Streamingmarkt, Pay-TV

Streamingdienste treiben Wachstum – Pay-TV-Markt stagniert trotz mehr Abos

Veröffentlicht am: 14.09.2026 um 12:56 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Der Verband Privater Medien Vaunet meldet für den deutschen Markt mit Streamingdiensten und Pay-TV stabile Umsätze bei zugleich steigenden Abonnentenzahlen. Vor allem kostenpflichtige Streamingangebote treiben das Wachstum, während Pay-TV leicht an Bedeutung verliert.

Im vergangenen Jahr hatte Vaunet für 2025 noch mit einem Anstieg der Gesamtumsätze auf 5,8 Milliarden Euro gerechnet (Archivbild). - Bild: Silas Stein/dpa
Im vergangenen Jahr hatte Vaunet für 2025 noch mit einem Anstieg der Gesamtumsätze auf 5,8 Milliarden Euro gerechnet (Archivbild). - Bild: Silas Stein/dpa

Der Markt fĂĽr kostenpflichtige Streamingdienste und Pay-TV-Sender in Deutschland bleibt nach neuen Zahlen des Verbands Privater Medien Vaunet auf hohem Niveau.

Umsätze bleiben stabil, leichtes Plus erwartet

Die Umsätze lagen 2025 wie im Vorjahr bei insgesamt 5,5 Milliarden Euro. Für das laufende Jahr rechnet Vaunet mit einem leichten Plus von 1,3 Prozent auf 5,6 Milliarden Euro. Damit bestätigt der Verband, dass der Bezahlmarkt für audiovisuelle Angebote trotz eines veränderten Umfelds stabil bleibt.

Streaming legt zu, Pay-TV gibt leicht nach

Für weiteres Wachstum sorgen vor allem kostenpflichtige Streamingdienste. Mit sogenannten Subscription-Video-on-Demand-Angeboten wurden 2025 rund 3,0 Milliarden Euro umgesetzt. In diesem Jahr könnten es nach der Prognose des Verbands 3,2 Milliarden Euro und damit 5 Prozent mehr werden. Beim Pay-TV lagen die Umsätze im vergangenen Jahr bei rund 2,0 Milliarden Euro, für 2026 erwartet Vaunet einen leichten Rückgang auf 1,9 Milliarden Euro.

Mehr Abos bei Streaming und Pay-TV

Die Zahl der Abonnenten von Video-Streamingdiensten stieg im vergangenen Jahr von 25,4 Millionen auf 25,9 Millionen. FĂĽr 2026 erwartet Vaunet einen weiteren Anstieg auf 26,7 Millionen. Auch die Zahl der Pay-TV-Abonnements nahm zu: Sie stieg von 15,2 Millionen im Jahr 2024 auf 15,8 Millionen im vergangenen Jahr. FĂĽr 2026 rechnet der Verband mit 16,4 Millionen Abonnements.

Auswirkungen des differenzierten Pay-TV-Markts

Dass die Zahl der Abos zunimmt, während die Gesamtumsätze zuletzt stabil blieben, führt Vaunet-Geschäftsführer Frank Giersberg vor allem auf einen stärker ausdifferenzierten Pay-TV-Markt zurück. Inzwischen gebe es auch Pay-TV-Plattformen mit weniger Programmen und anderen Preisen. Dadurch verändere sich nach seiner Darstellung das Verhältnis zwischen Umsatz und Abonnent.

Keine Anzeichen für häufigere Anbieterwechsel

Einen Trend zu häufigeren Wechseln zwischen Anbietern kann Vaunet nach Angaben Giersbergs in seinen Daten nicht erkennen. Zugleich gebe es weiterhin viele Mehrfachabos pro Haushalt, sodass Nutzer mehrere Streaming- und Pay-TV-Angebote parallel nutzen.

Prognose verfehlt, BegrĂĽndung genannt

Im vergangenen Jahr hatte Vaunet für 2025 noch mit einem Anstieg der Gesamtumsätze auf 5,8 Milliarden Euro gerechnet. Tatsächlich blieben sie bei 5,5 Milliarden Euro. Giersberg räumte ein, dass der Verband mit seiner Prognose danebenlag. Nicht alle politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen seien konkret vorhersehbar gewesen, zudem habe es ein anderes Marktumfeld gegeben.

Streaming und Pay-TV im Wandel des Bezahlmarkts

Die neuen Vaunet-Zahlen zeichnen ein Bild eines Bezahlmarkts, der sich von einem klassischen Pay-TV-Modell hin zu einem von Streamingdiensten dominierten Umfeld verschiebt. Während die Gesamtumsätze 2025 mit 5,5 Milliarden Euro stabil bleiben, wächst vor allem das Segment der kostenpflichtigen Streamingangebote. Das deutet auf veränderte Nutzungsgewohnheiten hin: Video-on-Demand mit flexibler Verfügbarkeit, personalisierten Empfehlungen und plattformübergreifender Nutzung gewinnt weiter an Bedeutung gegenüber linearen Programmpaketen.

Auffällig ist, dass die Zahl der Abos im Streaming- und Pay-TV-Bereich steigt, obwohl die Umsätze insgesamt stagnieren. Das legt nahe, dass mehr Haushalte entsprechende Angebote buchen, aber durchschnittlich weniger pro Vertrag zahlen. Dies passt zu einem stärker ausdifferenzierten Markt, in dem kleinere Pakete, rabattierte Bündelangebote und unterschiedliche Preisstufen eine größere Rolle spielen. Für Verbraucher bedeutet das mehr Auswahl, aber auch eine komplexere Angebotslandschaft, in der die Transparenz von Leistungen und Kosten wichtiger wird.

Folgen fĂĽr Anbieter und Publikum

Für Anbieter erhöht der Trend zu vielen Mehrfachabos pro Haushalt den Wettbewerb um Zeit und Aufmerksamkeit. Dienste konkurrieren nicht nur über Inhalte, sondern auch über Bedienkomfort, technische Qualität und Paketgestaltung. Der leichte Rückgang der erwarteten Pay-TV-Umsätze zeigt, dass rein lineare Modelle unter Anpassungsdruck stehen und hybride Strategien aus klassischen Sendern und Streamingplattformen an Bedeutung gewinnen.

Für das Publikum erweitert sich das Angebot an Serien, Filmen, Sportübertragungen und Spezialinhalten, zugleich wächst das Risiko von Kostenübersicht und Fragmentierung: Inhalte verteilen sich auf zahlreiche Dienste, sodass Nutzer häufiger entscheiden müssen, welche Abos sie dauerhaft behalten. Dass Vaunet keinen erkennbaren Trend zu häufigeren Anbieterwechseln sieht, deutet auf eine gewisse Stabilität: Viele Haushalte scheinen ihre gewählten Kombinationen aus Streaming und Pay-TV über längere Zeit beizubehalten, statt regelmäßig zu kündigen und neu zu sortieren.

Prognosen und Unsicherheiten

Die Verfehlung der früheren Umsatzprognose für 2025 macht deutlich, dass wirtschaftliche Lage und politische Rahmenbedingungen den Bezahlmarkt spürbar beeinflussen können. Preisbewusstsein, Inflationsentwicklung und regulatorische Debatten etwa zu Plattformen und Medienvielfalt können die Zahlungsbereitschaft der Nutzer verändern. Prognosen bleiben daher Annäherungen, die auf aktuellen Trends beruhen und sich bei veränderter Lage verschieben können. Dass Vaunet seine Erwartungen korrigiert und die Gründe dafür benennt, unterstreicht den Versuch, den Markt realistisch einzuschätzen und künftige Entwicklungen nicht zu überschätzen.

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