StegoAd-Netzwerk zerschlagen: 119 Add-ons mit 2,6 Mio. Installationen
Veröffentlicht am: 29.06.2026 um 15:38 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Über 100 schadhafte Add-ons mit 2,6 Millionen Installationen entdeckt – Kriminelle nutzten Bilddateien als Tarnung.
Microsoft hat ein groß angelegtes Netzwerk betrügerischer Browser-Erweiterungen zerschlagen. Insgesamt 119 Add-ons wurden aus dem Microsoft Edge Add-ons Store entfernt. Das als „StegoAd“ bekannte Netzwerk war seit 2021 aktiv und erreichte schätzungsweise 2,6 Millionen Installationen, bevor die Sicherheitslücke geschlossen wurde.
Versteckte Codes in Bildern und Schriftarten
Die Täter setzten auf eine besonders raffinierte Tarnmethode: Steganographie. Dabei wird schädlicher Code in alltäglichen Dateiformaten versteckt – in PNG- und WebP-Bildern sowie in WOFF2-Schriftarten. So umgingen die Entwickler die automatischen Sicherheitsprüfungen von Microsoft.
Die Erweiterungen tarnten sich als nützliche Werkzeuge, entpuppten sich jedoch als stille Datendiebe. Sie betrieben Werbebetrug, kaperten Affiliate-Links und stahlen sensible Nutzerdaten. Besonders brisant: Die Schadsoftware konnte Google- und WordPress-Zugangsdaten, Session-Cookies und sogar Zwei-Faktor-Authentifizierungscodes abgreifen.
Microsoft sperrte daraufhin mehr als 90 Entwicklerkonten, die mit dem Netzwerk in Verbindung standen. Zwar lag der Fokus auf dem Edge-Browser, doch die Täter versuchten offenbar, ihre Erweiterungen auch auf Chrome und Firefox zu portieren.
Weitere Sicherheitsvorfälle erschüttern die Branche
Die Zerschlagung von StegoAd ist nur die Spitze des Eisbergs. Die jüngsten Wochen haben eine Reihe weiterer Sicherheitslücken offenbart:
LastPass-Betrug über Drittanbieter: Am 12. Juni 2026 meldete der Passwort-Manager einen Sicherheitsvorfall. Ein unbefugter Dritter erlangte über den Partner Klue OAuth-Tokens und griff auf Kundendaten in Salesforce zu. Namen, Telefonnummern und E-Mail-Adressen waren betroffen. Die verschlüsselten Passwort-Tresore blieben laut LastPass unangetastet.
Wer die über 100 schadhaften Browser-Add-ons im eigenen Unternehmen ausschließen will, findet in diesem Report die wichtigsten Prüfschritte – von der Erkennung steganografischer Malware bis zur Passwort-Rücksetzung. Jetzt kostenlosen Sicherheits-Report anfordern
WordPress-Plugin-Krise: Ein mutmaßlicher Hintertür-Code im Premium-Plugin „EU VAT for WooCommerce Pro“ löste Alarm aus. Mehr als 80 Plugins des Entwicklers WPFactory waren betroffen, potenziell 170.000 WordPress-Seiten gefährdet. WordPress.org sperrte die betroffenen Erweiterungen vorübergehend.
Phishing-Welle trifft Hotellerie und Messenger
Seit April 2026 verfolgt Microsoft eine Phishing-Kampagne gegen die Hotellerie in Europa und Asien. Angreifer verschicken gefälschte Booking.com-E-Mails und Kalenderbenachrichtigungen, die Node.js-Schadsoftware als getarnte ZIP-Dateien enthalten.
Das FBI warnte zudem vor der Plattform Kali365 – einem Phishing-as-a-Service-Angebot. Es nutzt Microsofts Gerätecode-Login-Prozess aus, um die Mehrfaktor-Authentifizierung zu umgehen und OAuth-Tokens zu stehlen. Betroffen sind Outlook, Teams und OneDrive.
Am 25. Juni 2026 schlug das indische CERT-In Alarm: WhatsApp Web und Desktop werden Ziel einer großangelegten Malware-Kampagne. Angreifer nutzen kompromittierte Konten, um schädliche VBScript-Anhänge zu verbreiten – mit potenziellem Fernzugriff auf die Systeme der Opfer.
Was betroffene Nutzer jetzt tun sollten
Steganographie in Bildern und Schriftarten – die StegoAd-Tarnmethode zeigt, wie raffiniert Angreifer Sicherheitsprüfungen umgehen. Unternehmen, die ihre Add-ons nicht aktiv überwachen, riskieren Datendiebstahl trotz 2FA. Dieser Report liefert eine konkrete Risiko-Checkliste. Risiko-Checkliste jetzt sichern
Sicherheitsexperten raten zu einer gründlichen Überprüfung aller installierten Browser-Erweiterungen. Wer verdächtige Add-ons entdeckt, sollte sie sofort entfernen und alle wichtigen Passwörter zurücksetzen – insbesondere für Google- und WordPress-Konten.
Unternehmen wird empfohlen, den Gerätecode-Login-Prozess einzuschränken und Konten auf unerwartete aktive Sitzungen zu überwachen. WordPress-Administratoren sollten gepatchte Plugin-Versionen einspielen und die Integrität ihrer Kernverzeichnisse prüfen.
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