Studentischer, Stress

Studentischer Stress: 41 Prozent fühlen sich häufig überfordert

12.06.2026 - 01:15:17 | boerse-global.de

Studien belegen zunehmende Stressbelastung bei Studierenden, Berufstätigen und Eltern. Experten raten zu gezielten Bewältigungsstrategien.

Psychische Belastung in Deutschland: Stress bei Studierenden und Eltern steigt
Studentischer - Eine Person steht auf einem Felsvorsprung und blickt auf eine weite, friedliche Berglandschaft bei Sonnenaufgang. 12.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Aktuelle Studien aus dem ersten Halbjahr 2025 zeigen: Die psychische Belastung steigt – besonders bei Studierenden, Berufstätigen und Eltern. Experten warnen vor den Folgen und empfehlen gezielte Gegenmaßnahmen.

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Jeder zweite Student fühlt sich gestresst

Eine Untersuchung der Techniker Krankenkasse (TK) auf Basis einer Forsa-Umfrage belegt den Trend. Demnach fühlen sich 41 Prozent der Studierenden häufig gestresst. 2015 waren es noch 23 Prozent. Hauptgründe: Prüfungsdruck, Doppelbelastung durch Studium und Job sowie finanzielle Sorgen. TK-Chef Jens Baas fordert ein ganzheitliches Gesundheitsmanagement an den Hochschulen.

Auch im Berufsleben bleibt der Druck hoch. Ein Workshop des VDI-Arbeitskreises Frauen im Ingenieurberuf Ende April identifizierte permanente Erreichbarkeit, Unterbrechungen und fehlende Priorisierung als zentrale Stressfaktoren. Die Expertin Dr. Lena Thomsen empfiehlt Methoden wie die Eisenhower-Matrix oder die Pomodoro-Technik.

Frauen und Eltern besonders betroffen

Die Belastung verteilt sich ungleich. Daten einer schweizerischen Gesundheitsbefragung zeigen: Jede fünfte Frau fühlt sich psychisch mittel bis stark belastet. Bei Männern ist es nur jeder Siebte. Besonders betroffen sind junge Frauen zwischen 15 und 25 Jahren. Expertinnen führen das auf gesellschaftliche Rollenbilder und den sogenannten „Mental Load“ zurück – die unsichtbare Last der Organisationsarbeit in Haushalt und Familie.

Eine Studie der R+V Versicherung bestätigt den Trend für den familiären Bereich: 80 Prozent aller Eltern mit minderjährigen Kindern leiden unter mentaler Belastung. Autorin Laura Fröhlich rät dazu, Verantwortung konsequenter zu teilen und Perfektionsansprüche zu hinterfragen.

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Was wirklich hilft

Experten für mentale Gesundheit setzen auf individuelle Strategien. Thomas Ihde, Chefarzt der Spitäler fmi AG, empfiehlt: Bei steigendem Stress aktiv Zeit für Hobbys einplanen und lernen, Aufgaben abzulehnen. Entscheidend sei die mentale Flexibilität, um belastende Gedankenmuster zu durchbrechen.

Dass Stressbewältigung auch eine Frage der Einstellung ist, zeigt der Profisport. Mentalcoach Yasin Seiwasser betont: Teamgeist ist wichtiger für den Erfolg als individuelle Egos. Tennisprofi Alexander Zverev verwies nach seinem Erfolg bei den French Open darauf, dass er während des Turniers äußere Gelassenheit bewahrt habe, um dem Erwartungsdruck standzuhalten.

Kaffee schützt – Musik nicht

Wissenschaftliche Studien liefern konkrete Erkenntnisse zur Prävention. Eine Langzeitstudie der Universität Fuzhou mit über 460.000 Teilnehmern über 13 Jahre zeigt: Moderater Kaffeekonsum von zwei bis drei Tassen täglich kann gegen Stimmungsstörungen schützen. Mehr als fünf Tassen erhöhen dagegen das Risiko.

Anders sieht es bei Musik aus. Eine Studie des Max-Planck-Instituts für empirische Ästhetik fand heraus: Reines Musikhören verbessert nicht zwangsläufig die psychische Gesundheit. Familiäre und genetische Faktoren prägen den Zusammenhang zwischen Musikaffinität und Wohlbefinden maßgeblich.

KI als Forschungswerkzeug

Forscher der TU Dresden untersuchten in einer im Fachjournal „The Lancet Digital Health“ veröffentlichten Arbeit das Verhalten großer Sprachmodelle. Die Simulation von Zuständen wie Angst oder Stress zeigte: KI-Systeme weisen ähnliche kognitive Verzerrungen auf wie Menschen. Die Erkenntnisse könnten künftig für die psychologische Forschung genutzt werden – denn die simulierten Zustände ließen sich durch gezielte Strategien wie Achtsamkeitsvorgaben regulieren.

de | wissenschaft | 69523520 |