Stretch, Gen

Stretch Gen 2: Boston Dynamics steigert die Leistung auf 1.000 Kisten pro Stunde

Veröffentlicht am: 04.11.2026 um 17:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der neue Stretch verarbeitet bis zu 1.000 Kartons pro Stunde; Arvato setzt den Roboter bereits im Wareneingang ein.
Ein gerÀumiges, modernes Logistiklager mit poliertem Betonboden und hohen Regalen in einer industriellen Umgebung. Illustration mit AI erstellt.

Das zur Hyundai Motor Group gehörende Robotikunternehmen Boston Dynamics hat die zweite Generation seines Logistikroboters Stretch vorgestellt. Wie Berichte vom 3. November 2026 darlegen, basiert die Neuentwicklung auf den Erfahrungen aus mehr als 100.000 Betriebsstunden sowie zig Millionen entladener Kartons mit dem VorgÀngermodell.

Die Weiterentwicklung zielt vor allem darauf ab, die AblÀufe bei der Entladung von Frachtcontainern und Trailern effizienter und stabiler zu gestalten.

Höhere Taktrate und grundlegend ĂŒberarbeitete Hardware

Die Neukonstruktion bringt deutliche Leistungssteigerungen mit sich. Stretch Gen 2 erreicht laut Berichten vom 3. November 2026 eine Durchsatzrate von bis zu 1.000 Kisten pro Stunde, abhĂ€ngig vom Gewicht und der jeweiligen Stapelung der Fracht. Das VorgĂ€ngermodell bewĂ€ltigte im Vergleich dazu zwischen 600 und 800 Kisten pro Stunde. Eine neu integrierte Multipick-Funktion erlaubt es dem System zudem, mehrere PackstĂŒcke gleichzeitig aufzunehmen.

Auf mechanischer und elektronischer Ebene wurde die Konstruktion tiefgreifend verĂ€ndert. Die interne Verkabelung reduzierte das Unternehmen um 81 %, was einer Einsparung von rund 800 m beziehungsweise etwa einer halben Meile an Leitungen entspricht. Zum Einsatz kommen nun Steckverbinder nach Automobilstandards sowie neue Außenpanele. Die Gelenke ermöglichen eine Dauerrotation von ĂŒber 360 Grad.

Zudem verfĂŒgt der Vakuumgreifer ĂŒber verbesserte Ventile und prĂ€zisere Sensoren. FĂŒr zusĂ€tzliche Sicherheit in Lagerumgebungen sorgt ein tiefer liegender, versenkter Not-Aus-Schalter. Softwareseitig verbessern regelmĂ€ĂŸige Updates die Fallerkennung, die Bewegungsplanung und die Picking-Strategien, ohne dass dafĂŒr Komponenten ausgetauscht werden mĂŒssen.

Vereinfachte Wartung und lÀngere Batterielaufzeit

Ein wesentlicher Schwerpunkt der Neuentwicklung liegt auf der Betriebssicherheit und der Instandhaltung. Brian Donnelly, VizeprÀsident und Leiter der Logistikrobotik bei Boston Dynamics, betonte laut Berichten, dass das Hauptaugenmerk auf den Ursachen realer BetriebsstillstÀnde sowie auf ZuverlÀssigkeit und Wartbarkeit liege, statt allein den Durchsatz zu maximieren.

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Der Wechsel des Swerve-Drive-Antriebs beansprucht nun lediglich etwa 1 Stunde Arbeitszeit, wĂ€hrend fĂŒr diesen Vorgang zuvor ein ganzer Tag veranschlagt werden musste.

Modulare Komponenten, genormte Befestigungen sowie eine integrierte Borddiagnose ermöglichen es dem betriebseigenen Wartungspersonal, Reparaturen direkt vor Ort durchzufĂŒhren. Das verbaute Vision-System ist bereits vortrainiert und erfordert vor dem Einsatz keine Vorprogrammierung. FĂŒr Arbeiten in unbeleuchteten Trailern verfĂŒgt das Modell ĂŒber eine bordeigene Beleuchtung.

Der Energiespeicher hĂ€lt mit einer einzigen Ladung ĂŒber zwei Arbeitsschichten hinweg; eine Schnellladung auf 90 % der KapazitĂ€t gelingt in ca. 75 Minuten. Angaben zu Preisen, Lieferterminen, Versanddaten und ersten Kunden fĂŒr die zweite Generation machte Boston Dynamics zunĂ€chst nicht.

Praxiseinsatz von Stretch bei Logistikdienstleister Arvato

Parallel zum Entwicklungsschritt des Roboters treiben Anwender den Einsatz der Technologie in der Praxis voran. Der Logistikdienstleister Arvato integriert Stretch in die Inbound-Operationen an seinem rund 280.000 qm großen Standort in Louisville in den USA, wie aus einem Bericht vom 3. November 2026 hervorgeht. Rund 80 % der dort eintreffenden Sendungen sind lose verladen und mussten in der Vergangenheit manuell Karton fĂŒr Karton entladen werden.

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Stretch ĂŒbernimmt dort die Entladung sĂ€mtlicher lose verladener Kartonformate und kann dabei auch beschĂ€digte sowie deformierte Kartons handhaben. Eine auf Lidar-Sensoren basierende Sicherheitszone garantiert das automatische Stoppen der Anlage, sobald sich Personen nĂ€hern.

Zudem erfasst das System Echtzeit-Metriken bezĂŒglich der entladenen Kartons und der Entladegeschwindigkeit, die fĂŒr die KapazitĂ€ts- und Saisonplanung herangezogen werden. Der Dienstleister plant weitere Implementierungen dieser Technologie an Standorten in den USA und in Europa.

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