speicher werden sich im zweiten Quartal 2026 voraussichtlich verdreifachen im Vergleich zum Niveau von Ende 2025. Das Gesamtangebot an LPDDR4-Speicher soll im Laufe des Jahres um mehr als 40 Prozent schrumpfen.

Die gestiegenen Kosten sind längst bei den Verbrauchern angekommen. Im ersten Quartal zogen die Großhandelspreise um 14 Prozent an. Branchenkenner erwarten, dass der durchschnittliche Verkaufspreis eines Smartphones in diesem Jahr auf Rekordniveau von rund 510 Euro steigen wird – ein Plus von etwa 90 Euro gegenüber dem Vorjahr.

Billig-Smartphones drohen vom Markt zu verschwinden

Besonders hart trifft die Krise das Einstiegssegment. Geräte unter 140 Euro und unter 185 Euro laufen Gefahr, dauerhaft vom Markt zu verschwinden, da die Hersteller ihre Margen nicht mehr halten können. In einigen Regionen sind die Auslieferungen von Smartphones der 45- bis 90-Euro-Klasse bereits um 41 Prozent eingebrochen.

Die regionalen Unterschiede sind enorm:

  • Naher Osten und Afrika: Hier erwarten die Analysten einen Rückgang von rund 23 Prozent
  • Mittel- und Osteuropa: Ein Minus von 19 Prozent wird prognostiziert
  • Asien-Pazifik (ohne Japan und China): Die Auslieferungen sollen um 14 Prozent sinken
  • Nordamerika: Der vergleichsweise stabile Markt kommt mit einem Rückgang von 6,3 Prozent davon

Um die steigenden Kosten abzufedern, reagieren die Hersteller mit ungewöhnlichen Maßnahmen. Xiaomi, Oppo und Realme haben begonnen, die Ausstattung ihrer Geräte anzupassen. Sie verbauen in neuen Modellen günstigere Kameras und Displays, um die Preise stabil zu halten, während sie gleichzeitig die Preise für ältere Lagerbestände erhöhen.

Apple und Samsung zeigen sich krisenfest

Der Abschwung trifft die Hersteller höchst unterschiedlich. Apple konnte im ersten Quartal Rekordumsätze vermelden, gestützt durch einen starken Erneuerungszyklus rund um das iPhone 17. Die Analysten haben ihre Prognose für iOS nach oben korrigiert: Sie erwarten nur einen Rückgang von 5,2 Prozent und einen steigenden Marktanteil auf 22 Prozent.

Anzeige

Besonders für neue Apple-Nutzer ist der Einstieg oft eine Herausforderung, da viele Funktionen und Begriffe im Alltag unklar bleiben. Dieser kostenlose PDF-Guide erklärt die 53 wichtigsten iPhone-Begriffe leicht verständlich und ohne technisches Fachchinesisch. Gratis iPhone-Lexikon hier anfordern

Auch Samsung schneidet mit einem prognostizierten Minus von lediglich 4 Prozent deutlich besser ab als der Gesamtmarkt. In Nahost und Afrika konnte der koreanische Konzern seinen Marktanteil im ersten Quartal sogar auf 27 Prozent ausbauen.

Ganz anders sieht es bei den großen chinesischen Marken aus. Für Transsion sagen die Analysten einen Einbruch von 32 Prozent voraus, Xiaomi muss mit minus 28 Prozent rechnen, Honor mit 16 Prozent. Huawei bleibt die bemerkenswerte Ausnahme: Der Konzern verzeichnete im ersten Quartal ein Wachstum von einem Prozent, die gesamten HarmonyOS-Auslieferungen sollen in diesem Jahr 62 Millionen Geräte erreichen.

Falt-Handys und Gebrauchtgeräte im Aufwind

Trotz des allgemeinen Abschwungs zeigen sich einzelne Nischensegmente robust. Der Markt für faltbare Smartphones soll 2026 um 20 Prozent wachsen. Auch gebrauchte Geräte sind zunehmend gefragt: Hier erwarten die Analysten ein Plus von 13 Prozent, da Verbraucher nach günstigeren Alternativen zu den immer teureren Neugeräten suchen.

Für 2027 rechnen die Experten mit einer weiteren Abschwächung um 1,1 Prozent. Eine echte Erholung sehen sie erst 2028, wenn die Auslieferungen voraussichtlich um 5,5 Prozent zulegen sollen.

So schätzen die Börsenprofis Aktien ein!

<b>So schätzen die Börsenprofis Aktien ein!</b>
Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlässliche Anlage-Empfehlungen – dreimal pro Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt abonnieren.
Für. Immer. Kostenlos.
de | wissenschaft | 69484042 |