Stiff-Person-Syndrom: Zelltherapie verbessert GehfÀhigkeit nach 12 Monaten um 49 Prozent
Veröffentlicht am: 24.09.2026 um 16:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die klinische Erforschung von Zelltherapien auĂerhalb der Onkologie gewinnt zunehmend an Bedeutung. Bei seltenen und schwer behandelbaren neuroimmunologischen Erkrankungen deuten aktuelle Daten darauf hin, dass gezielte BehandlungsansĂ€tze den Krankheitsverlauf nachhaltig stabilisieren können.
Im Fokus stehen dabei neuere Zwischenergebnisse zu Miv-cel (KYV-101), einer Zelltherapie des Unternehmens Kyverna Therapeutics. Berichte vom 24. September 2026 heben positive einjĂ€hrige Resultate der KYSA-8-Studie beim Stiff-Person-Syndrom (SPS) sowie weiterfĂŒhrende Verlaufsdaten aus der Phase-2-Studie KYSA-6 bei generalisierter Myasthenia gravis (gMG) hervor.
Deutliche MobilitÀtsgewinne beim Stiff-Person-Syndrom
In der KYSA-8-Untersuchung, die den Einsatz von Miv-cel bei Patienten mit Stiff-Person-Syndrom prĂŒft, zeigte sich eine messbare Verbesserung der motorischen FĂ€higkeiten.
Nach dem Datenbankschluss im Juli 2026, der 26 behandelte Patienten umfasste, ergab sich im standardisierten 25-FuĂ-Gehtest eine mediane Verbesserung gegenĂŒber dem Ausgangswert von 46 Prozent in Woche 16 sowie 49 Prozent nach 12 Monaten (p<0,0001).
Neben den Werten im Gehtest erwiesen sich die Verbesserungen als stabil: 95 Prozent der Teilnehmer, die zuvor ein klinisch relevantes Ansprechen gezeigt hatten, behielten diesen Nutzen bei. Zudem benötigten 92 Prozent der behandelten Personen nach der Therapie keine chronische SPS-Immuntherapie mehr.
Unter den 12 Patienten, die vor dem Studienstart auf eine Gehhilfe angewiesen waren, kamen 67 Prozent nach 12 Monaten ohne entsprechende Hilfsmittel aus. Auf Seiten der VertrÀglichkeit traten nach Angaben des Unternehmens weder schwere VerlÀufe des Zytokin-Freisetzungssyndroms (CRS) noch schwere FÀlle des Immuneffektorzell-assoziierten NeurotoxizitÀtssyndroms (ICANS) oder von IEC-HS auf.
Langfristige Stabilisierung bei Myasthenia gravis
Parallel zu den Ergebnissen beim Stiff-Person-Syndrom deuten auch die Auswertungen der KYSA-6-Studie der Phase 2 auf ein kontinuierliches Ansprechen bei generalisierter Myasthenia gravis hin. Mit Datenstichtag Juni 2026 erfasste die Analyse 7 Patienten.
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Bei allen sieben Teilnehmern (7/7) zeigte sich nach 24 Wochen eine klinisch bedeutsame Verbesserung in den Bewertungskriterien MG-ADL und QMG, wobei die mittlere Reduktion bei 8,3 beziehungsweise 11,7 Punkten lag.
Bei fĂŒnf Patienten reichte die dokumentierte Nachbeobachtung bis zu 1,5 Jahre. Alle fĂŒnf Patienten mit einem Beobachtungszeitraum von mindestens einem Jahr hielten die erzielte Verbesserung aufrecht.
Zum Zeitpunkt der letzten Untersuchung kamen 6 von 7 Patienten (86 Prozent) ohne Immunsuppressiva aus, wÀhrend 57 Prozent das Kriterium minimaler Symptome erreichten. Wie auch in der KYSA-8-Studie wurden in dieser Kohorte keine FÀlle von IEC-HS oder hochgradigem CRS beziehungsweise ICANS verzeichnet.
NĂ€chste Schritte im Zulassungsprozess
Die vorliegenden Resultate bilden fĂŒr Kyverna Therapeutics die Grundlage fĂŒr das weitere regulatorische Vorgehen. Das Unternehmen beabsichtigt, die fortlaufende Einreichung des Zulassungsantrags (Rolling BLA) fĂŒr die Indikation Stiff-Person-Syndrom im vierten Quartal 2026 abzuschlieĂen.
Viele Betroffene sind trotz Immuntherapie im Alltag auf eine Gehhilfe angewiesen. In einer aktuellen Auswertung kamen nach zwölf Monaten 67 Prozent der zuvor gehbeeintrÀchtigten Teilnehmer ohne Hilfsmittel aus. Unser kostenloser Ratgeber ordnet die Studiendaten ein und zeigt, welche Fragen Sie zu neuen Therapieoptionen stellen können. Ratgeber jetzt anfordern
FĂŒr das Programm in der generalisierten Myasthenia gravis ist vorgesehen, die Patientenrekrutierung fĂŒr die Phase-3-Studie Mitte 2027 abzuschlieĂen. Beide Projekte veranschaulichen das Potenzial, mit zellulĂ€ren Therapien neue Optionen bei chronisch-entzĂŒndlichen Nervenerkrankungen zu etablieren.
