Steinfischgift: Forscher entdecken Potenzial gegen Autoimmunerkrankungen
Veröffentlicht am: 18.08.2026 um 12:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Forschende der James Cook University haben sich mit einer ungewöhnlichen Quelle für künftige Medikamente beschäftigt: dem Gift von Steinfischen. Eine im Fachjournal Toxicon veröffentlichte Studie zeigt, dass das Gift sowohl des Riff-Steinfischs als auch des Ästuarin-Steinfischs immunsuppressive Eigenschaften besitzt und die Produktion von Entzündungsproteinen im Körper verringern kann. Die Erkenntnisse könnten langfristig zur Entwicklung neuer Wirkstoffe gegen chronische Entzündungs- und Autoimmunerkrankungen beitragen.
Zwei Giftarten im Vergleich
Steinfische zählen zu den giftigsten Fischen überhaupt und sind vor allem im Indopazifik verbreitet, wo sie in Riffen und Flussmündungen leben. Die Forschungsgruppe der James Cook University untersuchte die Wirkung der Gifte beider Arten und stellte dabei Unterschiede in der Wirkstärke fest: Das Gift des Riff-Steinfischs erwies sich bereits in minimalen Dosen als potenter als das des Ästuarin-Steinfischs. Beide Giftarten zeigten jedoch die Fähigkeit, das Immunsystem zu dämpfen und die Ausschüttung entzündungsfördernder Proteine zu reduzieren.
Stabilität als praktischer Vorteil
Für die medizinische Weiterverarbeitung von Naturstoffen ist die Haltbarkeit der Wirksubstanz ein entscheidender Faktor. Die Untersuchung der James Cook University ergab, dass die biologische Aktivität des Steinfischgifts auch nach dem Einfrieren und anschließendem Trocknen erhalten bleibt.
Diese Stabilität gilt als wichtige Voraussetzung dafür, dass ein Naturgift überhaupt als Ausgangsmaterial für die pharmazeutische Entwicklung in Betracht kommt, da Wirkstoffe für Lagerung, Transport und Weiterverarbeitung eine gewisse Robustheit aufweisen müssen.
Ziel: neue Ansätze gegen Entzündungs- und Autoimmunerkrankungen
Die Forschungsgruppe rund um Dr. Silvia Luiza Saggiomo, die die Studie leitete, verfolgt mit den Untersuchungen ein konkretes Ziel: Aus den immunsuppressiven Eigenschaften des Steinfischgifts sollen langfristig neue Medikamente gegen entzündliche und autoimmune Erkrankungen entstehen.
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Einordnung für die Wirkstoffforschung
Gifte von Meerestieren gelten in der pharmazeutischen Forschung schon länger als interessante Quelle für neue Wirkstoffe, da sie über Millionen Jahre der Evolution hochspezifische biologische Wirkungen entwickelt haben. Die aktuellen Ergebnisse zum Steinfischgift reihen sich in diesen Forschungsansatz ein, befinden sich jedoch noch in einem frühen Stadium.
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Bis aus den beobachteten immunsuppressiven Effekten tatsächlich ein zugelassenes Medikament werden könnte, sind in der Regel weitere Untersuchungsschritte notwendig, etwa zur genauen Wirkweise einzelner Giftbestandteile, zur Dosierung und zur Verträglichkeit.
Die Studie liefert dafür jedoch einen belastbaren Ausgangspunkt, da sie sowohl die Wirksamkeit als auch die Stabilität des Giftes unter praxisnahen Bedingungen wie Einfrieren und Trocknen dokumentiert.
Für die Forschung an Entzündungs- und Autoimmunerkrankungen könnten die Ergebnisse der James Cook University damit einen zusätzlichen Impuls liefern, indem sie eine bislang wenig beachtete natürliche Substanzklasse in den Blick der Wirkstoffentwicklung rücken.
