Stellantis + Wayve: KI-Autonomie Stufe 2+ kommt 2028
29.05.2026 - 20:10:06 | boerse-global.deDie globale Automobilbranche treibt die Entwicklung softwaregesteuerter Fahrzeuge mit einer Reihe strategischer Partnerschaften und technologischer Meilensteine massiv voran. Im Fokus stehen dabei hochleistungsfähige Computerhardware, offene Softwareplattformen und der schrittweise Ausbau automatisierter Fahrsysteme.
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Stellantis setzt auf KI-gestütztes Fahren ab 2028
Der Autokonzern Stellantis hat am 21. Mai 2026 eine Partnerschaft mit dem britischen KI-Spezialisten Wayve bekannt gegeben. Ziel ist die Integration von Wayves künstlicher Intelligenz in die STLA AutoDrive-Plattform. Das System soll autonomes Fahren der Stufe 2+ sowohl auf Autobahnen als auch im Stadtverkehr ermöglichen.
Der Marktstart ist für 2028 in Nordamerika vorgesehen. Wayve-CEO Alex Kendall betonte, dass ein Prototyp innerhalb von weniger als zwei Monaten in ein Fahrzeug integriert werden konnte. Die Partnerschaft folgt auf eine erfolgreiche Finanzierungsrunde: Im Februar 2026 sicherte sich Wayve 1,2 Milliarden Euro in einer Series-D-Runde mit Beteiligung von Stellantis, Mercedes-Benz, Nissan, Microsoft, Nvidia und Uber.
Dieser technologische Vorstoß ist Teil des FaSTLAne 2030-Plans, den Stellantis-Chef Antonio Filosa kürzlich vorgestellt hat. Die Strategie sieht die Einführung von über 60 neuen Fahrzeugen und 50 Modell-Updates bis 2030 vor – mit starkem Fokus auf Erschwinglichkeit und Elektrifizierung. In Nordamerika plant der Konzern elf neue Modelle, darunter zwei für unter 28.000 Euro und neun unter 36.000 Euro, etwa den Chrysler Airflow und den Chrysler Arrow.
Open Source und Infotainment der nächsten Generation
Am 28. Mai 2026 präsentierte LG Electronics neue Lösungen für das digitale Cockpit auf Basis des Android Automotive Operating Systems (AAOS). Die Technologie steuert mehrere Displays über einen einzigen Qualcomm Snapdragon-Cockpit-Chip. Google-Vizepräsident Patrick Brady lobte das Potenzial der Lösung für moderne Fahrzeugarchitekturen.
Parallel dazu gab Hyundai Mobis am selben Tag seinen Beitritt zur Eclipse Foundation und die Teilnahme am S-Core-Projekt bekannt. Das Unternehmen stellt eine containerisierte Lösung als Open-Source-Software zur Verfügung, die Berichten zufolge zehnmal schneller sein soll als bestehende Alternative. Das Projekt umfasst 13 beteiligte Unternehmen, erfüllt den ASIL-B-Sicherheitsstandard und zielt auf eine flexiblere Basis für softwaredefinierte Mobilität ab.
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Hardware-Innovationen und virtuelle Tests
Auch die Hardware für autonomes Fahren macht Fortschritte. BYD hat die Produktion seines Xuanji A3-Chips aufgenommen. Der 4-Nanometer-Prozessor leistet 700 TOPS (Billionen Operationen pro Sekunde) und kann in einer Dreifach-Konfiguration auf 2.100 TOPS skaliert werden. Der Chip unterstützt autonomes Fahren der Stufen 3 und 4 und wird das DiPilot 300-System antreiben, das BYD für rund 1.600 Euro als Option anbieten will.
Die technischen Fortschritte kommen zu einer Zeit, in der BYD im April 156.944 Fahrzeuge in China auslieferte – ein Rückgang um 19,8 Prozent.
Im Bereich Sensorik und Simulation ist LG Innotek eine strategische Partnerschaft mit Applied Intuition eingegangen. Seit dem 29. März 2026 testet das Unternehmen Kameramodule auf Referenzfahrzeugen in den USA, Europa und Japan. Ein zentrales Ziel ist die Entwicklung eines digitalen Zwillingssensors, der virtuelle Simulationen für autonome Systeme verbessert.
Robotaxis gehen in Serie
Während sich die Technik für Privatfahrzeuge auf die Stufen 2+ und 3 konzentriert, gewinnt die kommerzielle Nutzung von Stufe-4-Fahrzeugen in bestimmten Märkten an Fahrt. GAC und Toyota haben die Produktion von Robotaxis auf Basis des bZ4X-Modells gestartet – mit Technologie von Pony.ai. Das Ziel: 1.000 Einheiten bis Ende 2026 in Guangzhou. Dem Projekt vorausgegangen war eine Investition von rund 1,4 Milliarden Euro. Die ersten Serienfahrzeuge liefen bereits im Februar dieses Jahres vom Band.
Um diese langfristigen Produktionsziele zu unterstützen, reorganisiert Stellantis seine internen Strukturen. Zum 1. Juli 2026 wird das Unternehmen sein ehemaliges Joint Venture mit Punch Powertrain offiziell in die Stellantis Europe-Struktur integrieren. Rund 770 Mitarbeiter am Standort Mirafiori, die elektrifizierte Doppelkupplungsgetriebe herstellen, werden dann in eine interne Einheit überführt. Zudem hat die französische Regierung signalisiert, dass Stellantis ab 2029 über eine Milliarde Euro in sein Werk in Mülhausen investieren wird, um eine neue Generation von Elektrofahrzeugen zu produzieren.
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