SteuerkriminalitÀt: Regierung plant hÀrtere Strafen und 1500 neue Stellen
Veröffentlicht: 17.07.2026 um 18:17 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Bundesfinanzminister Lars Klingbeil und Justizministerin Hubig haben einen 26-Punkte-Aktionsplan gegen SteuerkriminalitĂ€t vorgestellt. Im Kern geht es um hĂ€rtere Strafen, mehr Personal und den Einsatz von KĂŒnstlicher Intelligenz.
Die Behörden wollen das Entdeckungsrisiko fĂŒr Steuerhinterzieher drastisch erhöhen. Geplant ist ein neues Gemeinsames Zentrum gegen Steuer- und FinanzkriminalitĂ€t beim Zoll mit rund 1500 zusĂ€tzlichen Stellen. Ein KI-gestĂŒtztes Datenanalysezentrum soll komplexe Betrugsmuster kĂŒnftig schneller erkennen.
HÀrtere Strafen und lÀngere Fristen
Besonders schwer wiegen die geplanten VerschÀrfungen im Strafrecht. Bei organisierter SteuerkriminalitÀt soll die Höchststrafe von zehn auf 15 Jahre steigen. Die Möglichkeit der strafbefreienden Selbstanzeige soll komplett wegfallen.
Die angekĂŒndigten VerschĂ€rfungen zeigen, dass die Finanzbehörden die Einhaltung steuerlicher Vorgaben immer strenger kontrollieren. Mit diesem kostenlosen Ratgeber bereiten sich SelbststĂ€ndige optimal auf eine BetriebsprĂŒfung vor und behalten souverĂ€n die Kontrolle. Mit dem richtigen 12-Punkte-Selbstcheck die BetriebsprĂŒfung meistern
Auch die Aufbewahrungsfristen fĂŒr Buchungsbelege werden einheitlich auf 15 Jahre verlĂ€ngert. Bislang lag die Frist bei acht bis zehn Jahren. In bargeldintensiven Branchen soll ab einem Jahresumsatz von 100.000 Euro eine Registrierkassenpflicht greifen.
SchÀrfere Gangart bei Vermögen und Kryptos
Ermittler sollen kĂŒnftig schneller zugreifen können. Hochwertige Sachwerte wie Luxusuhren oder Sportwagen dĂŒrfen fĂŒr bis zu 180 Tage beschlagnahmt werden â ohne vorherige Verurteilung. Und die bisherige Steuerfreiheit fĂŒr KryptowĂ€hrungen nach einem Jahr Haltefrist soll entfallen.
Hintergrund: Dem Fiskus entgehen jĂ€hrlich zwischen 100 und 200 Milliarden Euro durch Steuerbetrug. Allein Cum-Ex und Cum-Cum verursachten SchĂ€den in zweistelliger Milliardenhöhe. Branchenexperten begrĂŒĂten den Plan als lĂ€ngst ĂŒberfĂ€lligen Schritt.
Vorsicht vor Phishing-Wellen
Parallel zur Offensive warnen Behörden vor einer Zunahme von Betrugsmails. Das saarlĂ€ndische Finanzministerium warnte Mitte Juli vor gefĂ€lschten E-Mails mit angeblichen PrĂŒfungsanordnungen. Die Nachrichten enthalten manipulierte PDF-AnhĂ€nge mit Schadsoftware.
Cyberkriminelle nutzen gezielt psychologische Tricks und gefĂ€lschte Behörden-Mails, um in Unternehmensnetzwerke einzudringen. Dieser kostenlose Leitfaden zeigt Firmen aus Verwaltung und Handel, wie sie Phishing-Angriffe effektiv stoppen können. In 4 Schritten zum sicheren Unternehmen â Gratis-Leitfaden jetzt herunterladen
Auch die Verbraucherzentrale verzeichnet verstÀrkt Phishing-Versuche im Namen des Steuerportals Elster und der AOK. Kriminelle locken mit Links zu gefÀlschten Anmeldeseiten, um Zugangsdaten abzugreifen. Experten raten: Niemals AnhÀnge oder Links in solchen Mails öffnen.
Das Gesetzgebungsverfahren soll im SpĂ€tsommer starten. FĂŒr Teile der Reform ist die Zustimmung der BundeslĂ€nder nötig. Erste MaĂnahmen wie die Registrierkassenpflicht könnten bereits Anfang 2027 in Kraft treten. Die Regierung erwartet ab 2027 Mehreinnahmen von mindestens einer Milliarde Euro.
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