Igel-Tod durch MĂ€hroboter â vor allem nachts droht Gefahr
29.05.2025 - 04:30:38In vielen GĂ€rten rollen sie lĂ€ngst wieder: MĂ€hroboter, die den Rasen ohne eigene Anstrengung kurz halten sollen. Speziell fĂŒr Igel sind sie eine tödliche Gefahr. Die nachtaktiven Tiere laufen nicht weg, sondern rollen sich ein, wie Julia Stubenbord, Landestierschutzbeauftragte in Baden-WĂŒrttemberg, erklĂ€rt. Mit der Zahl der MĂ€hroboter habe deshalb die Zahl verletzter Igel stark zugenommen.Â
Experten unter anderem des Bunds fĂŒr Umwelt und Naturschutz (BUND) und des Leibniz-Instituts fĂŒr Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) fordern schon seit lĂ€ngerem ein Nachtfahrverbot fĂŒr MĂ€hroboter. Einige Gemeinden wie Köln, Mainz und demnĂ€chst Erfurt haben das bereits eingefĂŒhrt.Â
Leid und Schmerz bleiben oft unbemerkt
Das Institut hatte im vergangenen Jahr zusammen mit Igel-Auffangstationen Zahlen veröffentlicht: Allein von Juni 2022 bis Oktober 2023 wurden demnach bundesweit 370 Igel mit Schnittverletzungen gemeldet. Fast die HĂ€lfte (47 Prozent) ĂŒberlebte nicht. Hinzu kommt eine hohe Dunkelziffer nicht entdeckter verletzter oder getöteter Tiere, da ĂŒberrollte Igel â so sie es noch können â in den Schutz von Hecken und GebĂŒsch flĂŒchten, wie es hieĂ.
Mindestens 60 Prozent der Igel mit Schnittverletzungen seien erst Tage oder gar Wochen nach dem Unfall gefunden worden, erklĂ€rte Anne Berger vom Leibniz-IZW. Sie hĂ€tten also ĂŒber einen langen Zeitraum erheblich leiden mĂŒssen. «Solches Tierleid ist gesetzlich verboten, sofern es Alternativen gibt, die kein Tierleid verursachen.»
Immer weniger Igel sind unterwegs
Die Zahl der Igel schwindet â nicht allein wegen der Roboter. Der Deutschen Wildtierstiftung zufolge mangelt es den Tieren in der modernen Agrarlandschaft und in ausgerĂ€umt-ordentlichen GĂ€rten an geeignetem Lebensraum. Viele Igel werden ĂŒberfahren oder finden wegen des rasanten InsektenrĂŒckgangs zu wenig Nahrung.Â
In Deutschland steht der Braunbrustigel (Erinaceus europaeus) auf der Vorwarnliste der Roten Liste, auf der internationalen Roten Liste der Weltnaturschutzunion (IUCN) ist er als «potenziell gefĂ€hrdet» eingestuft.Â
Was sagen Hersteller?
Vom Hersteller Stihl heiĂt es, dem Unternehmen sei bewusst, dass MĂ€hroboter fĂŒr Igel ein Verletzungsrisiko darstellen. «Wir haben bei der Entwicklung der aktuellen Generation unserer MĂ€hroboter viel dafĂŒr getan, um dieses Risiko zu reduzieren», sagte eine Sprecherin.Â
Zum Schutz dĂ€mmerungs- und nachtaktiver Tiere sei in den voreingestellten MĂ€h-PlĂ€nen eine Nachtaktivierung nicht vorgesehen. Wird eine Nachtaktivierung vom Nutzer explizit gewĂŒnscht und in der MĂ€hroboter-App programmiert, erhĂ€lt der Nutzer demnach einen Hinweis, dass dies zum Schutz von Kleintieren vermieden werden sollte.Â
Der BUND rĂ€t, zu hinterfragen, ob es ĂŒberhaupt ein MĂ€hroboter sein muss: Wer ihn weglasse, tue neben den Igeln auch Insekten, Amphibien und anderen Tieren etwas Gutes. Wenn der Rasen höher wachsen und blĂŒhen dĂŒrfe, sei das ein echter Gewinn fĂŒr die Artenvielfalt.







