SRSF1: Alterungsfaktor verlÀngert die Lebensspanne von MÀusen um 14 Prozent
Veröffentlicht am: 15.10.2026 um 13:05 Uhr | Redaktion boerse-global.deEin Forschungsteam der Harvard Medical School und des Wyss Institute in Boston hat im Rahmen eines transkriptomischen Reprogrammierungs-Screenings den Splicing-Faktor SRSF1 als zentralen Regulator biologischer Alterungsprozesse identifiziert.
Wie aus einer in der Fachzeitschrift Nature Aging veröffentlichten Untersuchung hervorgeht, gelang dieser Nachweis unter der Leitung von George Church sowie den Erstautoren Alex Plesa und Sascha Jung in Kooperation mit der spanischen Forschungseinrichtung CIC bioGUNE-BRTA.
Die Arbeit stĂŒtzt sich unter anderem auf maschinelles Lernen, um VerjĂŒngungseffekte und funktionelle VerĂ€nderungen auf zellulĂ€rer Ebene systematisch zu analysieren.
ZellulÀre Regeneration ohne Verlust der IdentitÀt
In In-vitro-Versuchen zeigte sich, dass eine gezielte Induktion von SRSF1 wesentliche biologische Merkmale der Zellalterung abmildern kann. Den Studienergebnissen zufolge reduzierte der Faktor die zellulĂ€re Seneszenz, verringerte proteostatischen Stress sowie EntzĂŒndungssignale und stellte zudem die Mechanismen der DNA-Reparatur wieder her.
Ein zentraler Aspekt der Laborergebnisse bestand darin, dass diese Prozesse ohne den Verlust der ursprĂŒnglichen ZellidentitĂ€t abliefen, was bei klassischen Reprogrammierungsverfahren hĂ€ufig eine HĂŒrde darstellt.
Harvard und das Wyss Institute haben im Mausmodell einen Splicing-Faktor identifiziert, der die mediane Lebensspanne um 14 Prozent verlĂ€ngerte und Gebrechlichkeit um 44 Prozent verringerte â ein Ergebnis, das viele Schlagzeilen produziert, aber wenig einordnet. Unser kostenloser Leitfaden erklĂ€rt verstĂ€ndlich, was SRSF1 im Zellkern tut, warum die ZellidentitĂ€t dabei erhalten blieb und welche Fragen vor einer Ăbertragung auf den Menschen noch offen sind. Kostenlosen Leitfaden zur SRSF1-Forschung anfordern
FĂŒr die Messung und Bewertung der biologischen VerĂ€nderungen nutzte das Team einen Machine-Learning-basierten AltersprĂ€diktor, der auf 464 Fibroblasten-Proben trainiert wurde. Die Validierung des Modells erfolgte anschlieĂend an Fibroblasten menschlicher Spender im Alter von 55, 65 und 79 Jahren.
Um die wissenschaftliche Nachvollziehbarkeit zu gewÀhrleisten, wurden die generierten Daten in den Repositorien GEO unter den Nummern GSE325735 und GSE326022 hinterlegt, ergÀnzt durch Daten aus Tabula Muris Senis unter GSE132040 sowie Plasmide bei Addgene unter den Kennungen 261722 bis 261726.
Gesteigerte Lebensspanne und verlangsamte Gebrechlichkeit im Tiermodell
Ăber die Zellkultur hinaus untersuchten die Wissenschaftler die Wirksamkeit von SRSF1 an gealterten MĂ€usen. Bei einer Verabreichung ĂŒber ein Leber-tropes Adeno-assoziiertes Virus (AAV) verlĂ€ngerte die Intervention die mediane Lebensspanne der behandelten MĂ€use um 14 Prozent im Vergleich zu den Kontrolltieren bei einer GruppengröĂe von 9 bis 10 Tieren pro Kohorte.
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Neben der reinen Ăberlebenszeit erfassten die Forscher auch physische Funktionsparameter im Alterungsprozess. Eine induzierbare Expression von SRSF1 fĂŒhrte dazu, dass das Fortschreiten von Gebrechlichkeitsmerkmalen bei den gealterten MĂ€usen um 44 Prozent verringert werden konnte.
Die Ergebnisse liefern Einblicke in die Steuerungsmechanismen des RNA-Splicings und zeigen methodische Wege auf, wie rechnergestĂŒtzte Vorhersagemodelle funktionelle Ansatzpunkte fĂŒr die Altersforschung eingrenzen können.
