Sportinfrastruktur: Deutsche StÀdte investieren 47,7 Millionen in neue BÀder
Veröffentlicht am: 15.07.2026 um 03:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Vom kostenlosen Yoga im Park bis zur 48-Millionen-Euro-Schwimmhalle: Deutsche StĂ€dte treiben den Ausbau ihrer Sportinfrastruktur voran. Doch die Projekte stehen unter Spannung zwischen hohen Investitionskosten und dem Anspruch auf kostenfreie Bewegungsangebote fĂŒr alle.
Gratis-Sport im öffentlichen Raum wird zum Standard
Immer mehr Kommunen setzen auf niederschwellige Angebote ohne Anmeldung oder TeilnahmegebĂŒhren. Nordrhein-Westfalen macht hier Tempo. In Steinfurt lief im Juli eine Aktionswoche âSport im Parkâ â mit BogenschieĂen, Klettern und sogar E-Sports, organisiert von sieben Vereinen.
Herten zieht nach: Vom 20. Juli bis 31. August gibt es dort Pilates, Qi Gong und gefĂŒhrte Fahrradtouren. Und das alles kostenlos.
Auch spezifische Altersgruppen rĂŒcken in den Fokus. Jena bietet im Sommer und SpĂ€tsommer ein kostenfreies Seniorenschwimmen im Ostbad an. Der Stadtsportbund unterstĂŒtzt die Termine am 17. Juli, 19. August und 9. September.
Kleinere Infrastrukturprojekte ergĂ€nzen das Bild: In Emsdetten entstehen auf dem Hof Deitmar neue Sitzgruppen und ein FuĂ-Volleyballtisch.
Schwimmwerk Memmingen: 47,7 Millionen fĂŒr die Zukunft
Trotz des Trends zu Outdoor-Angeboten bleiben klassische SportstĂ€tten die groĂen Investitionsschwerpunkte. In Memmingen eröffnete am 11. Juli das neue Hallen- und Freibad âSchwimmwerkâ â nach drei Jahren Bauzeit. Mit modernster Passivhaus-Technik setzt das 47,7-Millionen-Euro-Projekt ökologische MaĂstĂ€be.
Doch die Rechnung hat einen Haken: Die Stadtwerke kalkulieren mit einem jÀhrlichen Betriebsdefizit von rund vier Millionen Euro.
Das neue Schwimmwerk in Memmingen kostete 47,7 Millionen Euro â doch die Stadtwerke kalkulieren mit einem jĂ€hrlichen Betriebsdefizit von vier Millionen Euro. Wie Sie solche Defizite vermeiden und Fördermittel optimal nutzen, zeigt unser kostenloser Report. Jetzt Report anfordern
Bonn indes weihte 2026 eine neue Sporthalle am Tannenbusch-Gymnasium ein. Kostenpunkt: rund zehn Millionen Euro, gefördert durch das Land NRW und das Programm âGute Schuleâ. Die barrierefreie Halle erreicht den KfW-40-Standard und bietet spezielle Einrichtungen wie Fechtbahnen und einen Kraftraum.
Nicht ĂŒberall lĂ€uft der Betrieb reibungslos. In Ladenburg beginnt im August eine umfassende Modernisierung des Freibads. Bis 2028 sollen die Arbeiten dauern. Von den veranschlagten 9,4 Millionen Euro steuert der Bund 2,7 Millionen fĂŒr Solarthermie und Photovoltaik bei.
Inklusion wird zum planerischen Muss
Die soziale Teilhabe durch Sport gewinnt an Bedeutung â und das spiegelt sich in den BauplĂ€nen wider. In Kaufungen entsteht eine Pumptrack-Anlage im Lossetalstadion. Das Besondere: Von zwei Bahnen ist eine flacher konzipiert â explizit fĂŒr Kinder und Rollstuhlfahrer. Die Kosten von rund 119.000 Euro trĂ€gt das LEADER-Programm.
Etablierte inklusive Gruppen gibt es bereits in Bernau und Bad Sobernheim. WĂ€hrend in Bernau eine wöchentliche Sportgruppe der Inklusionsmanufaktur trainiert und an den Special Olympics Landesspielen teilnimmt, bietet Bad Sobernheim Rollstuhlgymnastik sowie Kraft- und Ausdauertraining fĂŒr Bewohner von Wohneinrichtungen an.
Vereine kÀmpfen mit steigenden Kosten
Die Kommunen suchen nach langfristigen Bindungen, um die Sportentwicklung zu sichern. Die Stadt Den Haag unterzeichnete einen Konvent fĂŒr 2026 bis 2032 â mit Fokus auf Schwimmsport, Talentförderung und Inklusion.
Die Modernisierung des Freibads in Ladenburg verschlingt 9,4 Millionen Euro â der Bund steuert 2,7 Millionen bei. Welche Fördertöpfe auch fĂŒr Ihre Kommune infrage kommen und wie Sie mit Passivhaus-Technik langfristig sparen, erfahren Sie im neuen Leitfaden. Leitfaden zur Schwimmbad-Finanzierung sichern
Doch die Vereine vor Ort kÀmpfen. Ein Turnsportverein aus Leiden berichtete Mitte Juli von massiven Schwierigkeiten: Gestiegene Trainer- und Mietkosten nach dem Verlust einer angestammten Halle setzen den Club unter Druck.
Im Profibereich zeigt sich ein gegenlĂ€ufiger Trend zur Konsolidierung. In Rotterdam wurde am 14. Juli die Ăbernahme des Stadions De Kuip durch den Verein Feyenoord offiziell abgeschlossen. Mit einem Mehrheitsanteil von ĂŒber 95 Prozent plant der Club nun Investitionen in Barrierefreiheit und Modernisierung â die wirtschaftliche Basis fĂŒr die kommenden Jahre.
