Spot-Roboter: VIDRAFT integriert koreanische Sprachsteuerung ohne Cloud
Veröffentlicht am: 25.07.2026 um 02:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Im Seoul Robot & AI Museum (RAIM) wurde eine technologische Erweiterung für den Robotereinsatz im öffentlichen Raum realisiert. Wie am 23. Juli 2026 bekannt wurde, implementierte das Unternehmen VIDRAFT eine spezialisierte On-Device-KI-Lösung für den vierbeinigen Roboter Spot von Boston Dynamics. Diese Neuerung ermöglicht es dem System, koreanische Sprachbefehle direkt zu verarbeiten, ohne auf eine externe Cloud-Infrastruktur angewiesen zu sein. Die Implementierung erfolgte auf direkte Anfrage des Museums, um die Interaktionsmöglichkeiten der Besucher mit der Robotertechnik zu verbessern.
Lokale Sprachverarbeitung auf NVIDIA-Hardware
Ein zentraler Aspekt der technischen Umsetzung ist der Verzicht auf Cloud-basierte Rechenprozesse. Die gesamte Sprachverarbeitung findet lokal auf einem On-Device-KI-Modul statt, das auf der NVIDIA Jetson Nano-Plattform basiert. Diese Entscheidung für eine lokale Architektur hat unmittelbare Auswirkungen auf die Reaktionsgeschwindigkeit und die Datensicherheit innerhalb des Museumsbetriebs, da keine Audio-Daten über das Internet an externe Server übertragen werden müssen.
Trotz der tiefgreifenden Funktionserweiterung betonten die Entwickler von VIDRAFT, dass für die Integration keine Modifikationen an der bestehenden Hardware oder der Firmware des Spot-Roboters vorgenommen wurden. Die Lösung fungiert somit als additives System, welches das bestehende Ökosystem des Herstellers Boston Dynamics ergänzt, ohne dessen grundlegende Systemintegrität zu verändern. Durch die effiziente Auslegung der genutzten On-Device-Komponenten erreicht das System eine Akkulaufzeit von bis zu 9 Stunden, was einen nahezu unterbrechungsfreien Einsatz während der regulären Museumsöffnungszeiten ermöglicht.
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Funktionsumfang und Interaktionsmöglichkeiten im Museum
Die derzeitige Implementierung im Seoul RAIM umfasst ein definiertes Set an koreanischen Sprachbefehlen, mit denen die Besucher den Roboter steuern können. Zu den unterstützten Funktionen gehören grundlegende soziale Gesten und Bewegungsabläufe. So reagiert der Spot-Roboter auf Befehle zum Grüßen, Sitzen, Hinlegen und Strecken. Zudem ist das System in der Lage, auf Lobäußerungen entsprechend zu reagieren.
Diese spezifische Konfiguration dient dazu, die Schwellenängste im Umgang mit autonom agierenden Systemen abzubauen und die technologische Leistungsfähigkeit moderner Robotik greifbar zu machen. Das Museum nutzt den Roboter somit als aktives Exponat, das die Möglichkeiten der Mensch-Maschine-Interaktion in Echtzeit demonstriert.
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Strategische Unabhängigkeit von Herstellervorgaben
Die Entwicklung markiert zudem einen strategischen Wendpunkt in der Anpassbarkeit kommerzieller Robotersysteme. VIDRAFT-CEO Minsik Kim betonte in diesem Zusammenhang, dass die Fähigkeit von Robotern, menschliche Sprache zu verstehen, kein Privileg sein dürfe, das ausschließlich durch den jeweiligen Hersteller ermöglicht werde. Die erfolgreiche Integration der koreanischen Sprachsteuerung durch einen Drittanbieter unterstreiche die Notwendigkeit offenerer oder zumindest modular erweiterbarer Systeme in der Industrie- und Servicerobotik.
Für die Zukunft plant das Unternehmen bereits den nächsten Entwicklungsschritt. Während die aktuelle Lösung auf klar definierte Befehle reagiert, soll die KI künftig dazu befähigt werden, offene Dialoge mit den Museumsbesuchern zu führen. Ziel dieser Bestrebungen ist eine noch natürlichere Kommunikation, die über die reine Ausführung von Kommandos hinausgeht und den Roboter zu einem interaktiven Vermittler von Museumsinhalten macht.
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