Stablecoin-Konsortium: 21 Banken planen USD-Token für 2027
Veröffentlicht am: 03.09.2026 um 21:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ein Bündnis aus 21 namhaften Finanzinstituten, darunter die Bank of America, Citi, Goldman Sachs, Wells Fargo, die Deutsche Bank sowie UBS und Fidelity, hat am 1. September 2026 weitreichende Pläne für den Kryptomarkt bekannt gegeben. Die Gruppe beabsichtigt, in der zweiten Jahreshälfte 2026 ein gemeinsames Unternehmen zu gründen, um bereits im ersten Halbjahr 2027 einen eigenen, an den US-Dollar gekoppelten Stablecoin auf den Markt zu bringen.
Expansion des Bankenkonsortiums und geplante Markteinführung
Das Konsortium hat in den vergangenen Monaten eine deutliche personelle Stärkung erfahren. Während dem Projekt im Oktober 2025 noch zehn Banken angehörten, ist die Zahl der Teilnehmer inzwischen auf 21 Institutionen angewachsen.
Die Partner stammen aus unterschiedlichen globalen Wirtschaftsregionen, namentlich Nordamerika, Europa, Ostasien, dem Nahen Osten sowie Afrika. Zu den beteiligten Unternehmen gehören neben den US-Großbanken auch Institute wie Santander, Lloyds, die Standard Bank und die japanische MUFG.
Das geplante digitale Asset soll für ein breites Spektrum an Finanztransaktionen eingesetzt werden. Die Schwerpunkte liegen auf Interbank-Zahlungen, dem Settlement digitaler Vermögenswerte sowie grenzüberschreitenden Zahlungen. Dabei soll der Token sowohl im Großhandels- und institutionellen Bereich als auch auf den Retail-Märkten Anwendung finden. Nach der Einführung des USD-Tokens hat die Gruppe bereits einen EUR-Stablecoin als nächste Priorität identifiziert.
Strategische Ausrichtung und regulatorische Rahmenbedingungen
Bei der Entwicklung des Stablecoins strebt das Konsortium eine strikte Konformität mit bestehenden und kommenden Gesetzgebungen an. Genannt wurden in diesem Zusammenhang insbesondere der GENIUS Act sowie die europäische MiCA-Verordnung.
Details zur technischen Infrastruktur, wie etwa der gewählte Name des Tokens, das Tickersymbol, die zugrunde liegende Blockchain oder die exakte Zusammensetzung der Reserven, wurden zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht final kommuniziert.
Marktanalysten der Citi prognostizieren dem Sektor ein erhebliches Wachstumspotenzial. Schätzungen zufolge könnte der Stablecoin-Markt bis zum Jahr 2030 auf ein Basisvolumen von 1,9 Bio. USD anwachsen. In einem optimistischen Szenario halten Experten sogar eine Steigerung auf bis zu 4 Bio. USD für möglich.
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Auswirkungen auf den Markt und bestehende Akteure
Die Ankündigung des neuen Banken-Tokens löste am 1. September 2026 spürbare Reaktionen an den Finanzmärkten aus. Die Aktie des Stablecoin-Emittenten Circle verzeichnete einen Kursrückgang von rund 6 %. In diesem Zuge passte Morgan Stanley die Einschätzung für das Papier deutlich an und senkte das Kursziel von zuvor 106 US-Dollar auf 38 US-Dollar.
Derzeit wird der Markt von etablierten Akteuren dominiert. Die Marktkapitalisierung aller Stablecoins wurde am 1. September 2026 auf etwa 289,8 Mrd. USD bis 303,7 Mrd. USD taxiert. Dabei nimmt Tether mit einer Marktkapitalisierung von über 180 Mrd. USD die führende Position ein, gefolgt von Circle, dessen Volumen per 31. August 2026 mit 73,3 Mrd. USD angegeben wurde.
In einer Anhörung vor dem US-Kongress betonte der Präsident von Circle am 2. September 2026, dass klare US-Regulierungen die Infrastruktur für Dollar-Stablecoins stärken könnten. Er wies zudem darauf hin, dass regulierte Emittenten die Nachfrage nach Staatsanleihen erhöhen könnten, wenngleich Stablecoins aktuell weniger als 1 % der ausstehenden Treasuries halten.
Technologische Fortschritte im Bereich tokenisierter Einlagen
Parallel zu den Plänen für den neuen Stablecoin treiben einzelne Mitglieder des Konsortiums die Tokenisierung im Zahlungsverkehr weiter voran. Citi verarbeitete am 3. September 2026 als erste US-Bank Live-Transaktionen über den Blockchain-Ledger von Swift.
Diese Transaktionen wurden unter anderem im Nahen Osten in Zusammenarbeit mit der First Abu Dhabi Bank (FAB) sowie in Südostasien mit der OCBC durchgeführt. Die Institute DBS und UOB sollen im weiteren Verlauf des Monats folgen.
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Citi meldete zudem, dass im Rahmen der „Citi Token Services“ bereits ein Transaktionsvolumen von etwa 1 Mrd. USD erreicht wurde und das Institut ein 24/7 USD-Clearing für über 300 Bankkunden anbietet.
Bei den aktuellen Testläufen über den Swift-Ledger, an dem insgesamt 17 Banken wie HSBC und Standard Chartered beteiligt sind, verbleiben die tokenisierten Einlagen in den Bilanzen der jeweiligen Institute. Die FAB, die bereits eine Transaktion über 110 Millionen AED auf der ADI-Chain durchgeführt hat, nutzt zudem bereits einen eigenen Stablecoin auf Basis der Landeswährung.
