Stabschrecken in Australien: Forscher entdecken drei weitere Arten
Veröffentlicht am: 25.09.2026 um 07:00 Uhr | dpa, AD HOC NEWSForscher haben in Australien zwei bislang unterschiedenen Stabschrecken-Arten fĂŒnf verschiedene Spezies zugeordnet.
Aus zwei Arten werden fĂŒnf
Das Team um Braxton Jones von der UniversitĂ€t Sydney untersuchte Stabschrecken der Gattung Anchiale, die im Osten Australiens leben. In der Fachzeitschrift «Austral Entomology» beschreiben die Wissenschaftler, dass es sich bei den bisher unterschiedenen Formen tatsĂ€chlich um fĂŒnf Arten handelt.
Stabschrecken werden auch Gespenstschrecken genannt. Ihre lĂ€nglichen Körper und bizarren Formen ahmen hĂ€ufig Pflanzenteile wie Ăste oder BlĂ€tter nach. Diese Tarnung wird von Fachleuten als Mimikry bezeichnet.
Mehr als 20 Zentimeter bei der Goliath-Art
Zu den auffÀlligsten australischen Vertretern zÀhlt die Goliath-Stabschrecke oder Australische Riesenstabschrecke (Clemacantha goliath). Die Weibchen können eine LÀnge von gut 20 Zentimetern erreichen.
Australien und der Weltrekord
Auf dem australischen Kontinent gibt es insgesamt etwa 130 Stabschrecken-Arten. Eine davon wird bis zu 62 Zentimeter lang und gehört damit zu den lÀngeren Insekten der Welt.
Den Weltrekord hĂ€lt laut Guinness Buch der Rekorde eine im SĂŒden Chinas lebende Stabschrecke der Art Phryganistria chinensis mit 64 Zentimetern LĂ€nge. Eine wissenschaftliche Beschreibung dieser Art steht bislang allerdings aus.
Neue Arten durch genauere Bestimmung
Die Neubeschreibung der Anchiale-Stabschrecken zeigt, wie stark sich die bekannte Artenvielfalt durch moderne taxonomische Arbeit verĂ€ndern kann. ĂuĂerlich Ă€hnliche Tiere wurden bislang teilweise als zwei Arten gefĂŒhrt; die Untersuchung ordnet sie nun fĂŒnf Spezies zu. Damit wĂ€chst nicht nur die Zahl der beschriebenen Arten, sondern auch die Grundlage fĂŒr ihren Schutz.
Stabschrecken sind auf Tarnung spezialisiert. Körperform und FĂ€rbung lassen sie wie Zweige oder BlĂ€tter erscheinen und erschweren dadurch sowohl Fressfeinden als auch Beobachtern die Entdeckung. Gerade diese Ăhnlichkeit kann dazu fĂŒhren, dass regionale Unterschiede lange ĂŒbersehen werden. Neue genetische, morphologische und geografische Vergleiche helfen, solche verborgen gebliebenen Arten zu erkennen.
Bedeutung fĂŒr Australiens Artenvielfalt
Australien zĂ€hlt zu den wichtigen LebensrĂ€umen der Phasmiden und beherbergt eine besonders groĂe Formenvielfalt. Die GröĂenrekorde einzelner Arten machen die Gruppe zudem wissenschaftlich und öffentlich auffĂ€llig. FĂŒr die Forschung ist jedoch nicht allein die KörperlĂ€nge entscheidend, sondern vor allem die genaue Verbreitung der einzelnen Spezies.
Eine prĂ€zisere Zuordnung kann Folgen fĂŒr Naturschutz, Monitoring und die Bewertung lokaler LebensrĂ€ume haben. Wenn eine bislang weit verbreitet erscheinende Art tatsĂ€chlich aus mehreren regional begrenzten Arten besteht, können einzelne Populationen stĂ€rker gefĂ€hrdet sein als bisher angenommen. Die aktuelle Studie liefert dafĂŒr zunĂ€chst eine taxonomische Grundlage; konkrete SchutzmaĂnahmen hĂ€ngen von weiteren Untersuchungen zu BestĂ€nden und LebensrĂ€umen ab.
