Sturzunfälle: 64 Prozent ereignen sich im eigenen Haushalt
Veröffentlicht am: 14.09.2026 um 15:12 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ein Sturz kann das Leben schlagartig verändern – auch wenn die betroffene Person Jahre danach öffentlich davon berichtet. Die Komikerin Hella von Sinnen (67) stürzte 2024 von einer Bühne und trägt seither orthopädische Schuhe. Wie die "Apotheken Umschau" berichtete, lag sie nach dem Unfall monatelang im Krankenhaus.
Ihr linkes Fußgelenk musste versteift werden, das rechte Bein ist seither kürzer als das linke. Der Fall zeigt exemplarisch, welche langfristigen orthopädischen Folgen Stürze im Alter haben können – und wie orthopädische Hilfsmittel zum dauerhaften Bestandteil des Alltags werden.
Stürze im Alter sind kein Randphänomen
Der Fall von Sinnens steht nicht isoliert da. Laut Zahlen des österreichischen Kuratoriums für Verkehrssicherheit wurden 2025 rund 266.100 Personen ab 65 Jahren nach Unfällen im Spital behandelt – 2015 waren es noch rund 218.300, was einem Anstieg von rund 23 Prozent entspricht.
Besonders auffällig: 64 Prozent dieser Unfälle ereigneten sich im eigenen Haushalt, allen voran im Wohnzimmer (17 Prozent), in der Küche (12 Prozent) und im Schlafzimmer (11 Prozent). Die häufigste Folge sind laut der Erhebung Knochenbrüche, die in über 60 Prozent der Fälle auftreten.
Diese Zahlen unterstreichen, dass Stürze im Alter längst nicht nur ein Thema für Bergsteiger oder Sportler sind, sondern vor allem im vertrauten Wohnumfeld geschehen – dort, wo man sich am sichersten fühlt.
Wenn der Körper dauerhaft Unterstützung braucht
Der Fall Hella von Sinnens macht deutlich, dass nach schweren Stürzen orthopädische Versorgung oft nicht nur eine vorübergehende Maßnahme ist, sondern zu einer dauerhaften Begleiterscheinung wird.
Eine Versteifung des Fußgelenks und eine Beinlängendifferenz, wie sie die Komikerin beschreibt, erfordern in der Regel spezialisierte Schuhversorgung, um Fehlbelastungen und Folgeschäden zu vermeiden. Solche Hilfsmittel sind für Betroffene häufig ein ständiger Begleiter im Alltag, der die eigene Mobilität erst wieder ermöglicht.
Wer sich mit dem Thema Sturzprävention und Mobilität befasst, sollte die Bedeutung der körperlichen Stabilität nicht unterschätzen. Dieser kostenlose Trainingsplan zeigt, wie Sie mit gezielten Übungen Ihre Muskelkraft stärken und für mehr Sicherheit im Alltag sorgen können. 7 Übungen gegen Muskelabbau kostenlos herunterladen
Finanzielle Entlastung bei chronischen Erkrankungen
Für Menschen, die dauerhaft auf medizinische Versorgung und Hilfsmittel angewiesen sind, spielt auch die finanzielle Belastung eine Rolle. Für 2026 gilt eine Zuzahlungsbefreiung der gesetzlichen Krankenversicherung, wenn die Belastungsgrenze von 2 Prozent der jährlichen Bruttoeinnahmen zum Lebensunterhalt überschritten wird – bei einer schwerwiegend chronischen Erkrankung sinkt diese Grenze auf 1 Prozent.
Für die Haushaltsberechnung 2026 gelten dabei Freibeträge von 7.119 Euro für Ehe- oder Lebenspartner sowie 9.756 Euro je Kind. Bezieherinnen und Bezieher von Bürgergeld, Sozialhilfe oder Grundsicherung erhalten pauschal 135,12 Euro jährlich angerechnet, bei Chronikerstatus 67,56 Euro.
Solche Regelungen können für Betroffene mit dauerhaftem Versorgungsbedarf – etwa durch orthopädische Schuhe oder andere Hilfsmittel – eine spürbare finanzielle Entlastung bedeuten.
Ein sicherer Gang im Alter hängt maßgeblich von der Erhaltung der Muskulatur ab, um das Sturzrisiko nachhaltig zu senken. Ein spezialisierter Physiotherapeut erklärt in diesem Gratis-Ratgeber, wie langsame Bewegungen die Stabilität effektiv fördern. Kostenlosen Trainingsplan für mehr Kraft und Stabilität sichern
Prävention bleibt zentral
Angesichts der steigenden Zahl an Sturzunfällen bei älteren Menschen rücken präventive Maßnahmen im Wohnumfeld zunehmend in den Fokus. Da die meisten Unfälle laut den Erhebungen des Kuratoriums für Verkehrssicherheit im Haushalt geschehen, gelten Wohnräume wie Wohnzimmer, Küche und Schlafzimmer als besonders relevante Bereiche für Sicherheitsmaßnahmen.
Der Fall Hella von Sinnens zeigt dabei, dass selbst Stürze außerhalb des eigenen Zuhauses – etwa bei beruflichen Anlässen – gravierende und dauerhafte gesundheitliche Folgen nach sich ziehen können, die weit über die akute Heilungsphase hinausreichen.
