LÀrmschutzwÀnde, Lehm

LÀrmschutzwÀnde aus Lehm

20.12.2023 - 15:00:00

St. Pölten - Das Carl Ritter von Ghega Institut fĂŒr integrierte MobilitĂ€tsforschung der FH St. Pölten und der Forschungsbereich Baugeschichte und Bauforschung an der TU Wien untersuchten in einem Sondierungsprojekt den Einsatz von Lehm als Baustoff fĂŒr LĂ€rmschutzwĂ€nde. Das Ergebnis: LĂ€rmschutzwĂ€nde aus Lehm stellen eine nachhaltige und kostengĂŒnstige Alternative dar. Bis zu einem Regeleinsatz ist allerdings noch einiges an Forschungsarbeit notwendig.

Die Baubranche trĂ€gt signifikant zu den gesamten COÂČ-Emissionen bei, hauptsĂ€chlich durch Baustoffe wie Beton und Stahl. Um diesen Emissionsanteil zu reduzieren, wird in der Baustoffforschung fortlaufend nach umweltvertrĂ€glicheren Alternativen gesucht.

Lehm: Umweltfreundlich und wiederverwendbar

Auch im Bau von Eisenbahnanlagen, die normalerweise als umweltfreundlich gelten, besteht diese Herausforderung.

"Wir haben uns daher ĂŒberlegt, welche alternativen Baumaterialen eingesetzt werden können. Lehm stellt einen umweltfreundlichen, natĂŒrlichen und seit Jahrtausenden bewĂ€hrten Baustoff dar, der wiederverwendbar ist. Besonders bei Bauwerken mit geringer mechanischer Belastung, wie etwa LĂ€rmschutzwĂ€nden, ist Lehm als Baustoff vielversprechend", erklĂ€rt Projektleiterin Hirut Grossberger vom Carl Ritter von Ghega Institut fĂŒr integrierte MobilitĂ€tsforschung der FH St. Pölten.

LĂ€rmschutzwand aus Baustellenaushub

Im Projekt wurden verschiedene Lehmbautechniken fĂŒr LĂ€rmschutzwĂ€nde im Schienenverkehr identifiziert und bewertet. Bei der Entwicklung der Prototypen achteten die Forscher*innen besonders auf ein effizientes Herstellungsverfahren: So wurde der Erdaushub, der beim Bau einer Bahnstrecke anfĂ€llt, direkt fĂŒr den Aufbau der LĂ€rmschutzwĂ€nde verwendet. Dadurch konnten Transportwege fĂŒr Materialien reduziert, Ressourcen geschont sowie Energieverbrauch und Emissionen eingespart werden.

Projektergebnisse: Lehm als nachhaltige Alternative geeignet

Die Forscher*innen der FH St. Pölten und TU Wien kamen im Sondierungsprojekt zum Ergebnis: Lehm ist als alternativer Baustoff fĂŒr LĂ€rmschutzwĂ€nde aus technischer, bahnbetrieblicher und juristischer Sicht geeignet.

"Die LĂ€rmschutzbauwerke werden aus statischen GrĂŒnden zwar wesentlich breiter und schwerer als bisherige Systeme, sind aber dennoch im Regelgleisquerschnitt unterzubringen", erklĂ€rt Grossberger. "Sie können neben umwelttechnischen Vorteilen dank ihrer langen Lebensdauer unter UmstĂ€nden auch kostengĂŒnstiger genutzt werden als herkömmliche SchallschutzwĂ€nde."

Offen: Verhalten im Echtbetrieb

Bis zu einem Regeleinsatz im Bahnbau ist allerdings noch einiges an Forschungsarbeit notwendig. Insbesondere das Verhalten des Bauwerkes unter dynamischer Dauerbeanspruchung im Echtbetrieb ist bis dato unbekannt. Ein Errichten von Prototypen entlang von Eisenbahnstrecken wird daher fĂŒr weitere Untersuchungen empfohlen.

"Die interdisziplinĂ€re Zusammenarbeit sowie frĂŒhzeitige Einbindung von Fachexpert*innen hat zu einem guten Ergebnis des Sondierungsprojekt gefĂŒhrt. Wir hoffen, dass wir durch eine Förderung fĂŒr ein Folgeprojekt Prototypen bauen und weitere Parameter vertiefend untersuchen können", freut sich Hirut Grossberger auf mögliche nĂ€chste Schritte.

LeWeLaS – Lehm als Werkstoff fĂŒr LĂ€rmschutzwĂ€nde im System Bahn

Das Sondierungsprojekt lief von 19.09.2022 bis 18.09.2023 und wurde von der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft FFG gefördert. Partner*innen im Projekt waren die TU Wien (Fachbereich Baugeschichte und Bauforschung) sowie das Netzwerk Lehm.

Mehr Informationen zum Projekt: LeWeLaS – Lehm als Werkstoff fĂŒr LĂ€rmschutzwĂ€nde im System Bahn - Forschung (fhstp.ac.at) ( https://research.fhstp.ac.at/projekte/lewelas-lehm-als-werkstoff-fuer-laermschutzwaende-im-system-bahn )

(Ende)

Aussender: FH St. Pölten Ansprechpartner: Eva Schweighofer Tel.: 02742 313 228 - 360 E-Mail: [email protected] Website: www.fhstp.ac.at

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