Sucupira, Erva-Baleeira

Sucupira und Erva-Baleeira: Pflanzenmix wirkt länger bei geringerer Dosis

Veröffentlicht am: 20.10.2026 um 19:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Tierversuche zeigen eine längere Wirkung bei geringerer Extraktmenge; Phytochem entwickelt eine Kosmetikcreme, deren Markteinführung Prüfungen voraussetzt.
Nahaufnahme von getrockneten Pflanzensamen und frischen Blättern auf einem natürlichen Steinhintergrund. Illustration mit AI erstellt.

In der phytotherapeutischen Forschung rücken kombinierte Pflanzenstoffe zunehmend in den Fokus, um Wirksamkeit und Verträglichkeit natürlicher Wirkstoffe zu optimieren.

Eine präklinische Untersuchung an der brasilianischen Universität Unicamp liefert neue Einblicke in das Zusammenspiel zweier traditionell genutzter Heilpflanzen: Forscher der Universität konnten zeigen, dass die Kombination standardisierter Extrakte aus Sucupira (Pterodon pubescens) und Erva-Baleeira (Cordia verbenacea) synergistische Effekte gegen Schmerzen und Entzündungen entfaltet.

Verlängerte Wirkdauer durch pflanzliche Kombination

Im Rahmen präklinischer Tierversuche untersuchten die Wissenschaftler der Unicamp die Effekte der beiden Pflanzenextrakte nach Verabreichung einer Einzeldosis. Wie aus Berichten vom 19. Oktober 2026 hervorgeht, verlängerte die gemeinsame Gabe beider Komponenten die analgetische und entzündungshemmende Wirkung signifikant von etwa vier auf sechs Stunden.

Bemerkenswert an diesem synergistischen Effekt ist der Umstand, dass die Wirkungsverlängerung bei einer reduzierten Dosis beider Einzelkomponenten erzielt werden konnte. Die Kombination ermöglicht es somit, die erforderlichen Mengen der jeweiligen Extrakte zu senken, während gleichzeitig eine längere Wirkdauer erzielt wird.

Finanziert wurden die wissenschaftlichen Arbeiten durch die Forschungsförderungsorganisation FAPESP; zudem erfolgte die Registrierung der Forschungsaktivitäten im brasilianischen System zur Verwaltung des genetischen Erbes (SisGen).

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Lizenzierung und Schritte zur Produktentwicklung

Die aus der Forschungsarbeit hervorgegangene Technologie wurde beim brasilianischen Patentamt INPI geschützt. Im Jahr 2025 lizenzierte die Unicamp das Verfahren an das Unternehmen Phytochem, das 2024 in Paulínia im Bundesstaat São Paulo gegründet wurde.

Für die praktische Anwendung verfolgt Phytochem einen gestuften Entwicklungsansatz. Als erstes marktreifes Produkt plant das Unternehmen eine Kosmetikcreme, die speziell zur Linderung von Müdigkeit und Muskelbeschwerden konzipiert ist.

Die Entwicklung einer vollwertigen Arzneimittelversion auf Basis der kombinierten Extrakte ist ebenfalls Gegenstand der Planungen, erfordert jedoch im Vorfeld umfassende klinische Studien am Menschen, um Wirksamkeit und Sicherheit für eine pharmazeutische Zulassung formal nachzuweisen.

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Regulatorischer Rahmen und weitere Förderung

Um die Entwicklung der Formulierungen voranzutreiben, reichte Phytochem das Vorhaben beim FAPESP-Förderprogramm für innovative Kleinunternehmen (PIPE) in Phase 1 ein.

Für die Markteinführung der geplanten Kosmetikcreme gelten zudem klare regulatorische Vorgaben: Das Produkt muss den Anforderungen der brasilianischen Gesundheitsüberwachungsbehörde ANVISA entsprechen, bevor es für den Verbrauchermarkt freigegeben werden kann.

Der Übergang von den im Labor beobachteten Synergien zu einem frei verkäuflichen Produkt hängt nun davon ab, wie zügig die regulatorischen Prüfungen und die weiteren Entwicklungsphasen durchlaufen werden.

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