Steam-Betrug, Computer

Steam-Betrug: 8.000 Computer mit Trojaner infiziert, 220.000 Euro gestohlen

Veröffentlicht am: 19.07.2026 um 21:42 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Ein 21-Jähriger erbeutete mit Schadsoftware auf Steam 220.000 Euro in Kryptowährungen. Die Polizei fand ihn durch Bitcoin-finanzierte Essensbestellungen.

Krypto-Diebstahl via Steam: Täter durch Uber-Eats-Lieferung überführt
Digitales Schloss-Symbol über verschwommenen Krypto-Charts und tippender Person, Symbol für Krypto-Betrug und Malware. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Ein junger Mann aus Florida soll mit gefälschten Videospielen auf Steam massenhaft Kryptogeld gestohlen haben – und wurde durch eine Lieferung Uber Eats überführt.

Die Spur führte vom Pixel zum Pizzakarton

Die US-Bundesbehörden haben Zyaire Dontaevious Zamarion Wilkins (21) festgenommen. Der Vorwurf: Zwischen Mai 2024 und Februar 2026 soll er eine Schadsoftware betrieben haben, die über acht betrügerische Spiele auf der Spieleplattform Steam verbreitet wurde. Rund 8.000 Computer wurden infiziert. Die Titel – darunter „BlockBlasters", „Dashverse", „PirateFi" und „Lunara" – tarnten sich als harmlose Spiele, enthielten aber sogenannte Infostealer wie den gefährlichen Vidar-Trojaner.

Die Schadsoftware kaperte Zugangsdaten und leerte Krypto-Wallets. Nach FBI-Angaben erbeutete die Bande rund 220.000 Euro aus etwa 80 verschiedenen digitalen Geldbörsen. Ein Twitch-Streamer mit dem Namen RastalandTV verlor im September 2025 allein 32.000 Euro.

Wie die Ermittler den Täter stellten

Die Masche war ausgeklügelt: Wilkins soll 10.000 Euro für ein Remote Access Tool (RAT) bezahlt und mit einem Entwickler aus Seattle zusammengearbeitet haben. Die Verbreitung der Schadsoftware lief über soziale Netzwerke wie Discord, Telegram, X und LinkedIn.

Der Durchbruch gelang den Ermittlern auf ungewöhnlichem Weg. Sie verfolgten die gestohlenen Kryptogelder über Bitcoin-finanzierte Bitrefill-Gutscheine. Diese wurden für Uber-Eats-Bestellungen genutzt – und führten direkt zur Wohnung des Verdächtigen. Ihm drohen nun bis zu zehn Jahre Haft.

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Immer raffiniertere Angriffsmethoden

Der Fall reiht sich ein in eine wachsende Welle von Cyberangriffen auf Krypto-Anleger. Sicherheitsforscher von Kaspersky entdeckten kürzlich die Schadsoftware OkoBot, die mit rund 20 Modulen arbeitet. Sie wird oft über gefälschte GitHub-Repositories verbreitet und kann sogar Hardware-Wallets von Ledger und Trezor nachahmen.

Noch perfider: Die berüchtigte Lazarus-Gruppe versteckte im Mai 2026 mehrstufige Schadsoftware in den Kommentarblöcken von SVG-Bildern. Die Verteilung erfolgte über gefälschte Jobangebote auf professionellen Plattformen. Ziel waren Wallets wie MetaMask und Phantom.

Alte Bedrohungen bleiben gefährlich

Selbst scheinbar ausgemerzte Schädlinge kehren zurück. Der Lumma-Stealer wurde im Mai 2025 bei einer internationalen Aktion mit 2.300 beschlagnahmten Domains und 394.000 identifizierten Infektionen massiv getroffen. Doch schon zwei Monate später war die Infrastruktur wieder aufgebaut. Bitdefender bestätigte Anfang 2026 neue Varianten, die sich als Windows-Terminal-Komponenten tarnen.

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Warnungen aus der Industrie

Die Verluste durch Krypto-Betrug steigen rasant. Erst am heutigen Sonntag warnte Ripple-CTO David Schwartz davor, dass die meisten Instagram-Konten, die vorgeben, ihm zu gehören, betrügerisch seien.

Allein in Texas verloren Verbraucher 2025 eine Milliarde Euro durch Kryptobetrug – 56 Millionen Euro davon über Krypto-Kioske. Bundesweit verzeichnet das FBI einen Anstieg der Beschwerden zu diesen Automaten um 58 Prozent.

Erst kürzlich wurde zudem Benjamin Paul Wiener in Sioux Falls angeklagt. Er soll Anleger um 20 Millionen Euro betrogen haben, indem er Gelder für angebliche Krypto-Investitionen veruntreute. Und das FBI warnte bereits 2026 vor einem neuen Trend: Betrüger schicken physische Kuriere zu ihren Opfern, um Bargeld unter dem Vorwand gefälschter Steuerzahlungen oder Strafen einzusammeln.

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