Stellantis und Wayve: KI-Fahrfunktionen in unter vier Wochen auf der Straße
Veröffentlicht am: 09.10.2026 um 19:03 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Automobilkonzern Stellantis setzt auf eine vertiefte Partnerschaft mit dem britischen KI-Entwickler Wayve, um die Kosten und Entwicklungszeiten für moderne Fahrerassistenzsysteme spürbar zu reduzieren.
Wie Stellantis-Chef Antonio Filosa hervorhob, verspricht die Zusammenarbeit einen signifikanten Effizienzgewinn bei der Einführung neuer Fahrfunktionen. Beim Automobilhersteller beläuft sich die reguläre Entwicklungsdauer für entsprechende Systeme aktuell auf rund 24 Monate.
Schnelle Integration in Serienmodelle erprobt
Welches Tempo die Kooperation ermöglichen soll, zeigten Stellantis und Wayve jüngst bei einer praktischen Demonstration in Turin. Dort führten die beiden Partner die Technologie anhand von Prototypen des elektrischen Fiat 500e sowie des Maserati Grecale vor.
Zuvor war die Software bereits in einem Jeep Grand Cherokee präsentiert worden. Nach Angaben der beteiligten Unternehmen dauerte die Integration bis zu den ersten Straßentests beim Fiat 500e und beim Maserati Grecale weniger als vier Wochen.
Im Rahmen der Testfahrten wurde ein sogenanntes Level-2++-Tür-zu-Tür-Fahren auf Autobahnen und im städtischen Verkehr demonstriert. Dieses Profil erlaubt es Fahrenden, die Hände vom Lenkrad zu nehmen, verlangt jedoch weiterhin deren ständige Aufmerksamkeit und Aufsicht. Das Gesamtsystem kombiniert dabei die Technologie Wayve AI Driver mit der konzerneigenen Plattform STLA AutoDrive von Stellantis.
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Technische Basis ohne Spezialhardware
Ein zentrales Merkmal des Ansatzes von Wayve liegt im Verzicht auf kostenintensive Hilfsmittel: Das System arbeitet ohne hochauflösende HD-Karten, ohne handcodierte Fahrregeln und kommt ohne dedizierte Spezialhardware aus.
Auf dieser Software-Architektur aufbauend verfolgen beide Unternehmen langfristige Ziele. Die gemeinsame KI-Basis soll künftig auch für L4-fähige Plattformen genutzt werden, um vollständig fahrerlose Mobilitätsdienste zu ermöglichen.
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Bis solche Systeme jedoch flächendeckend im alltäglichen Straßenverkehr zum Einsatz kommen, sind auch übergeordnete Rahmenbedingungen zu klären. Wie Stellantis und Wayve festhalten, werden die maßgeblichen europäischen Zulassungsregeln derzeit noch harmonisiert. Die Kooperation markiert dennoch einen wichtigen Schritt des Konzerns, neue Software- und Assistenztechnologien schneller zur Marktreife zu führen.

